Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Wie wird das „pro multis“ im neuen Messbuch übersetzt werden?
  2. Freikirche oder katholische Kirche? Überlegungen eines Konvertiten
  3. Bischof Wilmer: "Wir wollen keinen deutschen Sonderweg"
  4. „Brot für die Vögel?“ – Können Protestanten zur Hl. Kommunion zugelassen werden?
  5. ‚Ein Doktor der Theologie hat keine Ahnung von der Auswirkung von Gruppeneffekten‘
  6. Bätzing gegen Papst Leo
  7. Der anderskatholische Papstkritiker
  8. Scott Hahn: Die frühe Kirche war nicht protestantisch
  9. Kardinal Fernández räumt geringes Interesse an seinem Dokument über Mission ein
  10. Revision des Messbuchs geht in nächste Phase - Erprobung 2027 geplant
  11. Musikerlegende Bob Dylan bei Papst Leo XIV. im Vatikan
  12. ‚Entschuldigung, aber … was?‘
  13. Drei Stunden im Fegefeuer
  14. Warum ausgerechnet ein Augustiner-Pater Patron der armen Seelen ist
  15. Schmunzelnder Papst scherzt mit Basketballern seiner früheren Uni

Das ist schlicht und einfach eine verlogene Wiedergabe meiner Aussagen

1. November 2010 in Schweiz, 14 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Rufschädigende Berichterstattung des Sonntagblick’s vom 31. Oktober 2010 - Von Domherr Christoph Casetti


Chur (kath.net)
Redaktor Walter Hauser hat mehrere Gespräche mit mir geführt. Vor zwei Jahren sei der Exorzismus in den Medien ein Thema gewesen. Nun möchte er wissen, wie die Situation heute aussehe. Ich gab ihm eine sachliche Auskunft. In seinem Artikel kann ich meine Aussagen nur noch sehr verzerrt wiedererkennen.

Der Titel des Editorials lautet: “Und erlöse uns von dem Übel”. Im Untertitel steht: “Redaktor Walter Hauser über die Ausländer- und Teufelwarnungen von katholischen Kirchenmännern in der Schweiz”. Im Hauptartikel steht ausserdem der Zwischentitel: “Die Ausländer sollen schuld sein”. Dadurch wird suggeriert, dass katholische Kirchenmänner Ausländer für ein Übel halten. Der folgende Satz aus dem Editorial verstärkt diesen Eindruck noch: “Doch wenn der Domherr in Chur die Massnahme damit begründet, dass immer mehr Schweizer von Dämonen besessen sind, weil so viele Menschen aus Afrika, Indien und Lateinamerika zu uns kommen, hört der Spass auf: Vier Wochen vor der Abstimmung über die Ausschaffungsinitiative stehen Ausländer in der Schweiz schon genügend am Pranger”. Welche “Massnahme Hauser meint, sagt er nicht. Er deutet jedoch an, dass ich in einem Atemzug vor Ausländern und vor dem Teufel warne. Bei einer solchen unsinnigen Unterstellung hört der Spass tatsächlich auf.


Das ist schlicht und einfach eine verlogene Wiedergabe meiner Aussagen. Wahr ist hingeben meine statistische Bemerkung: Menschen, die angeben, unter Verfluchungen, bösem Zauber oder dämonischen Belastungen zu leiden, haben häufig einen Migrationshintergrund. Und da es inzwischen in unserem Land zahlenmässig mehr solche Menschen gibt, gibt es auch mehr entsprechende Bitten um Befreiungsgebete. In diesem Sinne stehe ich auch zum wörtlichen Zitat: “Vor allem bei Menschen aus Südeuropa, Afrika und Lateinamerika spielt der Glaube an Zauberei und Dämonen eine grosse Rolle. Über die Einwanderung werden die Gläubigen bei uns vermehrt mit diesen Phänomenen konfrontiert. Warnende Hinweise sind deshalb notwendig”.

Weiter schreibt Walter Hauser im Editorial: “Die Bistümer wollen allen Ernstes neue Exorzisten bestallen, um Gläubige vom Teufel zu befreien” und im Titel des Hauptartikels: “Kirchenmänner wollen mehr Exorzisten ausbilden”. Und im Text gibt Hauser mich so wieder: “Fünf Geistliche kann Bischof Huonder in den Kampf gegen Teufel und Dämonen schicken. Zu wenig für Casetti”. Auch hier ist das Gegenteil wahr. Ich habe Hauser ausdrücklich gesagt, dass hier kein Handlungsbedarf bestehe. Die Priester, die gegenwärtig bei uns im Befreiungsdienst tätig sind, können die Anfragen von bedrängten Gläubigen bewältigen. Was die Zahlen betrifft, habe ich tatsächlich von einer Zunahme gesprochen, aber auch gesagt, dass diese nicht dramatisch sei. Wenn etwa pro Jahr rund fünf Priester mit je vier bedrängten Menschen beten, sind “20 Fälle” wahrlich nicht viel.

Beim Befreiungsdienst geht es einmal um die Frage, ob es den Teufel und Dämonen tatsächlich gibt. Die Kirche bejaht diese Frage, wie sie auch an die Existenz von Engeln glaubt. Nicht alles, was existiert, ist rational zu erklären. Mit den bösen Mächten ist zu rechnen. Aber wir brauchen auch nicht zu viel Angst vor ihnen zu haben. Denn Jesus Christus hat sie bereits besiegt. Sie führen nur noch Rückzugsgefechte. Dazu kommt die Frage, wie mit Menschen umzugehen ist, die sich von bösen Mächten bedrängt fühlen und denen die Medizin nicht helfen konnte. Wenn diese sich in ihrer Not an die Kirche wenden, verdienen sie in jedem Fall eine seelsorgliche Zuwendung.

Walter Hauser ist promovierter Jurist, der jetzt als Journalist tätig und beim “Blick” gelandet ist. Nach den Gesprächen, die ich mit ihm geführt habe, hätte ich mehr Fairnesse und Anstand erwartet. Ich fühle mich von ihm missbraucht und instrumentalisiert für sein Ziel, Allerheiligen, die katholische Kirche und die SVP-Kampagne zu kombinieren. Er hat auch ein paar Bücher geschrieben. Wenn diese nicht seriöser erarbeitet sind als dieses journalistische Machwerk, kann meines Erachtens auf die Lektüre ruhig verzichtet werden.



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Bistum Chur

  1. Realitätsverlust im Bistum Chur
  2. Vatikan gibt Beschwerde gegen Statuten des Churer Priesterrates Recht
  3. Das Schweigen des Bistums Chur in der Causa Loppacher
  4. Schweizer Priester und Präventionsbeauftragter: ‚Ich stehe zu meiner Partnerin’
  5. Für die Lehre der Kirche
  6. Sendungsfeier im Bistum Chur und der Unterschied zwischen gemeinsamem und Weihepriestertum
  7. Priesterseminar Chur für alle Theologiestudenten geöffnet
  8. Gemeindeleiterin Schmid: ‚Ich habe Eucharistie gefeiert, weil ich einen Auftrag des Dekans hatte.’
  9. Bistum Chur: Positionen im Streit um Verhaltenskodex unverändert
  10. Daniel Krieg wird neuer Regens des Priesterseminars Chur







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Neuer Visitator für Medjugorje: Cavina folgt auf Cavalli
  3. Der Tod unter dem Horizont der Auferstehung und die Hoffnung auf das ewige Leben
  4. Der katholische Osten in der Analyse
  5. „Die Kirche gewinnt an Kraft dank eines Anstiegs bei den Konversionen zum Katholizismus“
  6. Manuel Ostermann: „Ich möchte hier widersprechen, liebes WDR“
  7. ‚Entschuldigung, aber … was?‘
  8. Sozialbeauftragter des Papstes bringt Spenden in die Ukraine
  9. IMABE: Sterbehilfe-Entwicklung in Belgien wirft Fragen auf
  10. ‚Lieber ein ‚Fanatiker‘ als ein Verräter für Kataris und Dschihadisten‘
  11. Benedikt XVI.: „Wir fragen uns jedoch: Warum empfinden wir Angst vor dem Tod?“
  12. Eine unzählbare Schar von Zeugen - Heiligkeit kennt keine Grenzen
  13. Der unbekannte Bekannte: St. Martin
  14. Freikirche oder katholische Kirche? Überlegungen eines Konvertiten
  15. Brücken bauen, Wurzeln schlagen, Gemeinschaft leben. Der Glaube als gemeinsamer Ursprung und Auftrag

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz