Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Brasilianischer Erzbischof droht Teilnehmern an der Alten Messe Exkommunikation an
  2. Österreich: Liturgische Kommission wirbt für Kommunion in beiderlei Gestalt
  3. Ist die Zeit der Barmherzigkeit bald vorbei? Stehen wir kurz vor der Zeit des Gerichts?
  4. Möge die Versöhnung der Kirche in Deutschland gelingen
  5. "Alle Iraner feiern. Die schlimmsten Menschen der Welt weinen"
  6. Um Gottes willen: „die Waffen nieder“ – Kardinal Brandmüllers Ruf zur liturgischen Vernunft
  7. Ab Juli müssen Besucher Eintritt für den Kölner Dom bezahlen
  8. Toni Faber und der Zölibat - Beschwerdewelle gegen Wiener Dompfarrer
  9. Ein Gott, der nichts mehr verlangt
  10. Der Apostolische Stuhl und die FSSPX: Wenn Extreme sich berühren
  11. „Gemeinnutz vor Eigennutz“: Bischof erntet Kritik für NS-Vergleich in Richtung AfD
  12. Papst antwortet auf Leserbrief eines Atheisten
  13. 'Ein Katholizismus ohne Beichte ist wie ein Krankenhaus ohne Medikamente'
  14. "Mit Hitler hat es keinen vernünftigen, authentischen und verantwortungsvollen Dialog gegeben!"
  15. Kärntner Ordinaritaskanzler: Rechthaberei in der Kirche überwinden

Wie Erwachsene zum christlichen Glauben finden

20. Oktober 2009 in Chronik, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Forscher untersuchen Gründe für Hinwendung zu Gott - Die Kirchen haben gute Chancen, mit ihren Angeboten auch Menschen in der Lebensmitte zum Glauben an Jesus Christus zu führen


Stuttgart (kath.net/idea)
Die Kirchen haben gute Chancen, mit ihren Angeboten auch Menschen in der Lebensmitte zum Glauben an Jesus Christus zu führen. Das geht aus einer Untersuchung des Instituts zur Erforschung von Evangelisation und Gemeindeentwicklung der Theologischen Fakultät der Universität in Greifswald hervor, die am 19. Oktober in Stuttgart vorgestellt wurde. Für die Studie „Wie finden Erwachsene zum Glauben?“ hatte das Forscherteam unter Leitung von Prof. Michael Herbst 462 Männer und Frauen in den Landeskirchen Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Mecklenburg, Rheinland, Sachsen und Württemberg befragt. Ausgewählt wurden Personen, die eine einschneidende Veränderung in ihrem Glauben erlebt haben, etwa eine neue Freude am Nachdenken über Gott oder eine persönliche Beziehung zu Jesus Christus. Die meisten bezeichneten sich als „ganz normale Kirchenmitglieder“ oder hatten vor ihrer Bekehrung keinen Kontakt zur Kirche. Etwa jeder zweite Befragte war zwischen 33 und 49 Jahren alt. Dass Menschen sich den Glauben nicht nur in früher Jugend oder im Alter aneignen, sondern in nennenswerter Anzahl auch in der Lebensmitte, sei für die Zukunft der Kirche wichtig, heißt es in der Studie. Aus soziologischer Perspektive sei die Kirchenzugehörigkeit stabiler, wenn sie durch eigene Wahl zustande kommt „und nicht einfach dadurch, dass man sich am sozialen Umfeld orientiert oder einfach das weiterführt, was in der Familie und Verwandtschaft üblich ist“.


„Missionarische Geduld“

Die Studie stellt ferner fest, dass nur wenige Befragte ein datierbares Erlebnis für ihre Glaubensentscheidung angeben könnten. Meist habe es mehrere Jahre gedauert, bis die Veränderung zu einem Bekenntnisakt führte, indem sie etwa bei einer Evangelisation ihr Ja zum Glauben öffentlich bekundeten, sich taufen ließen, am Abendmahl teilnahmen oder in der Gemeinde mitarbeiteten. „Wir brauchen offenbar missionarische Geduld“, sagte Herbst vor Journalisten.

