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'Heroischer Tugendgrad' für Bischof Rudigier

6. April 2009 in Österreich, keine Lesermeinung
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Papst Benedikt XVI. hat am Freitag dem Linzer Bischof Rudigier den 'heroischen Tugendgrad' zuerkannt - Damit fehlt für die Seligsprechung nur mehr ein anerkanntes Wunder


Vatikan (kath.net)
Papst Benedikt XVI.hat am Freitag in einem Dekret den "heroischen Tugendgrad" für den Linzer Bischof Franz Joseph Rudigier zuerkannt. Damit ist der Seligsprechungsprozess für den großen Linzer Bischof aus dem 19. Jahrhundert einen entscheidenden Schritt vorangekommen. Für die Seligsprechung fehlt jetzt nur mehr ein anerkanntes Wunder.

Franz Joseph Rudigier wurde am 7. April 1811 in Partenen in Vorarlberg geboren. Seine Eltern waren der Schuhmacher Johann Christian Rudigier und Maria Josepha Tschofen. Franz Joseph Rudigier war das neunte und jüngstes Kind der Kleinbauern. Auch ein weiterer Bruder (Johann Joseph) wurde später Priester. Am 19. Dezember 1852 wurde er vom österreichischen Kaiser zum Bischof von Linz nominiert. Der Papst bestätigte die Ernennung, die Bischofsweihe erfolgte am 5. Juni 1853 durch Pronuntius Kardinal Michele Viale Prelà in der Kirche St. Augustin zu Wien. Am 12. Juni 1853 erfolgte in Linz die Inthronisation. In seiner Ära wurde die theologische Lehranstalt in das Priesterseminar übersiedelt. 1855 erfolgte die Gründung des "Linzer Diözesanblattes" als Amtsblatt. Nach der Verkündigung des Dogmas von der Unbefleckten Empfängnis Mariens im Jahre 1854 beschlossen Rudigier und sein Domkapitel 1855 den Bau einer neuen Kathedrale: Die Geburtsstunde des Neuen Doms in Linz. 1962 erfolgte dazu die Grundsteinlegung. Beim Tode Rudigiers war der Bau vom Chor bis zum Querschiff in etwa fertig.


Während der Amtszeit des Bischofs erlebte das Ordenswesen in Oberösterreich nach den josephinischen Klosteraufhebungen der Aufklärung eine neue Blüte. Auf Einladung Rudigiers siedelten sich mehrere Ordensgemeinschaften in der Diözese Linz an, darunter die Franziskaner in Suben (1856), Enns (1859), Maria Schmolln (1864), Pupping (1879) und Bruckmühl (1883), die Kapuziner in Ried i.I. (1862), die Jesuiten in Steyr (1865). Weiters kamen auch die Karmelitinnen (1860), die Kreuzschwestern (1861) und die Marienschwestern (1861) nach Linz.

Rudigier war als Bischof auch Mitglied im Oberösterreichischen Landtag und war politisch sehr aktiv. In einem Hirtenschreiben vom 7. September 1868 vertrat er die unveränderte Fortgeltung des Konkordates von 1855 und rief zum Widerstand gegen die Schul-, Ehe- und Konfessionsfrage betreffenden Maigesetze des selben Jahres auf. Damit geriet Rudigier als Vertreter einer katholischen Erneuerung in direkten Konflikt mit der liberalen Reichsratsmehrheit und der ebenso gesinnten Regierung in Wien. Er musste wegen seines Widerstandes am 5. Juni 1869 vor Gericht und wurde am 12. Juli wegen "des Verbrechens der Störung der öffentlichen Ruhe" zu zwei Wochen Haft verurteilt. Der Kaiser amnestierte ihn aber sofort. Unter Rudigier wurde vor allem die katholische Presse gefördert. Während seiner Amtszeit entstanden später mehrere Medien, so auch das "Linzer Volksblatt".

Rudigier kaufte den heute noch bestehenden Bischofshof als Residenz der Bischöfe von Linz. Während seiner Amtszeit führte er 835 Pfarrvisitationen durch und erließ 48 Hirtenschreiben. Am 29. November 1884 starb er nach einer schweren Erkrankung und wurde als erster Bischof im "Neuen Dom" beigesetzt. Bereits 1895 wurde sein Seligsprechungsprozess eingeleitet.

Kathpedia: Bischof Rudigier


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