14 März 2009, 11:15
Eucharistie – Maria und der Priester
 
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Vortrag von Pfarrer Dr. Gerhard Maria Wagner zum Priestereinkehrtag am 21. Mai 2007 in Scheffau - Teil 1

Scheffau (www.kath.net)
Zur Situation der Kirche – eine kleine Analyse und Dialyse

Ich denke, wir leben als Priester in einer spannenden Zeit. Wir leben als Priester in einer Zeit, wo die Luft für den Glaubenden sehr dünn geworden ist. Unsere kirchliche Arbeit in ihren vielfältigen Diensten ist nicht einfacher geworden. Manch einer von uns fühlt sich entmutigt und fragt nach dem Sinn seines Tuns. Wir müssen uns bewusst halten und bewusst machen, dass wir nicht nur Einzelkämpfer sind, sondern auch in einer communio miteinander stehen. Religiöses Leben und kirchliche Glaubenspraxis lassen nach. Desinteresse am Glauben, Unwissenheit im Glauben, religiöser Individualismus und Subjektivismus nehmen zu, ein „Auswahlchristentum“, das die Kirche als einen Dienstleistungsbetrieb wertet, breitet sich aus.

Die Bedeutung der Kirche in unserer Gesellschaft ist nach wie vor am Schwinden, Dort begegnen wir viel Gleichgültigkeit, Unverständnis, Widerspruch und Aggression. Die Kirche erfährt immer mehr einen aggressiven Rechtfertigungsdruck des öffentlichen Meinungsmarktes. Seelsorgliches Wirken erscheint oft vergeblich und lässt die Priester fragen: „Sind wir nicht hoffnungslos überfordert?“ Polarisierungen zermürben die Gemeinschaft im Kleinen und auch im Großen. Die Aufzählung des Misslichen und Negativen könnte ohne Schwierigkeit fortgesetzt werden. Sie könnte uns zu Wehleidigkeit verführen. Zudem wäre es ein gefährlicher Irrtum, den heutigen Schwierigkeiten nachzugeben, und so zu tun, als müssen man sich auf eine Kirche von morgen einstellen, die ohne Priester sind.

Doch was wir in dieser Stunde des Gottesreiches brauchen, sind nicht Priester, die sich selbst bemitleiden, sich von der Angst bestimmen lassen und Unheilspropheten der Zukunft sind, sondern Diener Christi, die unverwandt auf den Herrn schauen, an ihn glauben und seinem Wort trauen, das im Schoß der Jungfrau Maria Fleisch angenommen hat und auf den Altären der katholischen Kirche real gegenwärtig ist. Es ist derselbe Leib unseres Herrn Jesus Christus, den Maria aus dem Hl. Geist empfangen hat, der uns geschenkt ist in der Feier der Hl. Eucharistie, damit wir ihn empfangen. Ein junger Mann steht unter einem Baum und freut sich an den Sonnenstrahlen, die in den Blättern spielen. Da kommt jemand vorbei und fragt ihn: „Was machst du?“ Der junge Mann antwortet: „Ich bin“. Er sagt nicht: „Ich tue dies oder jenes.“ Nein: „Ich bin.“ Sind wir von dieser Antwort nicht überrascht? „Was machst du?“. Dies ist doch die erste und wichtigste Frage des heutigen Menschen geworden; er muss offenbar immer etwas machen und er will es auch so.

Die Konzentration auf das Machen hat heute auch Einzug in die Kirche gehalten – so als könne die Kirche wie ein Wirtschaftsunternehmen gemanagt werden. Was man macht und wie man etwas macht, ist auch im Lebensraum der Kirche zu einer Leitfrage geworden. Handeln, Leisten und Zahlen werden groß geschrieben – so als müssten wir ständig beweisen, dass wir etwas sind, indem wir unablässig etwas tun. Wir sind um Effektivität bemüht. Das trifft auch für uns Priester zu. Unsere Sorgen kreisen darum, wie diese Predig und jene Aktion bei den Leuten ankommt. Es beschäftigt uns, was dieser Aufruf nützt und jene Sammlung einbringt.

Und so wird auch der Dienst der Priester von vielen nach dem bemessen, was sie leisten, wie viele pfarrliche Runden, Kreise sie aufbauen, wie gut sie koordinieren und organisieren können, wie viele Ministranten, Lektoren und Mitarbeiter sie auf die Beine stellen, wie viele Veranstaltungen ihr Terminkalender aufweist, wie viele Kirchen und Kapellen sie im Laufe des Priesterlebens renovieren und wie hoch die Wahlbeteiligung bei der letzten Pfarrgemeinderatswahl gewesen ist. Das alles ist gut und recht. Schön, wenn ein Priester für das Reich Gottes, für seine Pfarrgemeinde viel in seinem Leben aufbauen kann. Das ist die eine Seite: Das Tun zählt. Doch es gibt inzwischen eine spürbare Gegenreaktion.

Neue geistliche Bewegungen stellen Gebet, Lobpreis Gottes und Anbetung in den Vordergrund ihres Wirkens. Christen wenden sich fern östlichen Meditationen, und sie tun dies, weil sie Ruhe, Sammlung und Kontemplation suchen. Das Christliche scheint ihnen oft zu sehr veräußerlicht, ja ein oberflächlicher Aktivismus zu sein. Hinter dieser Sehnsucht nach Ruhe und Tiefe offenbart sich ein berechtigtes Lebensbedürfnis. Es zeigt sich in der Antwort des jungen Mannes unter dem Baum, der auf die Frage; „Was machst du?“ antwortet: „Ich bin“. So zu antworten sind auch wir Priester berufen.

Wir müssen uns wieder unserer Kernkompetenz bewusst werden. Denn haben wir nicht zuerst etwas zu sein, bevor wir etwas tun? Haben wir nicht zuerst „Männer Gottes“, „Männer der Gnade“ zu sein; Diener Gottes, die sich wie Jeremia (vgl. Jer 1,9) nicht mit den eigenen Worten „produzieren“, sondern sich die Worte des Herrn zu eigen machen; Menschen, die zeigen, dass es außer der heute alles beherrschenden Frage „Was machst du?“ eine noch viele wichtiger Frage gibt. Und sie lautet: „Woraus lebst du?“

Auf das Sein des Priesters kommt es deshalb entscheidend an. Gerufen und gesandt, weil Gott uns liebt. Mit Freude Priester sein. Dabei kommt mir das Wort in den Sinn, das ich erst vor kurzen wirklich näher betrachtet habe: „Seht, ich sage euch: Erhebt eure Augen und betrachtet die Felder; denn sie sind weiß zur Ernte“ (Joh 4,35). Damit ist der unermessliche Horizont der Mission der Liebe des fleischgewordenen Wortes wenigstens angezeigt.“

1. Das Letzte Abendmahl, das Kreuzesopfer und die Eucharistie


Ein bedeutender französischer Dichter hat den Gründonnerstagabend den „großen Abend“ genannt. Ich meine, der Dichter hat Recht. Es gibt nur wenige Anlässe im Kirchenjahr, die so angefüllt sind mit großen, heiligen Geheimnissen wie diese Abendstunde. Der Apostel Johannes setzt in seinem Evangelium gleichsam die Überschrift über das Geschehen des Gründonnerstags. Er schreibt: „Jesus wusste, dass seine Stunde gekommen war, um aus dieser Welt zum Vater hinüberzugehen. Da er die Seinen, die in der Welt waren, liebte, erwies er ihnen seine Liebe bis zur Vollendung“ (Joh 13,1).

Beim letzten Abendmahl nimmt Jesus bereits zeichenhaft vorweg, was wenige Stunden später am Kreuz geschehen wird. Unter der Gestalt des Brotes gibt er den Jüngern seinen Leib zur Speise, den er auf Golgota für uns opfert, und unter dem Zeichen des Weines reicht er ihnen sein Blut zum Trinken, das er am Kreuzesholz vergießt. So erweist sich Jesus als unser Pascha – Lamm, als das Lamm, das hinweg nimmt die Sünden der Welt. Die Beziehung zum Kreuzesopfer ist das Grundlegende der Eucharistie, ihr Grundgeheimnis. Das gemeinschaftliche Mahl ist die Gestalt der Eucharistiefeier. Wollte man den Opfercharakter vom Geheimnis der Eucharistie trennen, würde es schlechthin nicht mehr existieren. Mahl und Opfer dürfen deshalb nicht gegeneinander ausgespielt werden. Beides zusammen gehört zur Eucharistiefeier. In ihr fließen die Ereignisse des Abendmahles und des Kreuzopfers ineinander.

Die Eucharistie ist das eine Opfer und das eine heilige Mahl des Neuen Bundes. Bei der Einsetzung der Eucharistie nahm Jesus das Brot und brach es. Was bedeutet dieses Brechen? Sicherlich nicht bloß das Brot brechen, um es unter den Jüngern auszuteilen, sondern „er brach sich selbst“ in seinem Herzen, indem er seinen menschlichen Willen ganz dem des Vaters unterstellte. Dann begreife ich: um dasselbe zu tun, was Jesus in jener Nacht getan hat, muss ich vor Gott all meine Unbeugsamkeit ablegen, jegliche Auflehnung gegen ihn oder die Menschen; muss ich meinen ganzen Stolz brechen, mich beugen und aus tiefstem Herzen Ja sagen zu allem, was Gott von mir erwartet. Auch ich muss jene Worte wiederholen: Hier bin ich, Gott, ich komme, um deinen Willen zu tun. Du willst nicht viele Dinge von mir; du willst mich und ich sage dir Ja. Wer wollte sich da nicht an das „Fiat“ der Gottesmutter erinnern und an die Freude, die aus diesem „Fiat“ kommt?

