Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Nach Berliner Stromausfall: „Herr Erzbischof Koch, wir warten auf Ihre Stellungnahme“
  2. Rechtsanwalt Steinhöfel: Maduro war ohne legales Amt, hatte keine völkerrechtliche Immunität mehr
  3. „Sehr brüderliche Atmosphäre, die meisten waren von Dringlichkeit der Neuevangelisierung überzeugt“
  4. Katholik kritisiert „Schleimjesus“-Fernsehgottesdient mit direktem Brief an verantwortlichen Pfarrer
  5. Santo Subito: Historiker Hesemann plädiert für schnelle Seligsprechung Benedikts XVI.
  6. Unter den kroatischen Katholiken wächst Grundsatzkritik
  7. Menschenrecht auf Abtreibung?
  8. So fühlt sich Nachhausekommen an
  9. Der Weihnachtsglaube - Sand oder Fels
  10. Der Stern stört Jerusalem. Epiphanie und die Ruhe der Gewöhnten
  11. These: Die Wahrheit steht über der nachdrücklichen Forderung nach Einheit
  12. Kardinäle votieren für Themen in der Linie von Papst Franziskus
  13. Gegen Agenden und Aktivismus: das Kardinalskollegium hält inne
  14. „Die Ursache der Kirchenkrise und ihre Überwindung“
  15. Bischöfliche Spökenkiekerei zum Jahreswechsel

Antiklerikale Stimmung erinnert an das vorrevolutionäre Frankreich

3. April 2010 in Chronik, 17 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Bekannte katholische Journalistin Elizabeth Lev (Zenit, Inside the Vatican) kritisiert Medien: "Um die moralische Stimme der Kirche zum Verstummen zu bringen, hat man ihre Seelsorger diskreditiert."


USA (kath.net)
Eine amerikanische Publizistin hat in der Zeitschrift „Politics Daily“ ihre Kritik gegenüber den Medien geäußert, die sich in Folge der Skandale sexuellen Missbrauchs anstatt einer objektiven Berichterstattung eine sehr „selektive“ Wahrnehmung angeeignet haben und sich generell „anzüglich“ über katholische Geistliche äußern. Elizabeth Lev, die von Rom aus regelmäßig ihre Kolumnen zu kulturellen und kirchlichen Themen für die internationale Nachrichtenagentur Zenit und für die amerikanischen Magazine „Inside the Vatican“ und „First Things“ schreibt, erklärt, dass die derzeitige antiklerikale Stimmung in den Medien an das vorrevolutionäre Frankreich des 18. Jahrhunderts erinnert.

„Während niemand abstreitet, dass eine kleine Minderheit von Priestern durch ihre bösen Taten viel Unheil angerichtet haben, hat man ihr Fehlverhalten dazu missbraucht, um den guten Ruf einer überwiegenden Mehrheit von Geistlichen, die ihre Arbeit in den Pfarreien ohne viel Lärm und auf eine vorbildliche Weise verrichten, zu schädigen,“ schreibt Lev in der amerikanischen Zeitschrift „Politics Daily“. Es werde dadurch ein ganzer Berufstand pauschal diskreditiert. Elizabeth Lev ist Tochter der bekannten amerikanischen Harvard Professorin für internationales Recht und ehemaligen Botschafterin am Heiligen Stuhl, Mary Ann Glendon.


Lev sieht in der derzeitigen Haltung der Medien gegenüber der katholischen Kirche Parallelen zu den „anhaltenden feindlichen Attacken“, denen die katholischen Geistlichen sich vor der französischen Revolution ausgesetzt sahen, nachdem 1789 die Autorität des französischen Königs geschwächt war. Auch damals seien isolierte Einzelfälle von Priestern, die ein unmoralisches Leben führten, aufgebläht worden, um damit den Anschein zu verleihen, dass sich dieses Problem endemisch verbreitet habe und den gesamten Priesterstand betreffe. Ironischerweise sei das in einer Zeit passiert, in der der sexuelle Liberalismus weit verbreitet war. „Die französischen Propagandisten arbeiteten damals Tag und Nacht, um aus der Vergangenheit alte Skandale hervor zu holen, egal ob sie Jahrzehnte oder Jahrhunderte zurücklagen,“ erklärt Lev und zitiert den Politiker und Schriftsteller Edmund Burke, der 1790 die französischen Geistlichen als „eine Art von Monster“ beschreibt, die von Habgier, Faulheit und Betrug geprägt waren. Diese Überzeugung brachte Burke zum Ausdruck in einer Zeit, als die französischen Revolutionäre dabei waren, Kirchenland auf massive Weise zu konfiszieren.

Lev wirft den Medien vor, über den sexuellen Missbrauch zu berichten, als ob dieses Verbrechen rein auf die katholische Kleriker begrenzt sei. „Es braucht keinen politischen Scharfsinn eines Edmund Burke, um sich zu wundern, warum die katholische Kirche für solch eine Handhabung ausgesondert wurde.“ In ihrem Artikel schreibt Lev, dass in den Vereinigten Staaten rund 39 Millionen Kinder Opfer des sexuellen Missbrauchs sind. Zwischen 40 und 60 Prozent davon würden durch ein Familienmitglied missbraucht, fünf Prozent würden durch einen Lehrer belästigt und weniger als zwei Prozent durch katholische Priester.

Hinter diesen Angriffen auf katholische Priester vermutet die Publizistin den Versuch, „die Glaubwürdigkeit einer mächtigen moralischen Stimme im öffentlichen Diskurs zu zerstören.“
„Um die moralische Stimme der Kirche zum Verstummen zu bringen, hat man ihre Seelsorger diskreditiert.“

Burke habe diese antiklerikale Kampagne als eine Vorbereitung für die „völligen Abschaffung“ des Christentums betrachtet, indem er die Priester einer „universellen Verachtung“ zuführte. Lev erinnert an hunderte von Priestern, die damals während der französischen Revolution mit der Guillotine bestraft wurden. „Man kann nur hoffen, dass die Amerikaner zur Besinnung kommen und die Richtung ändern, bevor wir diesen Punkt erreichen,“ beschließt Lev ihren Artikel.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Medien

  1. Wenn das 'Drehbuch' schon vorher feststeht
  2. Gebetshaus Augsburg reagiert mit Stellungnahme auf ARD-Doku „Die hippen Missionare“
  3. Kardinal Müller: „Von Anfang an ist Radio Maryja zu einer Stimme in dieser modernen Wüste geworden“
  4. „Ich wünsche mir gebildete Laien!“ – Newman hätte Martin Lohmann als Beispiel genommen
  5. "Hassprediger und Hofnarr"
  6. Die BBC hatte eine Trump-Rede gezielt frisiert, so dass sie zum angeblichen Gewaltaufruf wurde
  7. Skandal: ZDF bestätigt, dass langjähriger palästinischer Mitarbeiter der Hamas angehörte
  8. WELT-Reporter Bojanowski: Die Welt ist viel besser, als behauptet wird
  9. Aktuelle Daten zeigen: Keine Übersterblichkeit in Europa während der Hitzewelle
  10. NDR-Format ‚Zapp‘ erklärt konservatives Denken mit Gehirnanomalie und geringer Bildung






Top-15

meist-gelesen

  1. Weihnachtsspende für kath.net - Wir brauchen JETZT Ihre HILFE!
  2. ISLAND-REISE - SOMMER 2026 - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  3. „Die Ursache der Kirchenkrise und ihre Überwindung“
  4. "Beten wir gemeinsam für die kommende Welle!"
  5. Unter den kroatischen Katholiken wächst Grundsatzkritik
  6. Überlebende der Brandkatastrophe in Crans-Montana: „Möchte Gott danken, dass er mich gerettet hat“
  7. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  8. Nach Berliner Stromausfall: „Herr Erzbischof Koch, wir warten auf Ihre Stellungnahme“
  9. Katholik kritisiert „Schleimjesus“-Fernsehgottesdient mit direktem Brief an verantwortlichen Pfarrer
  10. Kardinäle votieren für Themen in der Linie von Papst Franziskus
  11. "Der Herr ist wirklich in diesen Gestalten von Brot und Wein gegenwärtig"
  12. „Sehr brüderliche Atmosphäre, die meisten waren von Dringlichkeit der Neuevangelisierung überzeugt“
  13. Santo Subito: Historiker Hesemann plädiert für schnelle Seligsprechung Benedikts XVI.
  14. Ein Frühstück für den Verleugner
  15. Rechtsanwalt Steinhöfel: Maduro war ohne legales Amt, hatte keine völkerrechtliche Immunität mehr

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz