Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Nach fast drei Wochen bricht die Diözese Rottenburg-Stuttgart das Schweigen
  2. US-Katholiken mehrheitlich für die Todesstrafe
  3. Vertrauliche Vorlagen des vatikanischen Konsistoriums sind aufgetaucht
  4. „Mir sind konkrete Reaktionen von Kindern bekannt, die diese Darstellung als verstörend empfanden“
  5. „Ich kann die Kommunion nicht empfangen. Ist es trotzdem sinnvoll, zur Messe zu gehen?“
  6. Hongkongs Kardinal Zen äußerte beim Konstistorium Grundsatzkritik an der letzten Bischofssynode
  7. Viel Bla-Bla zum Neuen Jahr!
  8. Santo subito? - Vatikan untersucht mögliches Wunder durch Benedikt XVI.!
  9. Brigitte Bardot bedauerte den Verlust des Geheimnisvollen in der Neuen Messe
  10. Wann enden die perspektivlosen Strukturdebatten?
  11. Papst Leo wird die Gründonnerstags-Fußwaschung wieder im Lateran vollziehen
  12. Papst Leo XIV. bestärkt Bischof Voderholzer auf dem Weg der Neuevangelisierung
  13. BILD-Chefin Marion Horn fordert jetzt: Daniel Günther muss das zurücknehmen oder zurücktreten
  14. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther von der CDU immer mehr unter Druck
  15. Iran: Mindestens 12.000 Tote bei Protesten gegen das Regime

Wann feiern Christen Weihnachten?

4. Jänner 2010 in Weltkirche, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Eine umfasssende Analyse von P. Sebastian Hacker OSB / Universität Wien


Wien (kath.net)
Katholiken, Orthodoxe, Orientalisch-Orthodoxe und Christen der reformatorischen Tradition feiern dasselbe Fest aber zum Teil an unterschiedlichen Terminen. Aufhellung in dieser unübersichtlichen Frage bietet ein Überblick, zusammengestellt am Institut für Theologie und Geschichte des Christlichen Ostens in Wien.

Ein kirchlicher und ein weltlicher Kalender

Das Fest der Geburt unseres Herrn Jesus Christus wird in allen Kirchen außer der armenischen am 25.12. begangen.

Dabei müssen wir zwischen dem „kirchlichen Kalender" und dem „weltlichen Kalender" unterscheiden. Der kirchliche Kalender sieht den 25.12. als Festtag von Weihnachten vor. Das tatsächliche Datum der Feier im heute international gebräuchlichen Kalender hängt aber davon ab, ob sich die jeweilige Kirche dem international allgemein gültigen, gregorianische Kalender angeschlossen hat oder nicht.

Im Folgenden wird der heute international gültige Kalender als "weltlicher Kalender" bezeichnet. In fast allen Kirchen stimmt der kirchliche mit dem weltlichen Kalender überein. Ausnahmen sind u.a. die Russische und Serbische Orthodoxe Kirche.

Der julianische und der gregorianische Kalender

Auf welchen Tag fällt nun der "25.12.", der Weihnachtstag, im international gültigen Kalender?

Die Katholische Kirche und die Kirchen, die aus der Reformation hervorgegangen sind, feiern Weihnachten am 25. 12., der für sie im kirchlichen und weltlichen Kalender zusammenfällt. Ausnahmen gibt es nur im Bereich der katholischen Ostkirchen, wie z. B. die Ukrainische Griechisch-Katholische Kirche, die ihre kirchlichen Festtage nach einem anderen Kalender festlegt, so wie er in ihrem kulturellen Umfeld üblich ist.

Auch die meisten orthodoxen Kirchen richten sich nach der zeitgenössischen Systematik des Kalenders.

Nur vier orthodoxe Landeskirchen bestimmen ihren derzeitig aktuellen Kalendertag des "25.12." anders: Die Serbische, die Russische, die Georgische und die Griechische Orthodoxe Kirche von Jerusalem feiern Weihnachten nach dem julianischen Kalender (1). Dieser Kalender wurde 46 v. Chr. für das Römische Reich unter Julius Caesar eingeführt. So wurde er auch der Kalender der ersten Christen. Er ersetzte den frührömischen Republikanischen Kalender, bestimmte den Jahresbeginn mit 1.01. und führte Schaltjahre im Vier-Jahres-Abstand ein. Da er das Kalenderjahr länger als das Sonnejahr berechnet, entsteht eine Ungenauigkeit, die erst durch den späteren, gregorianischen Kalender korrigiert werden sollte.


Papst Gregor XIII. ließ 1582 nach dem aktuellen Stand der astronomischen Wissenschaft eine Kalenderreform durchführen. Daraus entstand der später sog. „Gregorianische Kalender" (2). Er setzte sich zuerst in den katholisch geprägten Ländern durch. Im 18. Jh. wurde er auch in den Ländern mit protestantischer Mehrheit übernommen. Spätestens im 20. Jh. führten die meisten orthodox geprägten Staaten den gregorianischen Kalender ein. Für die Kalenderreform zog Papst Gregor u.a. die heliozentrisch ausgerichteten Berechnungen des polnischen Domherrn und Astronomen Kopernikus heran. Durch eine geänderte Berechnung der Schaltjahre korrigierte man die Ungenauigkeit des bisher verwendeten, julianischen Kalenders. Die Umstellung erfolgte vom 4. auf den 15.10.1582. Ein interessantes Detail: Der 4.10. ist auch der Todestag der Hl. Theresa von Avila, der durch die Kalenderreform eine „Länge von 10 Tagen" hatte.

Die zwei für das Christentum relevanten Kalender - der julianische und der gregorianische - unterscheiden sich mittlerweile schon um 13 Tage. Aus diesem Grund kommt es zu einer Verschiebung des Weihnachtsfestes im „weltlichen" Kalender, obwohl alle Kirchen damit den "25.12." meinen. In der Orthodoxie wird der julianische Kalender auch „Alter Stil", der gregorianische „Neuer Stil" genannt.

Übersicht über den aktuellen Weihnachtstermin der einzelnen Kirchen im international gültigen Kalender

Die konfessionelle Unterscheidung der Kirchen beruht auf Trennungen aufgrund von Konzilien der Kirchengeschichte. So unterscheidet man heute im Christentum meist vier konfessionelle Gruppen:

- Katholische Kirche

- Kirche des Ostens (vor-ephesinisch)

- orientalisch-orthodoxe Kirchen (vor-chalcedonensisch)

- Orthodoxe Kirchen

- Kirchen der Reformation

Innerhalb dieser konfessionellen Gruppen gibt es unterschiedliche Traditionen der Berechnung des Weihnachtsdatums:

am 25.12. nach dem international gültigen, weltlichen Kalender feiern:

Katholische Kirche

Kirche des Ostens (vor-ephesinisch):

Heilige Apostolische und Katholische Assyrische Kirche des Ostens

von den Orthodoxe Kirchen:

das Ökumenische Patriarchat von Konstantinopel - Ehrenvorsitz

das Patriarchat von Alexandrien

das Patriarchat von Antiochien

das Patriarchat von Bukarest (Rumänische Orthodoxe Kirche)

das Patriarchat von Sofia (Bulgarische Orthodoxe Kirche)

die Kirche von Zypern

die Kirche von Griechenland

die Kirche von Polen

die Kirche von Albanien

die Kirche von Tschechien und der Slowakei

die Kirche von Finnland


von den Orientalisch-Orthodoxen Kirchen:

Syrische Orthodoxe Malankar-Kirche in Indien

Kirchen der Reformation

am 7.1. nach dem international gültigen, weltlichen Kalender feiern:

von den Orthodoxen Kirchen:

Patriarchat von Moskau (Russische Orthodoxe Kirche)

Patriarchat von Belgrad (Serbische Orthodoxe Kirche)

Patriarchat von Jerusalem (Griechische Orthodoxe Kirche von Jerusalem)

Patriarchat von Georgien (Georgische Orthodoxe Kirche)

Sinaikloster

von den Orientalisch-Orthodoxen Kirchen:

westsyrische Kirche (Syrisch-Orthodoxe Kirche

Koptisches Orthodoxes Patriarchat von Alexandrien

Äthiopische Orthodoxe Kirche

Orthodoxe Kirche von Eritrea

Syrisches Orthodoxes Patriarchat von Antiochien

am 6.1. nach dem international gültigen, weltlichen Kalender:

von den Orientalisch-Orthodoxen Kirchen:

Armenisch-Apostolische Orthodoxe Kirche

am 19.1. nach dem international gültigen, weltlichen Kalender:

Armenisches Patriarchat von Jerusalem (nach dem Alten Stil: 6.1. plus 13 Tage)

Aus der östlichen Tradition feiern nur die Armenier Geburt und Taufe des Herrn am selben Tag am 6.01. (5.01. „Heiliger Abend"). Sie verwenden (außer in Jerusalem) den gregorianischen Kalender.