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Liturgie ist gerade dadurch schön, dass wir nicht selbst ihre Akteure sind, sondern dass wir eintreten in das Größere, das uns umfängt und zu eigen nimmt. Das „fiat“ ist auch von uns verlangt.

Die Freude am Glauben entzündet sich nicht zuletzt an der Feier der Eucharistie, dem innersten Geheimnis der Kirche. Die Feier dieses Geheimnisses war für die Priester und die Gläubigen immer ein Ereignis seelischer Erhebung und geistlicher Freude, wie uns schon der älteste Bericht über die christliche Gemeinde in der Apostelgeschichte zeigt, in dem es heißt: „Sie brachen das Brot und hielten miteinander Mahl in der Freude und Einfalt des Herzens“ (Apg 2,46). Schon der Hl. Thomas hat die Eucharistie als das größte Glaubenswunder bezeichnet. In ihr findet die Botschaft des christlichen Glaubens von der Nähe Gottes zu den Menschen, von seiner liebenden Hingabe an die erlösungsbedürftige Welt, ihren höchsten und intensivsten Ausdruck.

Schon im Alten Testament ist uns das Wort des Mose überliefert, der da ausruft: „Welche Nation hätte einen Gott, der ihr so nahe ist, wie unser Gott uns nahe ist“ (Deut 4,7). In der Eucharistie ist uns Gott in Jesus Christus unter den Gestalten von Brot und Wein nicht nur nahe, sondern gänzlich gegenwärtig; er ist aber nicht nur anwesend in seiner Person, er ist auch anwesend als die Mahl- und Opfergabe vom Kreuz, so dass in der Eucharistie nicht nur ein Mahl gehalten, sondern das Kreuzesopfer vergegenwärtigt wird und seine Heilskraft auf Welt und Menschheit ausstrahlt. Diese Vergegenwärtigung aber geschieht in einem Akt, den die Kirche als eine „wunderbare und einzigartige Wandlung“ von Brot und Wein bezeichnet, die ohne Vergleich mit irdischen Vorgängen ist und nur als ein Akt der schöpferischen Allmacht Gottes zu verstehen ist.

Der wahre Glaube scheut sich auch heute nicht, das Geheimnis vorbehaltslos anzuerkennen, weil das Mysterium über den Verstand hinausgeht, aber nicht vernunftwidrig ist. Man kann es deshalb in gewisser Weise sogar verstehen, vor allem, wenn man den großen Zusammenhang der Glaubenswahrheiten bedenkt. So wird dem gläubigen Denken verständlich, dass das Eucharistiegeheimnis sich zu allererst zurückbezieht auf das Geheimnis der Menschwerdung des Sohnes Gottes, die sich im Schoß der Jungfrau Maria angebannt hat. Die zweite Person der Dreifaltigkeit entscheidet sich, Mensch zu werden, einen menschlichen Leib anzunehmen, um diesen Leib in Liebe und Gehorsam dem Vater darzubringen. Es gäbe keine Eucharistie, wenn Gott nicht Mensch geworden wäre und als Mensch nicht Kreuz und Auferstehung erfahren hätte. Aber die Menschwerdung sollte nicht kurzlebig bleiben, reduziert auf einen Augenblick, sie sollte kein momenthaftes Geschehen in der Welt bleiben. Die Menschwerdung Gottes sollte der Welt erhalten bleiben.

So ist das Sakrament des Altares eigentlich nur die weisheitsvolle Fortsetzung der Menschwerdung des Sohnes Gottes, der verheißen hat, dass er bei uns bleiben werde bis zur Vollendung der Welt. Aber das Geheimnis der Menschwerdung reicht noch tiefer zurück und führt uns zum Mysterium des dreieinigen Gottes, der als Vater den Sohn in die Welt gesandt hat. Darum wäre die Eucharistie auch nicht denkbar ohne die Dreifaltigkeit, aus der heraus der Heilige Geist mit seiner Schöpferkraft die wunderbare Wandlung vollzieht.

Es ist derselbe Geist, der die Jungfrau Maria überschattet hat, wo es dann bei der Epiklese heißt: „Sende deinen Geist auf diese Gaben herab, damit sie uns werden Fleisch und Blut deines Sohnes, unseres Herrn Jesus Christus.“ Wenn wir uns diese Zusammenhänge des Glaubens vergegenwärtigen, werden wir vielleicht den Ruf nach der Wandlung „Geheimnis des Glaubens“ mit einer neuen und noch größeren Aufmerksamkeit vernehmen und erkennen, dass es sich bei der Eucharistie nicht um ein einzelnes, isoliert dastehendes Geheimnis handelt, sondern um den Kern des Ganzen. So wird die Erlösung der Menschheit vollendet. Die Eucharistie ist das Kreuzesopfer, das durch die Jahrhunderte fortdauert (SC 47).

Der Papst sagt in seiner allerletzten Enzyklika „Ecclesia de Eucharistia“ , dass die Kirche die Eucharistie von Christus, ihrem Herrn, nicht als irgendeine Gabe erhalten hat, kostbar unter vielen anderen, sondern „als die Gabe schlechthin“, da es die Gabe seiner selbst ist, seiner Person und seiner heiligen Menschheit und auch seines Erlösungswerkes (Nr. 11). Durch die Eucharistie kann jeder Gläubige am Erlösungswerk teilnehmen. Die Eucharistie ist das große Geheimnis der Barmherzigkeit. Was hätte Jesus noch mehr für uns tun können? In der Eucharistie zeigt er uns eine Liebe, die bis zur Vollendung geht. Der Heilige Vater betont, dass die Eucharistie kraft ihrer innigen Beziehung mit dem Opfer von Golgota Opfer im eigentlichen Sinn ist.

Es handelt sich nicht bloß um ein Sich – Hingeben Christi an die Gläubigen. Das Geschenk seiner Liebe und seines Gehorsams bis zur Vollendung des Lebens ist in erster Linie „eine Gabe an seinen Vater“. Der Papst präzisiert, dass es natürlich eine Gabe zu unserem Wohle sei, für die ganze Menschheit; es sei aber vor allem Gabe an den Vater, „ein Opfer, das der Vater angenommen hat, indem er für die Ganzhingabe seines Sohnes, der gehorsam wurde bis zum Tod, die ihm als Vater eigene Gabe zurückschenkte, das heißt, ein neues ewiges Leben in der Auferstehung“ (RH, Nr. 20).

Der Hl. Franziskus beispielsweise schreibt an seine im Kapitel versammelten Brüder: „Es erbebe der ganze Mensch, wenn auf dem Altar Christus, der Sohn des lebendigen Gottes, in der Hand des Priesters ist. O wunderbare Größe und staunenswerte Herablassung. Du erhabene Demut. O demütige Erhabenheit, dass der Herr des Alls, Gott und Gottes Sohn sich so erniedrigt, um sich zu unserem Heil in der winzigen Gestalt des Brotes zu verbergen.“ Aber der Herr kann das, was wir nicht können. Jesus Christus, vollkommener Gott und vollkommener Mensch, hinterlässt uns nicht ein Zeichen, sondern eine Wirklichkeit: Er selbst ist es, der bleibt. Er wird zum Vater gehen und bei den Menschen bleiben. Er gibt uns nicht bloß ein Geschenk, das die Erinnerung an ihn wach halten soll, etwa ein Bild, dessen Konturen mit der Zeit verblassen, oder ein Foto, das vergilbt und denen belanglos erscheint, die damals nicht dabei waren.

Er selbst ist wirklich gegenwärtig unter den Gestalten von Brot und Wein: gegenwärtig mit seinem Leib, seinem Blut, seiner Seele und seiner Gottheit. Wie leicht versteht sich jetzt der unablässige Lobpreis der Christen zu allen Zeiten vor der heiligen Hostie. „Preise, Zunge, das Geheimnis dieses Leibs voll Herrlichkeit und des unschätzbaren Blutes, das der Herr der Völker, aus einer fruchtbaren Mutter geboren, zum Loskauf der Welt vergossen hat“ (Pange linqua). Den verborgenen Gott wollen wir ehrfürchtig anbeten (Adoro te devote).

Es ist Jesus Christus, der aus Maria, der Jungfrau geboren wurde, derselbe, der gelitten und sich am Kreuz geopfert hat, derselbe, aus dessen durchbohrter Seite Wasser und Blut flossen (Ave verum). Dies ist das heilige Gastmahl, in dem wir Christus selbst empfangen; das Gedächtnis seines Leidens wird erneuert, die Seele begegnet durch ihn zuinnerst ihrem Gott und erhält ein Unterpfand der künftigen Herrlichkeit (o sacrum convivium).

Der Gott unseres Glaubens ist nicht ein blutleerer Gott, ein entrücktes Wesen, das auf das Schicksal, auf die Not und das Elend der Menschen unbeteiligt herabschaut. Er ist ein Vater, der seine Kinder so sehr liebt, dass er das Wort, die zweite Person der Heiligsten Dreifaltigkeit in die Welt sendet, damit es, Fleisch geworden, für uns sterbe und uns erlöse. Die Freude des Gründonnerstags hat hier ihre Wurzel: in der Erkenntnis, dass der Schöpfer sich in einem Überfluss an Liebe seinen Geschöpfen zuneigt. Als ob all die vielen Beweise seiner Barmherzigkeit nicht genügten, setzt unser Herr Jesus Christus die Eucharistie ein, damit wir ihm immer nahe sein können. Und – soweit es hier überhaupt ein Begreifen gibt – weil die Liebe ihn, dem nichts fehlt, antreibt, nicht ohne uns zu bleiben. In der Kommunion empfangen wir Fleisch und Blut Christi.

Sie sind uns geistliche Nahrung auf unserem Weg zum endgültigen Ziel. Zugleich bringen wir die eucharistischen Gaben mit Christus dem Vater dar als immerwährende Opfer des Neuen Bundes. Leib und Blut Christi sind Opferspeise, in der wir uns die Opfergesinnung und Opfertat Christi „einverleiben“. Denn „sooft ihr von diesem Brot esst und aus dem Kelch trinkt“, sagt uns der Apostel Paulus, „verkündet ihr den Tod des Herrn, bis er kommt“ (1 Kor 11,26). Indem wir den Leib und das Blut des Herrn empfangen, wird nicht nur unsere Lebensgemeinschaft mit Christus vertieft. Wir kommen auch an die Quelle der Erlösung, an die Liebe des Herrn, die sich in seiner Todeshingabe verströmt! Wir werden hineingenommen in das Geheimnis seines Leidens, seines Sterbens und seiner Auferstehung. Wir können die Tiefe der Eucharistie nie ausschöpfen. Unsere Worte versagen.

Es bleibt nur unser schweigendes Hinzutreten zur heiligen Kommunion und unsere Erwiderung auf die Liebe des Erlösers: „Herr, du weißt alles; du weißt auch, dass ich dich liebe“ (Joh 21,17). So können wir den Kreuzestod Christi tiefer erfassen: Das christliche Leben findet seinen Sinn in Gott. Die Menschen sind nicht dazu erschaffen worden, einzig und allein eine gerechte Welt aufzubauen; über das hinaus sind wir auf Erden, um in die Gemeinschaft mit Gott selbst einzutreten. Jesus hat uns weder zeitliches Wohlergehen noch die irdische Herrlichkeit versprochen, sondern das Haus Gottes des Vaters, das uns am Ende des Weges erwartet (vgl. Joh 14,2- „Im Hause meines Vaters sind viele Wohnungen…“)

Der Erlöser des Universums siegt durch sein Opfer. Gott, der Herr alles Geschaffenen, versichert uns seiner Gegenwart mit der Größe seiner unendlichen Liebe. Der Herr zerstört nicht die Freiheit des Menschen: Gerade er hat uns ja frei gemacht. Darum will er keine erzwungene Antwort, er will Entscheidungen, die aus der Tiefe des Herzens kommen. Und er erwartet von uns Christen ein Leben, das alle Menschen in unserer Nähe trotz unserer Erbärmlichkeiten, Fehler und Unzulänglichkeiten den Widerhall des Dramas auf Golgotha vernehmen lässt. Im Hinblick auf den Opferkult setzt der Hebräerbrief eigene Akzente: Einmal betont er Jesu unvergleichliches Priestertum. Es entspringt der Ordnung des Melchisedek. Die Hohenpriester des Alten Bundes mussten immer wieder Opfere darbringen, und zwar mit Böcken und Stieren (7,27; 9,13,25), wobei Gott letztlich an Schlacht- und Brandopfer kein Gefallen hat (10,6ff), Jesus aber mit seinem ewigem Priestertum (7,17.21.24), hat „ein für allemal“, wie der Brief mehrmals hervorhebt (7,27; 9,12; 10,10) Reinigung von Sünden gebracht (Hebr 9,14.26), „da er sich selbst darbrachte“ (7,27).

Während die alttestamentlichen Opfer nur Schatten und Sinnbilder waren und nicht von Sünden reinigen konnten, ist das Opfer Christi, „der… sich selbst als makelloses Opfer Gott darbrachte“ (9,14), vollkommen und umfassend, d.h. es bewirkt dieses „einzige Opfer“ (10,12), auch die Vergebung der im ersten Bund begangenen Sünden (vgl. 9,8.15). Dieses Opfer, das „nicht ohne Blut“ (9,18) vollzogen werden kann, wie es schon beim ersten Bundesschluss (Ex 24,8) geschehen ist, bewirkte den „neuen“ und „besseren Bund“ (7,22; 8,6.8-13; 9,15). Das Kreuzesopfer ist ein absolutes Opfer, da es „ein für allemal“ (Hebr 7,27; 9,12; 10,10) als einziges (10,12) und einzigartiges Opfer alle Sünden hinweg genommen hat; das Messopfer ist dagegen ein relatives, ein Opfer in ständigem Bezug und bleibender Abhängigkeit. Aber dieses absolute Opfer sollte nicht wie andere geschichtlichen Ereignisse mit der Zeit verschwinden, d.h. nur noch Vergangenheit sein.

