10 Oktober 2010, 11:20
Bischofssynode für den Nahen Osten
 
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Am heutigen Sonntag beginnt die Sonderversammlung des Bischofssynode für den Nahen Osten. Die Lage der Christen im Nahen Osten zwischen Geopolitik und Pastoral. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) Mit einem feierlichen Gottesdienst im Petersdom begann am heutigen Sonntag die Sonderversammlung der Bischofssynode für den Nahen Osten. Bis zum 24. Oktober tagen die Vertreter von sechs Ostkirchen, um zusammen mit dem Papst über den künftigen Weg der Christen im Nahen Osten zu beraten.

Die Christenverfolgungen im Irak und in anderen Ländern des Nahen Ostens, die Gefahr eines Exodus der Christen aus den Ursprungsländern des Christentums, aber auch der Zufluss von christlichen Fremdarbeitern aus Indien, den Philippinen und anderen Ländern des Fernen Ostens stehen auf dem Programm der Arbeiten der 185 Synodenväter. Auch Beratungen zu den Beziehungen mit der muslimischen Mehrheit der Bevölkerung, zum Problem der radikalen islamistischen Gruppen, zum oft komplizierten Verhältnis mit Israel sowie zum schwierigen Zusammenleben der unterschiedlichen christlichen Familien werden die Teilnehmer an der Synode beschäftigen.

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Jenseits der großen geopolitischen Themen sowie deren Einflüsse auf das Leben der Christen im Nahen Osten ist das Ziel der Synode vor allem in einem pastoralen Kontext angesiedelt und steht vor kirchlichen Zielsetzungen für die Zukunft. Ebenso wird aus der Synode einen Appell an die internationale Gemeinschaft hervorgehen, um dabei behilflich zu sein, dass die Völker des Nahen Ostens endlich den Weg des Friedens und der Versöhnung einschlagen können, in Achtung der Rechte und Pflichten eines jeden.

Ein besonderer Akzent wird auf die Problematik des Rechtes auf Religions- und Gewissensfreiheit gesetzt werden, die es verhindern könnte, dass sich die Emigration der christlichen Bevölkerungen fortsetzt.

Zum ersten Mal in der Geschichte ist Arabisch neben Französisch, Englisch und Italienisch offizielle Sprache der Synodenversammlung. Die Synode ist mit einer Dauer von rund 14 Tagen die kürzeste Versammlung der Bischöfe der katholischen Kirche. Die Kürze ist in erster Linie durch die von Papst Benedikt XVI. gewollte Reform der Struktur des Ablaufs der Synode bedingt, um einen zügigen Ablauf der Arbeiten zu ermöglichen.

An den Arbeiten der Synode werden auch Vertreter von 13 orthodoxen Kirchen teilnehmen. Die orthodoxen Kirchen haben einen wesentlichen Beitrag auch im Rahmen der Vorbereitungsarbeiten der Bischofssynode geleistet. Für den 13. und 14. Oktober sind die Wortmeldungen der geladenen Vertreter des Islams und des Judentums geplant. Für das Judentum wird Rabbiner David Rosen das Wort ergreifen. Rosen ist der Direktor der Abteilung für die interreligiösen Angelegenheiten des „American Jewish Committee“ und des „Heilbrunn Institute for International Interreligious Understanding.“

Am 14. Oktober werden zwei Vertreter des Islam das Wort an die Bischofssynode richten: der Sunnit Muhammad al-Sammak, politischer Berater des Großmufti des Libanon, und der schiitische Ayatollah Seyed Mostafa Mohaghegh Ahmadabadi, Professor an der Fakultät für Jurisprudenz an der „Shahid Beheshti University“ (Teheran) und Mitglied der iranischen Akademie der Wissenschaften.

Von den 185 Synodenvätern gehören 140 zur orientalischen Tradition und 45 zu lateinischen. Sechs orientalische katholische Kirchen sind vertreten: die äthiopische, griechische, rumänische, syro-malankarische und ukrainische. Darüber hinaus nehmen 14 leitende Mitglieder der Römischen Kurie teil. Die Zahl der Teilnehmer beläuft sich insgesamt (Synodenväter, Experten, Uditoren) auf 330.





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