Wie entstand dieser abweichende Festtermin? Im Gegensatz zu gnostischen Gruppen vertritt die Kirche die Menschwerdung Christi und nicht eine Herabkunft des Gottessohnes erst zur Taufe im Jordan. Um diese Glaubenswahrheit zu unterstreichen, werden Taufe des Herrn und Geburt Christi an einem Tag gefeiert. Erst die Einführung des Weihnachtsfestes in der Kirche des Römischen Reiches am 25.12. hat die beiden Feste zeitlich getrennt. Die Armenische Kirche befand sich zu jener Zeit außerhalb des Reiches und vollzog diese Trennung deshalb nicht mit. So feiern die anderen Kirchen heute mehrere Feste, die innerlich zusammenhängen, aber terminlich getrennt sind: Weihnachten, Epiphanie als Anbetung der Sterndeuter und die Taufe des Herrn.

Epiphanie (Erscheinung des Herrn) wird in der Katholischen Kirche am 6.01. begangen und hat zum Festinhalt die Ankunft der Sterndeuter in Betlehem und die Anbetung Jesu Christi, des Friedenskönigs. Das entsprechende Evangelium (Mt 2) wird in der Liturgie verkündet. Der darauffolgende Sonntag ist das Fest der Taufe des Herrn.

In den orthodoxen Kirchen hingegen stehen zu Epiphanie (ebenso am 6.01.) nicht die Anbetung durch die Sterndeuter aus dem Osten, sondern die Taufe des Herrn und die Wasserweihe im Mittelpunkt des Festes. Wie schon in den vergangenen Jahren hat der griechische Metropolit Michael Staikos auch in diesem Jahr in Wien die feierliche Wasserweihe am Donaukanal vollzogen.

In der Russischen Orthodoxen Kirche, die sich kirchlicherseits an den julianischen Kalender hält, wird dieses Fest 13 Tage später (nach dem weltlichen Kalender), also am 19.01. gefeiert. Epiphanie bzw. Taufe des Herrn ist ebenfalls mit dem Segnen von Quellen, Flüssen und Seen verbunden, in denen Gläubige trotz eisiger Temperaturen untertauchen und sich betend bekreuzigen.

(1) Meyers Lexikon online http://lexikon.meyers.de/wissen/julianischer+Kalender - Stand: 30.12.2009

(2) Meyers Lexikon online http://lexikon.meyers.de/wissen/gregorianischer+Kalender - Stand: 30.12.2009


Bildquelle 1 (russische Weihnachtsikone), 2 (Weihnachtskrippe Maria am Gestade, Wien), 3 armenische Weihnachtsdarstellung, 4 Anbetung der Sterndeuter, 5 russische Ikone der Taufe des Herrn, 6 Wasserweihe in Russland am Fest der Taufe des Herrn



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Weihnachten

  1. „Das Wort ist Fleisch geworden – Dieser Satz ist Abgrund und Gipfel zugleich“
  2. „Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt“
  3. Das Epiphanie-Fest – Erscheinung Gottes in der Zeit
  4. Fest der Heiligen Familie – „Gott wohnt unter uns – und geht mit uns“
  5. „Driving home for Christmas“ – Nun ist Chris Rea auf dem Weg in seine ewige Heimat
  6. ‚Urbi et Orbi‘ 2025: Weihnachten - Geburt des Friedens
  7. Der Friede begann zu weinen. Weihnachten - die Gegenwart Gottes im verletzlichen Fleisch
  8. Wenn Gott Mensch wird. Die angebrochene Morgenröte des neuen Tages
  9. Stille Nacht, Heilige Nacht
  10. Gottesgeburt in der Seele






Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Nach fast drei Wochen bricht die Diözese Rottenburg-Stuttgart das Schweigen
  3. Viel Bla-Bla zum Neuen Jahr!
  4. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  5. Vertrauliche Vorlagen des vatikanischen Konsistoriums sind aufgetaucht
  6. Hongkongs Kardinal Zen äußerte beim Konstistorium Grundsatzkritik an der letzten Bischofssynode
  7. „Mir sind konkrete Reaktionen von Kindern bekannt, die diese Darstellung als verstörend empfanden“
  8. Santo subito? - Vatikan untersucht mögliches Wunder durch Benedikt XVI.!
  9. „Ich kann die Kommunion nicht empfangen. Ist es trotzdem sinnvoll, zur Messe zu gehen?“
  10. 'Exportweltmeister in Moral, ansonsten Beobachter an der Seitenlinie. Beschämend'
  11. MEHR hippe Missionare in Augsburg
  12. BILD-Chefin Marion Horn fordert jetzt: Daniel Günther muss das zurücknehmen oder zurücktreten
  13. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  14. Brigitte Bardot bedauerte den Verlust des Geheimnisvollen in der Neuen Messe
  15. Wann enden die perspektivlosen Strukturdebatten?

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz