Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Vatikan exkommuniziert sechs Bischöfe der Piusbruderschaft!
  2. Der Vatikan ordnet das Rückkehr-Prozedere für Menschen, die die Piusbruderschaft verlassen wollen
  3. Papst an Piusbrüder: 'Kehren Sie um!
  4. Bevorstehende „illegale Bischofsweihen für die Piusbruderschaft“ „ein schwerer schismatischer Akt“
  5. „Alten und neuen Ritus bestehen lassen. Latein verbieten? Das spielt Rebellen in die Hände“
  6. Écône, zum Zweiten
  7. Ein besonderer Tag für ‚unseren‘ Pfarrsekretär
  8. Taylor Marshall zu FSSPX: Diese liturgische Neuerung ist eindeutig ‚nicht traditionell‘
  9. „Die Behauptung, Rom gehe hart gegen Rechte vor, nicht aber gegen Linke, ist schlichtweg falsch“
  10. "Ohne Einheit mit dem Papst keine volle Gemeinschaft mit der Kirche"
  11. Leo XIV. auf Lampedusa: Zum Nächsten wird man!
  12. Papst ernennt Sr. Alessandra Smerilli zur Präfektin des Entwicklungsdikasteriums
  13. Haben Sie das Apostolische Mandat? – „Nein. Sie wussten, dass sie es nicht hatten“
  14. Vatikan hofft weiterhin auf Dialog mit der Piusbruderschaft
  15. Papst hofft auf gemeinsamen Weg aller christlichen Konfessionen hin zur Feier des Jahres 2033

Recht auf Leben oder Recht auf Abtreibung?

19. Oktober 2010 in Deutschland, 27 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


In einen „Offenen Brief“ protestieren eine Reihe von Vereinen und Privatpersonen gegen die Unterstützung des „Marsches für das Leben“ durch Prominente Politiker der CDU/CSU.


Berlin (kath.net)
Prominente Politiker aus CDU und CSU haben den Berliner „Marsch für das Leben“ am 18. September mit Grußworten unterstützt. Dagegen protestiert nun eine Reihe von Vereinen und Privatpersonen mit einem „Offenen Brief“. Zu den Unterzeichnern gehören unter anderen Landesverbände von pro familia e.V., der Bundesverband des Humanistischen Verbandes Deutschlands und die Giordano-Bruno-Stiftung.

An dem vom „Bundesverband Lebensrecht“ (BVL) organisierte Marsch hatten etwa 1.800 Personen teilgenommen. Die Unterzeichner des „Offenen Briefes“ werfen den im BVL organisierten Abtreibungsgegnern ein „fundamentalistisch-christliches Weltbild“ vor, weil diese „das Ziel des ausnahmslosen Verbots von Schwangerschaftsabbrüchen“ verfolgen. Sie „sind der Auffassung, dass die Ziele des ‚Bundesverbands Lebensrecht’ zutiefst undemokratisch sind.“

Hinter dem Protestschreiben steht offenbar die Auffassung, es gebe ein Recht auf Abtreibung, das der BVL den Frauen streitig machen will. Abtreibung sei „für viele Frauen eine medizinische und soziale Notwendigkeit“, heißt es wörtlich. Ungewollte Schwangerschaften seien trotz Sexualaufklärung und Verhütung nie vollständig auszuschließen. Nach Ansicht der Verfasser des Briefes müssten Frauen das Recht haben, eine Schwangerschaft nach eigenem Gutdünken zu beenden. „Ein ‚Gebärzwang’ würde fundamentalen Menschenrechten auf sexuelle und reproduktive Gesundheit widersprechen“, ist in dem Schreiben zu lesen. Daher fordern die Unterzeichner die Streichung des § 218 aus dem deutschen Strafgesetzbuch. „Mit einer strafgesetzlichen Bedrohung ist das Menschenrecht auf Selbstbestimmung unmöglich.“


Für die Unterzeichner stehen „fundamentale Menschenrechte auf sexuelle und reproduktive Gesundheit“ und das „Menschenrecht auf Selbstbestimmung“ bereits geborener Menschen anscheinend über dem Grundrecht der Ungeborenen auf Leben. Die Unterzeichner werfen dem BVL eine „Idealisierung des Ungeborenen“ vor, womit sich „Konservative“ als „Lebensschützer inszenieren“ würden, ohne tatsächliche Lösungsansätze für soziale Probleme bieten zu müssen. Anscheinend ist den Unterzeichnern das vielfältige Angebot der im BVL organisierten Gruppen für schwangere Frauen in Not nicht bekannt. Bemerkenswert ist die Bezeichnung „das Ungeborene“ für Kinder im Mutterleib. Embryonen werden auf diese Weise sprachlich zu einem unpersönlichen Etwas gemacht, über das willkürlich verfügt werden kann.

Gegen Ende des Briefes werden die Vertreter der CDU/CSU dazu aufgefordert, „unmissverständlich für das Grundgesetz der BRD einzutreten“ anstellte „tendenziell fundamentalistische Gruppen zu unterstützen“. Hier wird offenbar versucht, die im BVL organisierten Lebensschützer als außerhalb des Grundgesetzes stehend zu definieren. Als wesentliche Punkte des Grundgesetzes werden von den Unterzeichnern die Gleichberechtigung von Mann und Frau (Artikel 3), das Recht von Frauen auf freie Entfaltung ihrer Persönlichkeit (Artikel 2) und die Unantastbarkeit ihrer Würde (Artikel 1) herausgegriffen. Offenbar sehen sie diese durch die Tätigkeit des BVL in Gefahr. Auf das Recht Ungeborener auf Gleichberechtigung, freie Entfaltung der Persönlichkeit und ihre unantastbare Würde wird allerdings nicht eingegangen.

Weiters werfen die Unterzeichner Abtreibungsgegnern vor, diese würden „Frauen vor Kliniken, an Schulen und im Internet mit wissentlich falschen Informationen über Schwangerschaftsverlauf, Entwicklung des Embryos und gesundheitliche Risiken“ einschüchtern. Der Vorwurf wird allerdings nicht konkretisiert, sondern behauptet, dadurch würde „das Stigma des Abbruchs in der Allgemeinheit“ erhöht und der Zugang zu Abtreibungsmöglichkeiten erschwert. Die Unterzeichner werfen den Abtreibungsgegnern in diesem Zusammenhang vor, „religiöse Demagogie wissenschaftlichen und sozialen Fakten“ vorzuziehen. Dies dürfe von der Politik nicht unterstützt werden. Tatsache ist allerdings, dass Lebensschützer selten religiös argumentieren, da dies nur bei einem ebenfalls religiösen Gesprächspartner sinnvoll wäre. Meistens werden Ergebnisse der Biologie und Psychologie herangezogen.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Abtreibung

  1. GRÜN-Politikerin möchte das Töten von zwölf ungeborenen Kindern finanzieren
  2. ‚Marsch fürs Läbe‘: Organisatoren beharren auf Kundgebung in der Zürcher Innenstadt
  3. Knappe Mehrheit der US-Amerikaner für Abtreibung nur in wenigen Ausnahmen
  4. Erbprinz Alois von Liechtenstein kündigt Veto gegen mögliche Fristenregelung an
  5. Gallup Umfrage: Mehr Amerikaner sehen Abtreibungen als moralisch nicht akzeptabel
  6. Abtreibung mit Holocaust verglichen? Geistlicher vom Religionsunterricht freigestellt
  7. Pensionierter Pastor in Nordirland nach Predigt in Schutzzone um Abtreibungsklinik verurteilt
  8. Fluglinie zahlt Stewardess fast eine Million Dollar nach Kündigung wegen pro-life-Ansichten
  9. Weniger Zeit zum Nachdenken, höherer Druck – was die Abtreibungszahlen aussagen
  10. ALfA: Antrag zur „Versorgung bei Schwangerschaftsabbrüchen“ verfehlt wirkliche Hilfe für Frauen






Top-15

meist-gelesen

  1. Vatikan exkommuniziert sechs Bischöfe der Piusbruderschaft!
  2. Der Vatikan ordnet das Rückkehr-Prozedere für Menschen, die die Piusbruderschaft verlassen wollen
  3. Écône, zum Zweiten
  4. „Alten und neuen Ritus bestehen lassen. Latein verbieten? Das spielt Rebellen in die Hände“
  5. „Die Behauptung, Rom gehe hart gegen Rechte vor, nicht aber gegen Linke, ist schlichtweg falsch“
  6. Papst an Piusbrüder: 'Kehren Sie um!
  7. Bevorstehende „illegale Bischofsweihen für die Piusbruderschaft“ „ein schwerer schismatischer Akt“
  8. Haben Sie das Apostolische Mandat? – „Nein. Sie wussten, dass sie es nicht hatten“
  9. Ein besonderer Tag für ‚unseren‘ Pfarrsekretär
  10. Deutsche Medien schweigen zum Bericht über Vergewaltigungsbanden in Großbritannien
  11. Ehemalige Äbtissin wehrt sich gerichtlich gegen Rauswurf
  12. Freimaurerei „mit einem vollständigen Bekenntnis zum katholischen Glauben unvereinbar“
  13. "Ohne Einheit mit dem Papst keine volle Gemeinschaft mit der Kirche"
  14. Vatikan hofft weiterhin auf Dialog mit der Piusbruderschaft
  15. Taylor Marshall zu FSSPX: Diese liturgische Neuerung ist eindeutig ‚nicht traditionell‘

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz