06 Oktober 2009, 17:00
Römische Post für 'Wir-sind-Vatikanum-II-Aktivisten'
 
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Glaubenskongregation zu den selbsternannten Konzilsinterpreten von "Wir sind Kirche": Rede des Heiligen Vaters vom 22. Dezember 2005 stellt die hermeneutischen Prinzipien für eine korrekte Interpretation der Dokumente des II. Vatikanischen Konzils dar

Berlin-Rom (kath.net)
Bad News für die Organisation der selbsternannten Konzilsinterpreten „Vatican II“. Die in Deutschland gestartet „Wir-sind-Kirche“-Aktion, die das 2. Vatikanum für sehr eigennützige Zwecke vereinnahmen möchte, bekam jetzt von Rom eine entspreche Antwort auf die im Internet gestellten Forderungen. In dem von der Nuntiatur übermittelten Schreiben heißt es kurz und bündig: „Die Glaubenskongregation bestätigt den Empfang Ihrer beiden (oben genannten) Briefe. Die Rede des Heiligen Vaters an die Römische Kurie anlässlich der Überbringung der Weihnachtsglückwünsche (22. Dezember 2005) stellt die hermeneutischen Prinzipien für eine korrekte Interpretation der Dokumente des II. Vatikanischen Konzils dar.“ (Anmerk. d. Red., zu lesen unter: http://www.vatican.va/)

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Die Wir-sind-Kirche-Aktivisten sind über den Verweis auf die Rede des Heiligen Vaters wenig erfreut und meinen in einer Aussendung, dass es den Unterzeichnenden um die Erinnerung an die Verbindlichkeit zentraler Konzilsbeschlüsse gehe. Was die römisch-katholische Weltkirche wirklich von den Wir-sind-Kirchen-Thesen über das 2. Vatikanum hält, hat im übrigen auch vor kurzem Kardinal Tarcisio Bertone klar gestellt. Die Rede von Dokumenten, mit denen auf dem Weg der Verwirklichung des II. Vatikanischen Konzils der "Rückwärtsgang" eingelegt werden soll, gehöre in das Reich der Phantasie und sei "reine Erfindung", bekräftigt Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone SDB in einem Interview, das in der halboffiziellen Zeitung des Vatikans, des "Osservatore Romano", Ende August 2009 erschien.

Was eine wirkliche Rezeption des 2. Vatikanums für „Wir-sind-Kirche“-Aktivisten bedeuten würde, wurde im Februar 2009 im kath.net-Forum vom Poster „Alexius“ anschaulich dargestellt, Auszüge davon zur Dokumentation, weitere Beispiele unter: http://www.kathnews.com):


2. Wir fordern die volle Anerkennung der DOGMATISCHEN KONSTITUTION LUMEN GENTIUM ÜBER DIE KIRCHE. Als Beispiel sei dieses Zitat gegeben (Nr. 25): "Die Bischöfe, die in Gemeinschaft mit dem römischen Bischof lehren, sind von allen als Zeugen der göttlichen und katholischen Wahrheit zu verehren. Die Gläubigen aber müssen mit einem im Namen Christi vorgetragenen Spruch ihres Bischofs in Glaubens- und Sittensachen übereinkommen und ihm mit religiös gegründetem Gehorsam anhangen."

3. WIr fordern die volle Anerkennung der KONSTITUTION ÜBER DIE HEILIGE LITURGIE SACROSANCTUM CONCILIUM. Als Beispiel sei dieses Zitat gegeben (Nr. 7): "Um dieses große [Heils]werk voll zu verwirklichen, ist Christus seiner Kirche immerdar gegenwärtig, besonders in den liturgischen Handlungen. Gegenwärtig ist er im Opfer der Messe sowohl in der Person dessen, der den priesterlichen Dienst vollzieht - denn 'derselbe bringt das Opfer jetzt dar durch den Dienst der Priester, der
sich einst am Kreuz selbst dargebracht hat' (Konzil von Trient, Sess. XXII., 17. Sept. 1562, Doctr. De ss. Missæ sacrif., c. 2: Concilium Tridentinum. Ed. cit., Bd. VIII. Actorum pars V [Freiburg i. Br. 1919] 960) - wie vor allem unter den eucharistischen Gestalten."

4. Wir fordern die volle Anerkennung der PASTORALEN KONSTITUTION GAUDIUM ET SPES ÜBER DIE KIRCHE IN DER WELT VON HEUTE.
Als Beispiel sei dieses Zitat gegeben (Nr. 51): "Das Leben ist daher von der Empfängnis an mit höchster Sorgfalt zu schützen. Abtreibung und Tötung des Kindes sind verabscheuenswürdige Verbrechen. Die geschlechtliche Anlage des Menschen und seine menschliche Zeugungsfähigkeit überragen in wunderbarer Weise all das, was es Entsprechendes auf niedrigeren Stufen des Lebens gibt."

[..]

8. Wir fordern die volle Anerkennung des DEKRETES ÜBER DIE MISSIONSTÄTIGKEIT DER KIRCHE AD GENTES. Als Beispiel sei dieses Zitat gegeben (Nr. 7): "So ist es nötig, daß sich alle zu ihm, der durch die Verkündigung der Kirche erkannt wird, bekehren sowie ihm und seinem Leib, der Kirche, durch die Taufe eingegliedert werden. Christus selbst hat nämlich 'mit ausdrücklichen Worten die Notwendigkeit des
Glaubens und der Taufe betont (vgl. Mk 16,16; Joh 3,5) und damit zugleich die Notwendigkeit der Kirche, in die die Menschen durch die Taufe wie durch eine
Tür eintreten, bekräftigt. Darum könnten jene Menschen nicht gerettet werden, die um die katholische Kirche und ihre von Gott durch Christus gestiftete
Heilsnotwendigkeit wissen, in sie aber nicht eintreten oder in ihr nicht ausharren wollten' ( vgl. II. Vat. Konzil, Dogm. Konst. über die Kirche Lumen Gentium, Nr. 14: AAS 57 (1965) 18 )."

9. Wir fordern die volle Anerkennung des DEKRETES PRESBYTERORUM ORDINIS ÜBER DIENST UND LEBEN DER PRIESTER. Als Beispiel sei dieses Zitat gegeben (Nr. 2): "Durch den Dienst der Priester vollendet sich das geistige Opfer der Gläubigen in Einheit mit dem Opfer des einzigen Mittlers Christus, das sie mit ihren Händen im Namen der ganzen Kirche bei der Feier der Eucharistie auf unblutige und sakramentale Weise darbringen, bis der Herr selbst kommt (vgl. 1 Kor 11,26). Darauf zielt das Dienstamt der Priester, und darin findet es seine Vollendung. Denn ihr Dienst, der in der Verkündigung des Evangeliums seinen Anfang nimmt, schöpft seine ganze Kraft aus dem Opfer Christi."

10. Wir fordern die volle Anerkennung des DEKRETES APOSTOLICAM ACTUOSITATEM ÜBER DAS LAIENAPOSTOLAT. Als Beispiels sei dieses Zitat gegeben (Nr. 24): "Hinsichtlich der Werke und Einrichtungen der zeitlichen Ordnung ist es Aufgabe der kirchlichen Hierarchie, die in den zeitlichen Dingen zu befolgenden sittlichen Grundsätze zu lehren und authentisch zu interpretieren. Ihr steht das Recht zu, nach gehöriger Überlegung und unter Beziehung der Hilfe von Sachverständigen über die Übereinstimmung solcher Werke und Einrichtungen mit den sittlichen Grundsätzen zu urteilen und darüber zu bestimmen, was zur Wahrung und Förderung der Güter der übernatürlichen Ordnung erforderlich ist."

11. Wir fordern die volle Anerkennung des DEKRETES OPTATAM TOTIUS ÜBER DIE AUSBILDUNG DER PRIESTER.
Als Beispiel sei dieses Zitat gegeben ( Nr. 8 ): "Die Frömmigkeitsformen, die durch den ehrwürdigen Brauch der Kirche empfohlen sind, sollen eifrig gefördert werden; man muß aber dafür sorgen, daß die geistliche Ausbildung sich nicht in ihnen erschöpfe und nicht einseitig das religiöse Gefühl anspreche. Vielmehr sollen die Alumnen lernen, nach dem Vorbild des Evangeliums zu leben, in Glaube, Hoffnung und Liebe stark zu werden, damit sie in der Übung dieser Tugenden die Gesinnung des Betens erwerben (vgl. Johannes XXIII., Enz. Sacerdotii Nostri Primordia: AAS 51 [1959] 559f.), Festigkeit und Sicherheit in ihrem Beruf finden, die übrigen Tugenden zur Reife bringen und im Eifer, alle Menschen für Christus zu gewinnen, wachsen."


Diskussion im Forum über "Wir sind Kirche"



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