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9. Dezember 2010 in Weltkirche, keine Lesermeinung
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Rektorenwechsel am Campo Santo Teutonico – Ein wichtiger Ort für wissenschaftliche Auseinandersetzung


Rom / Freiburg (kath.net/pef). Nirgendwo in der Welt wird die Weltkirche nach Ansicht von Erzbischof Dr. Robert Zollitsch (Freiburg) so sehr und so nah erlebbar wie in Rom. „Eine Weltkirche, die sich am Grab des Apostels Petrus versammelt und bewusst ihren Dienst in Welt und Gesellschaft wahrnehmen will. Darin sehe ich eine besondere Aufgabe und Herausforderung auch für das deutsche Kolleg im Vatikan“, sagte Erzbischof Zollitsch beim Rektorenwechsel am Campo Santo Teutonico am Mittwoch (08.12) in Rom.

Neuer Rektor ist Dr. Hans-Peter Fischer, der bisher in Donaueschingen tätig war. Erzbischof Zollitsch dankte ihm für seine Bereitschaft, die angestammte Heimat zu verlassen und sich in unmittelbarer Nähe des Grabes des Apostels Petrus niederzulassen: „Über viele Jahre waren Sie mit ganzem Herzen Pfarrer. In schwierigen strukturellen Prozessen unseres Erzbistums haben Sie aktiv und vorausschauend mitgewirkt. Wer Sie kennt, schätzt in Ihnen einen Seelsorger, der zu den Menschen geht.“


Zollitsch forderte den neuen Rektor auf, den Campo Santo Teutonico als geistlichen Ort von hoher spiritueller und als Anlaufstätte für Pilger und für jene, die ihrer Verstorbenen gedenken wollen zu pflegen: „Nutzen Sie diesen Ort weiter als Kolleg für Priester und Priesterkandidaten, um die wissenschaftliche Auseinandersetzung zu ermöglichen und für Rom und den Vatikan zu sensibilisieren.“ 2012 wird Fischer auch die Verantwortung für die deutschsprachige Pilgerseelsorge in Rom übernehmen. „Diese seelsorgliche Verantwortung werden Ihnen die Pilger danken, besonders dann, wenn sie hier am Campo Santo Teutonico Ruhe und Kraft finden dürfen“, sagte Zollitsch.

Der Erzbischof würdigte dabei die langjährige Tätigkeit und wissenschaftliche Arbeit des bisherigen Rektors (1975 bis 1990) Prälat Prof. Dr. Erwin Gatz: „Sie haben den Campo Santo Teutonico in den 35 Jahren wie kaum einer Ihrer Vorgänger geprägt. Wir danken Ihnen für das Glaubenszeugnis als Priester, für den Wissensdurst als Forscher, für das Gespräch mit den vielen Menschen, denen Sie hier begegnet sind und Ihrem Dienst an Kirche und Forschung. Sie selbst waren für das deutsche Kolleg die beste Werbung.“

Hans-Peter Fischer wurde 1961 in Freiburg geboren. Nach dem Studium der Theologie und Philosophie in Freiburg und Rom wurde er 1989 zum Priester geweiht. Es folgten – neben verschiedenen Einsätzen in der Seelsorge – Promotionen in der Theologie und im Kanonischen Recht. 2002 wurde Fischer Pfarrer in Donaueschingen, zwei Jahre später übernahm er die Leitung der Seelsorgeeinheit der Stadt. Seit 2004 ist er zusätzlich Diözesanrichter am Erzbischöflichen Offizialat Freiburg.

Das Collegio Teutonico liegt auf dem Territorium der frühmittelalterlichen Schola Francorum im heutigen Vatikanstaat. Bereits seit dem späten 8. Jahrhundert wird dort ein Friedhof bezeugt, auf dem vor allem Pilger deutscher Sprache bestattet wurden. Papst Leo IV. schenkte das Gelände 800 n. Chr. Karl dem Großen anlässlich seiner Kaiserkrönung in Rom. Heute gehört das Gelände der 1454 gegründeten Erzbruderschaft zur Schmerzhaften Muttergottes, deren Rektor Fischer ebenfalls wird. Im 19. Jahrhundert wurde um den Friedhof ein Kollegsgebäude errichtet. Dessen Gründungsrektor wurde 1876 Prälat Anton de Waal, der das Kolleg zu einem Zentrum der kirchengeschichtlichen Forschung und der frühchristlichen Archäologie machte. Heute beherbergt das Kolleg eine umfassende Bibliothek, die zu den bedeutendsten Forschungseinrichtungen in Rom gehört. Im Collegio Teutonico wohnen Priester, die sich in Rom auf ihre Promotion vorbereiten oder an der vatikanischen Kurie tätig sind.


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