23 September 2009, 12:41
Theologie muss in einer tiefen Erfahrung des Glaubens gründen
 
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Die strenge Logik des Denkens von Anselm von Canterbury ist ganz darauf ausgerichtet, den Geist zur Betrachtung Gottes zu erheben, sagte der Papst bei der Generalaudienz - Beileid zu Minenunglück in Polen

Vatikan (kath.net) Bei seiner Generalaudienz im Vatikan hielt der Papst an diesem Mittwoch eine Katechese über den heiligen Anselm von Canterbury, dessen 900. Todestag dieses Jahr gefeiert wird. Benedikt nannte ihn „eine der herausragenden Gestalten des Mittelalters“. „Wie seine Lebensstationen deutlich machen, war der Mönch und Bischof Anselm ein europäischer Mensch: Er wurde um 1033 in Aosta in Norditalien geboren, wirkte dann als Lehrer und Abt im französischen Benediktinerkloster Bec und wurde schließlich Erzbischof von Canterbury in England, wo er am 21. April 1109 gestorben ist.

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Als Erzbischof trat Anselm in Treue zum Nachfolger Petri mutig für die Freiheit der Kirche gegenüber den weltlichen Herrschern ein. Das brachte ihn in Konflikt mit den englischen Königen, und er musste auch die bittere Erfahrung der Verbannung machen.“ Vor allem, so der Papst, sei Anselm „ein großer Theologe und Denker“ gewesen. „Er gilt als Vater der scholastischen Theologie und erhielt später den Ehrentitel „doctor magnificus“.

Die strenge Logik seines Denkens ist ganz darauf ausgerichtet, den Geist zur Betrachtung Gottes zu erheben. Zugleich muss die Theologie aber in einer tiefen Erfahrung des Glaubens gründen, die den Glauben als unentgeltliches Geschenk Gottes mit Demut annimmt und das Wort Gottes in das tägliche Leben hinein umsetzt. In einem Gebet bringt Anselm diese theologische Suche zum Ausdruck: „Herr, ich versuche nicht, in deine Höhe vorzudringen; meine Verstand kann dich ja auf keine Weise erreichen. Ich wünsche nur, einigermaßen deine Wahrheit zu begreifen, die mein Herz glaubt und liebt. Denn ich suche nicht zu begreifen, um zu glauben, sondern ich glaube, um zu begreifen“ (Proslogion, 1).

„Das Beispiel des heiligen Anselm ermutige uns, immer mehr eine tiefe Einheit mit Christus zu suchen“, sagte der Papst zu den Pilgern aus seiner deutschsprachigen Heimat – und erteilte allen seinen Apostolischen Segen.

Den Polen kondolierte Papst Benedikt nach dem schwersten Minenunglück seit Jahrzehnten: Mehr als zwanzig Bergleute haben bei einer Explosion in der Grube von Ruda Slaska den Tod gefunden. Im ganzen Land gibt es eine dreitägige Staatstrauer; der Papst sagte von Rom aus, er bete für die Toten und Verletzten zur göttlichen Barmherzigkeit. „Gott bewahre alle Arbeiter künftig vor Tragödien dieser Art!“

Ärger gab es übrigens am Rand der Generalaudienz, weil eine große Gruppe von Prämonstratensern, darunter ihr Generaloberer, nicht in die vatikanische Audienzhalle gelassen wurden. Begründung: Die Halle sei voll. Dabei war die Gruppe angemeldet – und wurde vom Papst, der den „Rauswurf“ offenbar nicht mitbekam, sogar ausdrücklich begrüßt. „Das war das letzte Mal, dass wir nach Rom kommen“, meinten einige enttäuschte Ordensmitglieder. Schon bei einer der letzten Generalaudienzen hatten die Neuverheirateten, denen eigentlich immer ein eigener Block in der Nähe des Papstes reserviert wird, keinen Zutritt zur Halle erhalten... und wurden dennoch von Benedikt XVI. gegrüßt.



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