25 Januar 2011, 11:40
250.000 Teilnehmer beim Marsch für das Leben 2011 in Washington
 
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Schätzungsweise 70 % der Teilnehmer des Marsches waren unter 21 Jahre alt, was viel über die Zukunft des Lebensschutzes in den Staaten aussagt - Ein kath.net-Korrespondentenbericht von Bernhard Rohrmoser / New York City

Washington D.C.(kath.net) Am 22. Jänner 1973 fällte der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten von Amerika im Fall Jane Roe gegen den Staatsanwalt von Texas (Henry Wade) eine Grundsatzentscheidung für die Abtreibung. Dadurch wurde die Abtreibung in den Vereinigten Staaten legalisiert. Seither findet jedes Jahr in Washington DC im Jänner der Marsch für das Leben statt. So auch dieses Jahr.

Etwa 250.000 Menschen aus allen Teilen der USA marschierten dieses Jahr am Kapitol vorbei zum Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten. Anschließend konnten die Teilnehmer ihren jeweiligen Kongressabgeordneten besuchen, um sich persönliche für den Lebensschutz einzusetzen. Zuvor fand eine Kundgebung an der National Mall mit Reden statt und rund um den Marsch gab es noch einige Veranstaltungen. Ziel des Marsches ist der Schutz des Lebens von der Empfängnis bis zum Tod durch jeden Menschen und den Staat. Dies schließt u.a. die Rücknahme der Legalisierung der Abtreibung, den Stopp der Finanzierung von Abtreibungsorganisationen durch den Amerikanischen Staat sowie das Ende deren Unterstützung durch Barack Obama ein. Die größte dieser Organisationen in den Vereinigten Staaten ist Planned Parenthood. Sie finanziert sich u.a. in wesentlichem Ausmaß durch den Amerikanischen Staat sowie durch die Stiftung von Melinda und Bill Gates, die ihrerseits massiv von Warren Buffet finanziell unterstützt wird.

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Die größte treibende Kraft hinter dem Marsch für das Leben ist die Katholische Kirche und deren Lebensschutzprogramme, die u.a. aus dem Beten vor Abtreibungseinrichtungen und auch aus der Beratung von Müttern dort besteht (sogenanntes „sidewalk counselling“). Allerdings fanden sich im Protestzug auch hie und da andere, kleinere Gruppierungen wie „Anglikaner für das Leben“, „Orthodoxe Christen für das Leben“, etc. Die Argumentation für den Lebensschutz stützt sich v.a. auf das Naturrecht, die Bibel und die Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten, die angibt, dass der Mensch von seinem Schöpfer mit unveräußerlichen Rechten ausgestattet worden ist. Noch vor dem Recht auf Freiheit nennt sie das Recht auf Leben.

Schätzungsweise 70 % der Teilnehmer des Marsches waren unter 21 Jahre alt, was viel über die Zukunft des Lebensschutzes in den Staaten aussagt. Im Protestzug fand sich eine Vielzahl von Jugendgruppen, Schülern aus Katholischen Schulen, Studierenden an Katholischen Universitäten sowie eine auffallend-hohe Zahl von Priestern und Ordensleuten. Im Unterschied zum deutschen Sprachraum war besonders herausstechend, dass mehrere Bischöfe im Protestzug mit ihren Priestern und Seminaristen marschierten. Der Protestzug war insgesamt eine bunte Mischung aus Transparenten, Sprechchören, Rosenkranzbeten und Singen.

Besonders auffallend war eine Gruppe von Frauen und Männern, die eines ihrer Kinder abgetrieben hatten. Sie trugen Transparente mit der Aufschrift „Ich bereue meine Abtreibung“ oder „Ich bedaure meine verlorene Vaterschaft“. Andere Slogans lauteten „Ich liebe Babys, und du?“, „Für das Leben!“, „Verteidige das Leben!“ oder „Bete, um die Abtreibung zu beenden!“. Zudem trugen viele Gruppierungen Transparente, die meist u.a. aussagten, wer sie sind (z.B. Priesterseminar St. Joseph pro life). Viele Teilnehmende trugen Fahnen der Vereinigten Staaten, des Vatikan, ihrer Diözese oder Gruppierung.

Auch manche Kreuze waren zu sehen. Insgesamt war die Atmosphäre des Zuges durch die vielen, begeisterten Jugendlichen unglaublich positiv, gelöst und voll von Inspiration und Überzeugung. Der Glaube und das Ideal des Lebensschutzes wurden durch diese vielen Zeugnisse spürbar. Die Länge des Protestzuges war schier unübersehbar. Der Protestmarsch wurde von EWTN übertragen und an einer Stelle gab es eine kleine Kundgebung vor den Bildern von abgetriebenen Kindern.

Auch wurden verschiedene Flugblätter und Broschüren verteilt. Ich persönlich bekam das „Gebet eine abgetriebenen Babys“ in die Hand sowie eine Broschüre der „American Society for the Defense of Tradition, Family and Property“. Darin wird auf prägnante Weise der Zusammenhang zwischen Sozialismus und Abtreibung dargelegt. Demnach besteht Sozialismus darin die persönliche Verantwortung des Menschen an den Staat (oder Organisationen) zu delegieren, wie dies u.a. bei der Abtreibung der Fall ist: Handlungen werden (vermeintlich) ihrer Konsequenzen beraubt. Angesichts ineffizienter, teurer Sozialsysteme, der Überalterung der Gesellschaften und der zu oft übermächtigen Rolle des Staates in vielen Bereichen (z.B. Kindererziehung) sollten wir in Europa verstärkt über die Auswirkungen des Sozialismus als Weltanschauung nachdenken. Jane Roe, durch deren Fall 1973 die Abtreibung legalisiert wurde, änderte ihre Meinung und sie ist heute im Lebensschutz aktiv.


kathTube: Mehrere Videos vom Pro-Life-Marsch in Washington:













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