Am Anfang stehen persönliche Kontakte

Als Hauptgrund, sich mit dem Glauben zu beschäftigen, nannten die meisten Befragten persönliche Kontakte zu Christen. In der Anfangsphase seien es häufig kirchlich engagierte Freunde oder ehrenamtliche Mitarbeiter. Als es um die Erörterung theologischer Fragen und möglicher Konsequenzen gegangen sei, seien Pfarrerinnen und Pfarrer wichtiger geworden. Auch Gottesdienste spielten eine wichtige Rollet. Glaubenskurse wurden von zwei Drittel der Befragten als bedeutsame Station auf ihrem Glaubensweg angesehen. Ferner nannten sie Erfahrungen mit dem Gebet. Dies müsse durch möglichst viele Angebote zum Gebet unterstützt werden, empfehlen die Forscher: „Gebt den Leuten Chancen, fromm zu sein, wenn niemand zusieht!“
Osten: Bekehrung als Lebenswende
Die Studie zeigt auch regionale Unterschiede: Während im Westen Deutschlands etwa die Hälfte der Befragten ihre geänderte Einstellung zum Glauben darauf zurückführte, dass sie neue Aspekte des Glaubens entdeckten, sind es im weitgehend entkirchlichten Osten nur ein Viertel bis ein Drittel. Dort habe fast die Hälfte die Hinwendung zum Glauben als Bruch mit dem bisherigen Leben empfunden. Eine solche Lebenswende sei im Westen nur bei höchstens 15 Prozent der Fall. Dies zeige, dass auch Menschen, die in einem nichtreligiösen Umfeld aufwuchsen, „nicht zwangsweise in Distanz zum Glauben bleiben müssen“, so Herbst.

Von missionarischen Bewegungen lernen

Nach Ansicht der Forscher können Landeskirchen von den Erfahrungen der pietistischen Gemeinschaftsverbände und missionarischen Bewegungen lernen. Auch wenn nur 23 Prozent der Befragten durch diese Gruppen zum Glauben kamen, sei dieser Anteil wesentlich größer, als es der innerkirchlichen Bedeutung dieser Bewegungen entspreche. Zum Forscherteam gehören außer Herbst der Theologe Johannes Zimmermann als Projektleiter, die für die Befragungen zuständige Sozialwissenschaftlerin Anna-Konstanze Schröder (beide Greifswald) sowie der württembergische Mitarbeiter des EKD-Zentrums „Mission in der Region“ und wissenschaftliche Berater des württembergischen Projekts „Wachsende Kirche“, Pfarrer Heinzpeter Hempelmann (Stuttgart).

Foto: (c) Paul Badde


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Glaube

  1. „Broken Mary“ - Papst segnet die außergewöhnliche Marienstatue „Unsere Mutter der Beschädigten“
  2. „Warum bin ich noch in der Kirche?“, fragte der Theologe Joseph Ratzinger bereits 1970
  3. Rekordjahr für Alpha-Glaubenskurse in Österreich
  4. Wird der katholische Kinohit „Sacré Cœur“ auch in deutscher Version kommen?
  5. Pater Dominikus Kraschl OFM: „Extra Christum nulla salus?“
  6. Ein Gott, der nichts mehr verlangt
  7. Entfremdung und Annäherung – Für einen Katholiken in Deutschland gibt es doch immer noch Rom
  8. Ich bin Staatsanwältin – und ich bete
  9. "Der Wind dreht sich. Es gibt immer mehr Menschen, die sich die Frage nach Gott stellen"
  10. US-Studie zeigt: Republikaner sind religiöser als Demokraten







Top-15

meist-gelesen

  1. kath.net ISLAND REISE im JULI 2026 - ANMELDUNG nur mehr bis 25. MÄRZ möglich!
  2. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Toni Faber und der Zölibat - Beschwerdewelle gegen Wiener Dompfarrer
  4. "Alle Iraner feiern. Die schlimmsten Menschen der Welt weinen"
  5. "Europa hat die Gefahr der islamischen Republik Iran noch immer nicht begriffen"
  6. "Mit Hitler hat es keinen vernünftigen, authentischen und verantwortungsvollen Dialog gegeben!"
  7. Um Gottes willen: „die Waffen nieder“ – Kardinal Brandmüllers Ruf zur liturgischen Vernunft
  8. Ist die Zeit der Barmherzigkeit bald vorbei? Stehen wir kurz vor der Zeit des Gerichts?
  9. Möge die Versöhnung der Kirche in Deutschland gelingen
  10. Brasilianischer Erzbischof droht Teilnehmern an der Alten Messe Exkommunikation an
  11. Der Apostolische Stuhl und die FSSPX: Wenn Extreme sich berühren
  12. Österreich: Liturgische Kommission wirbt für Kommunion in beiderlei Gestalt
  13. 'Ein Katholizismus ohne Beichte ist wie ein Krankenhaus ohne Medikamente'
  14. Ein Gott, der nichts mehr verlangt
  15. „Gemeinnutz vor Eigennutz“: Bischof erntet Kritik für NS-Vergleich in Richtung AfD

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz