08 Juni 2009, 16:44
Ein besorgniserregender Rückgang der Ehrfurcht in der Kirche
 
Hildegard13
 
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Francis Kardinal Arinze, der frühere Präfekt die Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, hält Grundsatzrede über die Eucharistie bei Radio-Maria-KathTube-Vortrag in Diözese Linz

Linz (kath.net)
Francis Kardinal Arinze, der frühere Präfekt die Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, hat am Sonntag in der Diözese Linz in der Pfarre Neumarkt über die Liturgie als Quelle und Höhepunkt des christlichen Lebens gesprochen und bei einem Radio Maria / KathTube – Vortrag von einem „besorgniserregenden Rückgang in der Ehrfurcht für die Eucharistie“ gesprochen. Der Kurienkardinal erklärte, dass das Opfer vom Kreuz und das eucharistische Opfer ein einziges Opfer sind. Arinze betont: „Bei der Heilige Messe vereinigt Christus die Kirche mit sich in der Darbringung dieses Opfers.“ Am Altar ist der „ganze Christus“ gegenwärtig.

Kath.Net dokumentiert exklusiv den Vortrag von Kardinal Francis Arinze im Wortlaut:

Im Opfer und im Sakrament der Heiligsten Eucharistie erweisen wir unserem Herrn Jesus Christus, Gott und Mensch, Verehrung, Ehrfurcht, Anbetung, Dankbarkeit und Liebe.

Allerdings nehmen viele traurig zur Kenntnis, dass in unserer Kirche, ein besorgniserregender Rückgang in der Ehrfurcht stattfindet. Der Grund dieser großen Betroffenheit liegt darin, dass das eucharistische Mysterium im katholischen Glauben und Leben einen zentralen Platz hat.
Was bedeutet Ehrfurcht? Wo liegt der Schlüssel in unserem Glauben für die eucharistische Ehrfurcht? Wir werden später betrachten, wie sich diese Ehrfurcht in der Feier der Heiligsten Eucharistie, in ihrem Empfang und in der Anbetung der Heiligsten Eucharistie außerhalb der Hl. Messe, zeigt.

1. Religiöse Ehrfurcht.

Ehrfurcht ist die Art, einer Person Verehrung und Respekt zu zeigen. Hauptsächlich Gott, aber auch den eigenen Eltern, den staatlichen Autoritäten und den religiösen Leitern. Hier konzentrieren wir uns auf die Ehrfurcht vor Gott, in der Person Jesu Christi, in dem erhabenen Opfer und Sakrament der Heiligsten Eucharistie.
Gott ist heilig. Er ist allzeit heilig. „Heilig, heilig, heilig ist der Herr der Heere. Von seiner Herrlichkeit ist die ganze Erde erfüllt,“ singen die Seraphim vor Gottes Thron (Jes 6,3). Er ist Heilig aus sich selbst. Er ist alles überragend. Er wohnt im unzugänglichen Licht (vgl. 1 Tim 6,16).

Es ist Teil der Aufgabe der Religion, die Ehrfurcht vor Gott zu zeigen, seinen Namen zu rühmen und alles was in Verbindung mit Ihm steht zu ehren: Personen, Plätze oder Gegenstände. Kardinal Newman betont die Wichtigkeit dieser Ehrfurcht vor Gott: „Sind Scheu und Ehrfurcht christliche Gefühle oder nicht? Niemand kann vernünftigerweise daran zweifeln.

Es sind die Gefühle, die wir — und zwar ganz intensiv — hätten, wenn wir den erhabenen Gott schauten. Es sind tatsächlich die Gefühle, die wir haben sollen, wenn wir seiner Gegenwart bewusst werden. In dem Maß, als wir glauben, dass er zugegen ist, müssen wir sie haben. Sie nicht haben, heißt, sich nicht bewusst sein, nicht glauben, dass er zugegen ist“ (J. H. Newman, par. 5,2 angeführt im Katechismus der Katholischen Kirche 2144).

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Diese Ehrfurcht gilt Gott, dem Vater, dem Sohn und dem heiligen Geist. Besonders Jesus Christus gilt unsere Ehrfurcht in Bethlehem, am See von Galiläa, am Heiligen Kreuz und in der Heiligsten Eucharistie.

2. Eucharistischer Glaube, die Grundlage der Verehrung

Der katholische Glaube an die Heiligste Eucharistie ist die Grundlage der Verehrung dieses Opfers und Sakraments.
Als Opfer ist die Heiligste Eucharistie das Opfer des Leibes und Blutes unseres Herrn Jesus Christus an den ewigen Vater, in sakramentaler Weise für die Lebenden und die Toten.

Das Opfer am Kreuz von Kalvaria und das eucharistische Opfer sind ein einziges Opfer: „Denn die Opfergabe ist ein und dieselbe; derselbe, der sich selbst damals am Kreuze opferte, opfert jetzt durch den Dienst der Priester; allein die Weise des Opferns ist verschieden“ (K. v. Trient: DS 1743; ebenso KKK 1367). Bei der Heiligen Messe vereinigt Christus die Kirche mit sich in der Darbringung dieses Opfers, trotzdem bleibt er Hoher Priester und Opfergabe.

Das Sakrament der Heiligsten Eucharistie ist der Leib und das Blut, die Gottheit und Menschheit Christi, der ganze Christus gegenwärtig auf unserem Altar, wenn die erhabenen Worte der Wandlung gesprochen werden. Das Konzil von Trient sagt es klar: „Weil aber Christus, unser Erlöser, sagte, das, was er unter der Gestalt des Brotes darbrachte, sei wahrhaft sein Leib, deshalb hat in der Kirche Gottes stets die Überzeugung geherrscht, und dieses heilige Konzil erklärt es jetzt von neuem: Durch die Konsekration des Brotes und Weines geschieht eine Verwandlung der ganzen Substanz des Brotes in die Substanz des Leibes Christi, unseres Herrn, und der ganzen Substanz des Weines in die Substanz seines Blutes. Diese Wandlung wurde von der heiligen katholischen Kirche treffend und im eigentlichen Sinne Wesensverwandlung [Transsubstantiation] genannt“ (Konzil von Trient DS 1642; ebenso KKK 1376).

Deshalb sind im Allerheiligsten Sakrament der Eucharistie „der Leib und das Blut zusammen mit der Seele und Gottheit unseres Herrn Jesus Christus und daher der ganze Christus enthalten“ (K. v. Trient: DS 1651; ebenso KKK 1374).

Deshalb fasst das zweite Vatikanische Konzil unseren Glauben an die Heiligste Eucharistie folgendermaßen zusammen: „beim Letzten Abendmahl in der Nacht, da er überliefert wurde, das eucharistische Opfer seines Leibes und Blutes eingesetzt, um dadurch das Opfer des Kreuzes durch die Zeiten hindurch bis zu seiner Wiederkunft fortdauern zu lassen und so der Kirche, seiner geliebten Braut, eine Gedächtnisfeier seines Todes und seiner Auferstehung anzuvertrauen: das Sakrament huldvollen Erbarmens, das Zeichen der Einheit, das Band der Liebe, das Ostermahl, in dem Christus genossen, das Herz mit Gnade erfüllt und uns das Unterpfand der künftigen Herrlichkeit gegeben wird“ (Sacrosanctum Concilium, 47)

Diese felsenfeste Grundlage unseres Glaubens erklärt, warum die Kirche Jesus Christus in der Heiligsten Eucharistie anbetet. Dies ist Anbetung, der Kult von latria, der höchste Akt der Verehrung für Gott allein. „Wir bringen in der Messliturgie unseren Glauben, dass Christus unter den Gestalten von Brot und Wein wirklich zugegen ist, unter anderem dadurch zum Ausdruck, dass wir zum Zeichen der Anbetung des Herrn die Knie beugen oder uns tief verneigen.“ (KKK 1378). Wir erinnern uns an die große Hymne des Heiligen Thomas von Aquin:
Gottheit tief verborgen, betend nah ich dir.

Unter diesen Zeichen bist du wahrhaft hier.
Sieh, mit ganzem Herzen schenk ich dir mich hin,
weil vor solchem Wunder ich nur Armut bin.

Augen, Mund und Hände täuschen sich in dir,
doch des Wortes Botschaft offenbart dich mir.
Was Gott Sohn gesprochen, nehm ich glaubend an;
er ist selbst die Wahrheit, die nicht trügen kann.

Die Kirche hält an diesem Glauben ohne Abstriche fest. Derselbe Thomas, den man auch Doctor Angelicus nennt lehrt es uns im Lauda Sion Salvatorem:

Doch wie uns der Glaube kündet,
der Gestalten Wesen schwindet,
Fleisch und Blut wird Brot und Wein.

Was das Auge nicht kann sehen,
der Verstand nicht kann verstehen,
sieht der feste Glaube ein.

Für die angemessene Verehrung der Heiligsten Eucharistie braucht jeder Katholik eine richtige Einführung und ein beständiges Wachstum seines Glaubens. Das zweite Vatikanische Konzil lehrt zur göttlichen Offenbarung und unserer Pflicht zu Glauben mit den Worten des Heiligen Paulus: „Dem offenbarenden Gott ist der "Gehorsam des Glaubens" (Röm 16,26; vgl. Röm 1,5; 2 Kor 10,5-6) zu leisten. Darin überantwortet sich der Mensch Gott als ganzer in Freiheit, indem er sich "dem offenbarenden Gott mit Verstand und Willen voll unterwirft (I. Vat. Konzil, Dei Filius, DS 3008)" und seiner Offenbarung willig zustimmt.“(Dei Verbum, 5).

Diese angemessene Verehrung fehlt bei einigen Katholiken, weil ihr eucharistischer Glaube arm und voll Mängeln und Zweifeln ist. Die Katecheten können nicht voraussetzen, dass jeder den vollen Glauben hat. Deshalb muss der katholische Glaube über Eucharistie systematisch vermittelt werden. Die Predigten sollen eine feste Grundlage, in der Heiligen Schrift, in den liturgischen Texten und in anderen amtlichen Kirchendokumenten, haben. Die Predigt braucht spezielle Aufmerksamkeit, weil sie für die meisten Katholiken der einzige Moment in der Woche ist, wo sie für Lehre des Glaubens wirksam erreichbar sind, um ihnen zu helfen mit immer größerer Glaubwürdigkeit zu wissen, zu lieben und zu leben. Sorgfältiges Studium des Katechismus der katholischen Kirche und regelmäßiges Lesen der zuverlässigen katholischen Zeitschriften können ebenfalls helfen, den Glauben zu bilden.

3. Verehrung in der Eucharistischen Feier

Wie schon gesagt, zeigt sich der katholische Glaube in der Verehrung in allen Formen der eucharistischen Feier oder des Heiligen Opfers in der Messe.
In der Messe dient der geweihte Priester im Namen Christi. Er ist für die Gemeinde nicht nur der Vorsitzende, der eine Versammlung leitet. NEIN. Er betet in Christi Namen. Er predigt mit Christi Autorität. Er konsekriert Brot und Wein im Namen und in der Person Christi. Er opfert Christus, an Gott dem Vater. Er reicht den Leib und das Blut Christi an das Volk Gottes, segnet es und entlässt es mit dem Auftrag, das zu leben, was sie gefeiert haben.

Deshalb sollen viele Haltungen des Priesters aufrichtige Zeichen des eucharistischen Glaubens und der Liebe sein. Obwohl Christus der Hauptzelebrant ist, der den Dienst des Priesters als sein Instrument benützt, beeinflusst das verhalten des Priesters die ganze versammelte Gemeinde.

Es ist ebenso wichtig, dass die versammelte Gemeinde Ehrfurcht zeigt. Das kann sich zeigen durch rechtzeitiges kommen zur Messe, damit sie bereit sind, wenn die Heilige Messe beginnt: in ihrem Singen; im gemeinsam Stehen oder Sitzen wo es angebracht ist und in den wichtigen Momenten im stillen Gebet. Es ist so traurig, wenn man Leute sieht, wie sie spät kommen, wie sie während der Messe Zeitungen lesen, wenn sie beginnen miteinander in der Kirche zu reden, sobald der Schlusssegen gegeben wurde und wenn sie dann hinausgehen, als ob sie ein Sportstadion oder ein Theater verlassen.

Viele versammelte Gemeinden achten auch nicht auf die Momente der Stille z.B. nach den Lesungen, nach der Predigt oder nach der Heiligen Kommunion. Manchmal ist es der Priester, der in Eile ist. Ein andermal ist es der Chor, der jeden Moment der Stille mit Gesang füllt. In anderen Fällen haben aber auch die Leute in den Bänken Schwierigkeiten die Stille zu halten, da sie nie das persönliche, stille Gebet gelernt haben.

Die Gefahr der horizontalen Ausrichtung in vielen eucharistischen Feiern ist sehr real. So manche Priester und auch Leute verhalten sich so, als ob es das wichtigste sei, wenn man zur Heiligen Messe kommt, einander zu treffen, sich gegenseitig aufzurichten und manchmal sogar um einander zu unterhalten. NEIN! Für solchen Horizontalismus ist hier der falsche Platz. Wir kommen vorrangig zur Heiligen Messe, um Gott anzubeten, ihm zu danken, um Verzeihung für unsere Sünden zu bitten und unsere Bedürfnisse hinzulegen. Wir sind nicht das Zentrum. Gott ist es!

Dass wir Leib uns Seele sind, soll sich das auch in unserer Verehrung der Heiligsten Eucharistie zeigen. Zum Beispiel mit einer Kniebeuge zum Tabernakel, beim Eintritt und beim Verlassen der Kirche. Ebenso auch eine Kniebeuge dort, wo die Liturgischen Bücher es während der Heiligen Messe vorsehen, eine Kniebeuge oder eine Verneigung beim Empfang der heiligen Kommunion, rein und sauber gehaltene Altarausstattung, anerkannte liturgische Kleidung beim Priester und den Ministranten, respektvolles Verhalten der Leute beim Einzug und Auszug.

Ehrfurcht beinhaltet auch die Achtung vor den Vorschriften der Kirche bezüglich des Altars, des Heiligen Raumes, der Lesungen und der Gesänge. Die Musik soll passend sein und theologisch, liturgisch und Ästethisch die Schönheit und Tiefe zur Geltung bringen. Triviale und banale Musik ist der Verehrung nicht förderlich.

In vielen Kirchen gibt es beauftragte außerordentliche Kommunionspender, die dem Priester und dem Diakon helfen wenn die Gläubigen, die zur Kommunion hinzutreten, so zahlreich sind. Es ist ein Missbrauch, wenn Laien meinen, dass sie als außerordentliche Diener die Möglichkeit haben, zu kämpfen, um zu zeigen, dass auch sie tun können, was der Priester tut. Das ist fehlende Ehrfurcht.
Das ist schlechte Theologie.

Manche Menschen möchten wieder gerne, dass die Messe so zelebriert wird, wie vor 1970. Der Fehler liegt hier darin, dass diese ihre eigenen Vorstellungen in die Messe einbringen wollen, im Gegensatz zu den klaren Richtlinien des Zweiten Vatikanischen Konzils (vgl Sacrosanctum Concilium, 22). Wenn die Heilige Messe mit Glauben und Ehrfurcht zelebriert wird, und manchmal auch in Latein gesungen wird, dann werden der Glaube und die Frömmigkeit der katholischen Christen angemessen genährt.

4. Ehrfurcht beim Empfang der Heiligsten Eucharistie.

Der einzelne Katholik, der Jesus im Heiligen Sakrament der Eucharistie empfängt, hat verschiedene Möglichkeiten, seine Ehrfurcht zu zeigen. Das wichtigste Zeichen der Ehrfurcht ist, dass der Empfänger der Heiligen Kommunion im Stand der Gnade ist. Jeder Katholik, der sich leider in einer Todsünde befindet, ist verpflichtet zur Beichte zu gehen und die Lossprechung zu empfangen, bevor er zum Tisch der Heiligen Eucharistie geht. Das Konzil von Trient erklärt dass es notwendig ist „durch göttliches Dekret muss jede einzelne Todsünde bekannt werden“(Konzil von Trient DS 1680). Und der Kodex des Kanonischen Rechtes sagt es klar:“ Das persönliche und vollständige Bekenntnis und die Absolution bilden den einzigen ordentlichen Weg, auf dem ein Gläubiger, der sich einer schweren Sünde bewusst ist, mit Gott und der Kirche versöhnt wird; allein physische oder moralische Unmöglichkeit entschuldigt von einem solchen Bekenntnis; in diesem Fall kann die Versöhnung auch auf andere Weisen erlangt werden.“ (Can 960). Papst Johannes Paul II bittet in seinem Apostolischem Schreiben Misericordia Dei, vom 7. April 2002, Bischöfe und Priester alles Mögliche zu tun, dass der persönliche Empfang des Sakraments der Buße für jeden Gläubigen möglich ist.

Es ist bedauerlich, dass in verschiedenen Pfarreien viele Menschen regelmäßig die Heilige Kommunion empfangen aber selten oder nie zur Beichte gehen. Einige von ihnen könnten herumgehen mit dem Druck der Todsünde auf ihrem Gewissen. Einige dieser Leute sind irregeführt durch falsche Meinungen, dass nur einige Leute die Todsünde begehen können, oder weil eine einzelne Tat keine Todsünde sein kann, oder er braucht dem nicht zu folgen, was die kirchliche Autorität als Todsünde bezeichnet (wie Abtreibung, Verhütung, Zusammenleben ohne Trauung oder Euthanasie), man meint es ist alles in Ordnung, wenn man nur seinem Gewissen folge. Der Katholik, der aufrichtige Ehrfurcht vor der Heiligen Eucharistie bezeugen möchte, wird alles tun, dass er sicher ist im Stand der Gnade zu sein, bevor er sich dem Eucharistischen Tisch nähert.

Wir zeigen auch unsere Ehrfurcht in der Art und Weise, wie wir die Heilige Kommunion empfangen. Kniend oder stehend, in den Mund oder in die Hand, wie wir gekleidet sind, wie wir gehen und wie wir an der Gemeinschaft teilnehmen am Singen, Sitzen, Hören und Knien, kann unseren Glauben zeigen.

Das persönliche Gebet macht uns bereit zur richtigen Teilnahme an der Liturgie und hilft uns an den Früchten teilzuhaben. Dies ganz besonders auch beim Empfang der Heiligen Kommunion. Beachten wir „In der heiligen Liturgie erschöpft sich nicht das ganze Tun der Kirche (Sacrosanctum Concilium, 9), wir müssen wissen, dass wir auch persönliche Besinnung und Meditation, innerliches Gebet, ständige Umkehr unserer Herzen zu Gott und den immer größeren Wunsch der Vereinigung mit Christus, brauchen. Dies hilft uns in der Verehrung dieses großen Mysteriums.

Aus persönlicher Ehrfurcht kann der Kommunikant den Wunsch haben, nach der Kommunion zu Knien oder zu sitzen, in stiller Dankbarkeit. Beide, der zelebrierende Priester und der Chor sollen Raum dafür schaffen.

Für die Priester und auch die gläubigen Laien wurde die Danksagung nach der Messe immer sehr empfohlen. Das Messbuch und das Brevier empfehlen Gebete für den Priester vor und nach der Zelebration der Heiligen Messe.

Es gibt keinen Grund zu glauben, dass dies nicht mehr gebraucht würde. Gerade in der lauten Welt von heute wären solche Momente von betrachtenden und liebenden Gebeten wichtiger als jemals zuvor. Es ist ein schönes Zeugnis, wenn man von Pfarrmitgliedern von ihrem Pfarrer sagen hört: „Der Pfarrer hält seine Danksagung nach der Heiligen Messe und wird in zehn Minuten wieder verfügbar sein“.

Und warum soll man das nicht auch von der gläubigen Gemeinde sagen können? Ehrfurcht kommt nicht automatisch. Sie muss genährt werden, sie muss aufgebaut und sie muss praktiziert werden.

5. Verehrung der Heiligen Eucharistie außerhalb der heiligen Messe

Nach der Heiligen Messe bleibt Jesus im eucharistischen Mysterium gegenwärtig. „Die eucharistische Gegenwart Christi“ so sagt der Katechismus der Katholischen Kirche, „beginnt im Zeitpunkt der Konsekration und dauert so lange, wie die eucharistischen Gestalten bestehen.“ (KKK 1377). Das ist die Grundlage der Verehrung der Heiligen Eucharistie außerhalb der Heiligen Messe. „Die katholische Kirche erweist der heiligen Eucharistie nicht nur während der heiligen Messe, sondern auch außerhalb der Meßfeier den Kult der Anbetung, indem sie die konsekrierten Hostien mit größter Sorgfalt aufbewahrt, sie den Gläubigen zur feierlichen Verehrung aussetzt und sie in Prozession trägt“ (Paul VI Mysterium Fidei, 56; vergl. KKK 1378).

Das erklärt warum die Verehrung des Eucharistischen Mysteriums vor dem Heiligen Sakrament in so vielen Formen blüht, Stunden der Anbetung, Zeiten der Eucharistischen Aussetzung (kurz, lange und jährlich vierzig Stunden), Eucharistischer Segen, Eucharistische Prozessionen und Eucharistische Kongresse. Das Hochfest des Leibes und Blutes Christi ist in der ganzen Lateinischen Kirche bekannt wegen der besonders schönen liturgischen Texte und wegen der feierlichen Eucharistischen Prozession, die der Heiligen Messe folgt. Papst Johannes Paul II leitet jedes Jahr die traditionelle Eucharistische Prozession von der Lateranbasilika nach Santa Maria Maggiore.

Es wäre ein Fehler zu denken, dass die Kirche seit dem zweiten Vatikanischen Konzil weniger Wert auf diese Manifestation des Glaubens legt. Das Gegenteil ist der Fall. Denken Sie an folgende Dokumente: Mysterium Fidei, die Enzyklika von Papst Paul IV 1965, die Instruktion Eucharisticum Mysterium von der Heiligen Ritenkongregation 1967,
Rituale Romanum, über die Heilige Kommunion und die Verehrung des eucharistischen Mysteriums außerhalb der Messe von der gleichen Kongregation 1973, das Schreiben von Papst Johannes Paul II über das Geheimnis und die Verehrung der Heiligsten Eucharistie aus dem Jahr 1980 und die neueste Enzyklika vom selben Papst vom April 2003 benannt „Ecclesia de Eucharistia“, und die Instruktion „Redemptionis sacramentum“.

Dem Tabernakel, in dem das Allerheiligste Sakrament aufbewahrt ist, wird von der Kirche traditioneller Weise spezielle Aufmerksamkeit zuteil. Die Paragraphen 314 bis 316 der Allgemeinen Einführung in das römische Messbuch 2002 verlangen für ihn einen bevorzugten Platz. Der Tabernakel soll in einem Teil der Kirche sein, der wirklich edel, hervorgehoben, deutlich sichtbar, schön geschmückt und geeignet für das Gebet. Er sollte entweder im Presbyterium (Heiligtum), getrennt vom Zelebrationsaltar in bester Gestalt am besten Platz sein, oder in einer Kapelle die geeignet ist für die Anbetung und das persönliche Gebet der Gläubigen und mit der Kirche verbunden ist und deutlich sichtbar für die Gläubigen.

Das ewige Licht, gefüllt mit Öl oder Wachs soll nahe dem Tabernakel brennen, um anzuzeigen, dass Jesus gegenwärtig ist. Vergleichen Sie diese offiziellen Instruktionen mit dem, was es in manchen Kirchen gibt, speziell jenen, die von falsch informierten Reformern geändert wurden. In einigen dieser Kirche, kann niemand sagen, wo der Tabernakel ist.

Ehrlich – man kann klagen: „Man hat meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wohin man ihn gelegt hat“ (Joh 20.13).
Die Kongregation für den Klerus weist in der Instruktion vom 4. August 2002 die Priester an: „Die heilige Eucharistie wird mit Liebe im Tabernakel ‚wie das geistliche Herz der religiösen und pfarrlichen Gemeinschaft’ aufbewahrt. Ohne die Verehrung der Eucharistie als eigenes pulsierendes Herz verhärtet sich die Pfarre. Wenn ihr wollt, dass die Gläubigen gern und mit Frömmigkeit beten – sagte Papst Pius XII zum Klerus von Rom – geht ihnen in der Kirche mit Beispiel voran, indem ihr vor ihren Augen im Gebet verweilt.

Ein Priester, der in würdiger Haltung und in tiefer Sammlung vor dem Tabernakel kniet, ist für das Volk ein Beispiel der Erbauung, eine Ermahnung und eine Einladung zum betenden Nacheifern“ (Der Priester, Hirte und Leiter der Pfarrgemeinde 21).
Die Menschen möchten den Eucharistischen Herrn im Allerheiligsten Sakrament mit gebeugten Knien verehren. Damit dies möglich ist, sollten vor dem Allerheiligsten Sakrament Kniebänke angebracht sein.

Ich sah in speziell gebauten 24- Stunden-Anbetungskapellen, wie sich Menschen frei nach ihrem Gefühl niederwerfen, ohne Rücksicht darauf, was andere von ihnen denken mögen. Wenn man wirklich glaubt, dass Jesus, Gott und Mensch, hier zugegen ist, ist es da nicht logisch sich niederzuwerfen?

Es ist auch eine schöne Praxis, wenn Menschen, die nahe einer Kirche oder einer Kapelle sind, wo das Allerheiligste aufbewahrt wird, unserem Herrn einen Besuch abstatten, ob lang oder kurz, so wie es die Möglichkeit gestattet.

Es ist ebenso ein lobenswerter Brauch, dass man eine Verbeugung oder das Kreuzzeichen macht, wenn man an einem solchen geheiligten Platz vorbeigeht oder vorbeifährt.
Wir könnten noch viele Wege aufzählen, wie sich der Glaube der Katholiken, an die Heiligste Eucharistie, in den verschiedenen Arten der Verehrung zeigen kann.

Lasst uns die seligste Jungfrau Maria, die Mutter unseres eucharistischen Herrn, bitten, dass sie uns einen starken Glauben in das Opfer und Sakrament der Heiligsten Eucharistie erbittet.
Ein solcher Glaube wird unbedingt die Früchte der Verehrung, Anbetung und Liebe bringen, unsere Vereinigung mit Christus fördern und unser ganzes christliches Leben beeinflussen.

Demnächst auf KathTube.com -Der gesamte Vortrag als Video

Foto: (c) kath.net







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