Deshalb hat Jesus der Kirche ein sichtbares Opfer hinterlassen. Das Ereignis in der Vergangenheit soll vergegenwärtigt werden und sein Gedächtnis fortdauern. Jesus hat schon im Abendmahlssaal „seinen Leib und sein Blut Gott, dem Vater, dargebracht“ (DH 1740). Die Eucharistie ist demnach ein vergegenwärtigendes, wirklichkeitserfülltes Erinnern an das Abendmahl, das wiederum eine Vorwegnahme des Kreuzesopfers ist. Da die Gestalt des Hohenpriesters Jesus und sein Opfer nicht der Vergangenheit angehören, sondern fortdauern, weil die Eucharistie nicht nur ein „bloßes Gedächtnis“ ist (da der Hohepriester und die Opfergabe auf Golgota und in jeder Messe dieselben sind), ist sie nicht nur Lob- und Dankopfer, sondern auch „ein Sühnopfer“ (DH 1753).

Denn die Opfergabe ist ein und dieselbe; derselbe, der sich am Kreuz opferte, opfert jetzt durch den Dienst der Priester; allein die Weise des Opfers ist verschieden. Warum hält die katholische Kirche auf den Opfercharakter der Eucharistie fest? Der erste und eigentliche Grund liegt in der Vergegenwärtigung des Kreuzesopfers. Da dieses (zusammen mit der Auferstehung) das Zentrum des Glaubens bildet, bedeutete es einen argen Verlust, wenn es „bloß im Gedächtnis“ und in seinem Ergebnis gegenwärtig wäre, aber nicht in seinem Vollzug. In dieser Sicht wird das Kreuzesopfer durch die Eucharistie nicht geschmälert, sondern von der Gefahr, zu einer Größe der Vergangenheit herabzusinken, bewahrt und zu einem Ereignis der Gegenwart. Freilich muss dabei immer das Kreuzesopfer führend bleiben und das eucharistische Opfer relativ.

Ein weiterer Unterschied besteht darin, dass das Kreuzesopfer in der blutigen Realität erfolgte, das eucharistische Opfer aber in unblutiger Weise dargebracht wird. Die unblutige Darbringung des Kreuzesopfers findet in der Eucharistiefeier in der Doppelkonsekration, d.h. in der getrennten Darstellung der Gegenwart Christi in seinem Leib und seinem Blut unter den Gestalten von Brot und Wein ihren symbolischen Ausdruck. So schreibt Pius XII. in der Enzyklika Mediator Dei: „Nach dem Ratschluss der göttlichen Weisheit wird … die Opferung unseres Erlösers in einer wunderbaren Weise durch äußere Zeichen gezeigt, die Verweise auf den Tod sind. Denn durch die Wesensverwandlung des Brotes in den Leib und des Weines in das Blut Christi sind sowohl sein Leib als auch sein Blut wirklich gegenwärtig: die eucharistischen Gestalten aber, unter denen er anwesend ist, versinnbildlichen die Trennung von Leib und Blut“ (DH 3848).

Dieses neue Opfer ist die Selbsthingabe Jesu Christi am Kreuz. Der Opfertod ist einmal ausgesagt in den Einsetzungsberichten: „Das ist mein Fleisch für euch“ (1 Kor 11,24; vgl. Lk 22,19). Das Kelchwort: „Das ist mein Blut, das Blut des Bundes, das für viele vergossen wird“ – so Mk 14,24 und Mt 26,28 – knüpft an Ex 24,8 („Das ist das Blut des Bundes“), d.h. Paulus (1 Kor 11,25) und Lk 22,20 überliefern dagegen die Wendung „der neue Bund in meinem Blut“. Sie betonen – wohl im Rückgriff auf Jer 31,31 – die Neuheit dieses mit dem Opferblut besiegelten Bundes. Auf den Opfercharakter des Todes Jesu weisen noch Mk 10,45 („Leben hingegeben als Lösepreis für viele“), die gesamten Paulusbriefe, ebenso 1 Tim 2,6 („der sich als Lösgeld hingegeben hat für alle“), Offb. 1,5; 5,6.9; 1 Petr 2,24; 1 Joh 2,2 und vor allem der Hebräerbrief (8,6.10ff; 9,11-17.25-28; 10,4-14 hin, der das einzigartige und vollendete Priestertum Jesu Christi herausstellt.

In der Hingabe seines Lebens ist Jesus Christus Priester und Opfergabe zugleich, wobei das Opfer nicht durch das Übermaß an Leiden vollendet wird, sondern durch seinen auch im Leiden bewährten Gehorsam (vgl. Phil 2,8; Hebr 5,8). Die Eucharistie umfasst das Ganze der Erlösung und der Kirche gleichsam in einem Brennpunkt. P. Claudel hat einmal gesagt: „Der Inbegriff des Katholizismus, der unendlich feine und gewichtige Punkt, in dem er sich zusammenfassen lässt, ist die Eucharistie.“ Die Eucharistie ist die wirkliche Gegenwart. Das heißt, dass Christus nicht nur in unserem Denken für uns gegenwärtig ist, in unserem Herzen und in unserer Vorstellung, sondern dass er leibhaftig hier ist, genau wie in den Tagen von Galiläa, aber auf eine noch wesentlichere und intimere Weise.

Die Eucharistie ist Höhepunkt, Mitte, Aufgipfelung und Fülle. Das Zweite Vaticanum umschreibt dies mit hohen Worten der Verehrung (PO 5): Auf die Eucharistie sind alle Sakramente „hingeordnet. Das gilt auch für die anderen kirchlichen Dienste und für die Apostolatswerke. Die Heiligste Eucharistie enthält ja das Heilsgut der Kirche in seiner ganzen Fülle, Christus selbst, unser Osterlamm und das lebendige Brot.“ Die Eucharistie umfasst das Ganze der Erlösung und der Kirche gleichsam in einem Brennpunkt. In der Eucharistie wird das Opfer Christi vergegenwärtigt.

Vor allem der Hebräerbrief unterstreicht das unvergleichliche Priestertum Christi, der als Hohepriester, selbst ohne Schuld und Makel, sich selbst als Gabe „ein für allemal“ zum Opfer darbrachte (vgl. Hebr 7,26ff). In dieser Selbstdarbringung erwirkte Christus mit seinem Blut „ein für allemal“ dauernde Erlösung. Die Erlösung geschah durch das „kostbare Blut Christi als eines untadeligen und makellosen Lammes“ (1 Petr 1,19). Das ganze Neue Testament unterstreicht immer wieder in den Aussagen über die sühnende Wirkung des Todes Christi und über sein Blut den Opfercharakter dieses Todes (vgl. Mk 10,45; 1 Joh 1,7; 2,2; Röm 3,25; 5,8ff; 1 Kor 15,2; 2 Kor 5,21). Nach Hebr 10,5-10 ist Jesus von Anfang an, d.h. von „seinem Eintritt in die Welt“ an, Priester. Dank der Eucharistie können wir wirklich jenen Satz wiederholen, der sonst empörend und unverständlich wäre: ‚Aber ich sage euch die Wahrheit; es ist gut für euch, dass ich hingehe’ Denn er verlässt uns nicht“.

Maria – die „eucharistische“ Frau in der Kirche

Bereits in der Enzyklika „Redemptoris Mater“ von Papst Johannes Paul II., über die selige Jungfrau Maria im Leben der pilgernden Kirche“ (1987) geht es um die bleibende und aktive Präsenz der Mutter der Kirche in der Beziehung Mariens zur Hl. Eucharistie: „Diese ihre Mutterschaft wird vom christlichen Volk in besonderer Weise wahr genommen und erlebt bei der heiligen Eucharistie, bei der liturgischen Feier des Erlösungsgeheimnisses, in der Christus mit seinem wahren, aus der Jungfrau Maria geborenen Leib gegenwärtig wird. Zu Recht hat das christliche Volk in seiner Frömmigkeit immer eine tiefe Verbindung zwischen der Verehrung der Heiligen Jungfrau und dem Kult der Eucharistie gesehen … Maria führt die Gläubigen zur Eucharistie.“ (Nr. 98 – 99) Johannes Paul II spricht von einer eucharistischen Dimension der Marienverehrung, die er im Sechsten Kapitel seiner letzten Enzyklika „Ecclesia de Eucharistia“ vom 17. April 2003 weiter entfaltet unter dem Titel: „In der Schule Mariens – die Eucharistie und Maria“ (Nr. 53 – 58)

Zusammenfassend hält der Papst dort fest: „In ihrem ganzen Leben ist Maria eine ‚eucharistische Frau’. Die Kirche, die auf Maria wie auf ihr Urbild blickt, ist berufen, sie auch in ihrer Beziehung zu diesem heiligsten Mysterium nachzuahmen.“ (Nr. 53) Obwohl auch der Papst feststellt, dass das Evangelium zu diesem Thema schweigt, macht er deutlich, dass Maria uns tatsächlich zu diesem heiligen Sakrament hinführen kann. Um Maria als „eucharistische Frau“ ausweisen zu können, müssen wir die innere Haltung Mariens näherhin betrachten. „Du bist voll der Gnade“ (Lk 1,28).

So hat der Engel Maria gegrüßt und damit auf jenen eigentlichen Glanz verwiesen, der aus ihrer hohen Erwählung kommt, Mutter des Sohnes Gottes zu werden. Gnade ist niemals Ergebnis menschlicher Arbeit und Leistung; Gnade ist Geschenk göttlicher Großzügigkeit und Barmherzigkeit. Gnade, ein wahrhaft Not – wendendes Wort für uns inmitten einer Zeit so vieler menschlicher Gnadenlosigkeit und Überheblichkeit, aber auch so vieler Suche nach Sinnerfüllung, Trost und Halt. Was ist aller Stolz menschlicher Selbstvergötzung gegenüber solcher Gnade Gottes, die uns geschenkt wird, damit wir sie weiterschenken: den einen zur Hoffnung und Ermutigung und den anderen, damit sie wieder umkehren von ihrer Schuld und Sünde und sich bekehren zum Gott der Gnade und des Lebens.

Ich weiß, dass Maria irgendwie mitwirkt auf Grund ihrer innigen Verbundenheit mit der Allerheiligsten Dreifaltigkeit, und weil sie die Mutter Christi ist, seines Fleisches und Blutes; Jesus Christus, vollkommener Gott und vollkommener Mensch, hat Maria zur Mutter. Sie empfing ihn ohne Zutun eines Mannes, einzig aus der Kraft des Heiligen Geistes, und sie gab ihm das Blut, jenes Blut, das auf Golgotha und in der heiligen Messe als Erlösungsopfer dargebracht wird. Schon vorher hat Maria ihren eucharistischen Glauben vor der Einsetzung gelebt, weil sie nämlich ihren jungfräulichen Schoß für die Menschwerdung des Wortes Gottes dargeboten hat.

„Bei der Verkündigung empfing Maria den göttlichen Sohn, auch seinen wahren Leib und sein wahres Blut, und nahm in sich das vorweg, was sich in gewissem Maß auf sakramentale Weise in jedem Gläubigen ereignet, der unter den Zeichen von Brot und Wein den Leib und das Blut des Herrn empfängt.“ (54) - Papst Johannes Paul II. stellt eine tiefgehende Analogie zwischen dem Fiat, mit dem Maria auf die Worte des Engels geantwortet hat, und dem Amen, das jeder Gläubige spricht, wenn er den Leib des Herrn empfängt.“ – als Maria zu Elisabeth über die Berge eilte, trägt sie das fleischgewordene Wort in ihrem Schoß und wird in gewisser Weise zum „Tabernakel“ – dem ersten „Tabernakel“ der Geschichte (55) – nicht nur auf Golgota, sondern während des ganzen Lebens auf der Seite Christi macht sich Maria den Opfercharakter der Eucharistie zu eigen. Maria lebt schon die Hingabe, die in der Vereinigung mit dem Sohn im Leiden ihre Vollendung fand.

Dieser Leib, der als Opfer dargebracht wird, ist ja derselbe Leib, den sie in ihrem Schoß empfangen hatte. Nun war Jesus beim Kreuz nicht allein. Bei dem Kreuz standen seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Kleophas, und Maria Magdalena … und Johannes (vgl. Joh 19,25). Maria war nicht bloß beim Kreuz Jesu anwesend, sondern innerlich hat sie sich mitgeopfert, war mit ihm verbunden als Stellvertreterin der ganzen Kirche. Für uns wurde sie damit zum Vorbild! Der heilige Paulus schreibt: „Angesichts des Erbarmens Gottes ermahne ich euch: Bringt euren Leib Gott als lebendiges und heiliges Opfer dar. Das sei euer geistlicher Gottesdienst“ (Röm 12,1).

Maria lebt nur vom Kreuz her, und auch die Kirche lebt vom Erlösungsopfer des Kreuzes Christi. Maria stimmte ja der „Darbringung des Schlachtopfers, das sie geboren hatte, liebevoll“ zu (vgl. LG 58). Vom Kreuz her müssen wir uns zurückerinnern an die Verkündigungsszene in Nazareth (Lk 1, 26 – 38). Als Pieta muss Maria ihre Bereitschaft wiederholen; sie trägt nun wieder ihren Sohn: Jetzt nicht unter dem Herzen, sondern nun ist er mit dem durchbohrten Herzen ihr vor Augen. Jetzt zeigt sich, dass Maria ganz aus dem Kreuz lebt. Während des irdischen Lebens Jesu hatte sie Leid und Schmerz erleben müssen; jetzt lebt sie ganz vom Kreuz her, vom gekreuzigten Sohn her. Und auch in diesem bitteren Augenblick wird sie gewusst haben, dass Gottes Dynamik mehr ist als alles Menschen – Mögliche (vgl. Lk 1,37). Und sie hält ihren toten Sohn und hält zu ihm.

Jetzt ist sie Kirche unter dem Kreuz. Die Pieta zeigt uns den geopferten Leib des Erlösers. Thomas von Kempen wird darüber sagen: sie hält die „hostia“. Und das ist es, was Maria uns als die ganze Kirche in diesem Moment zeigen möchte: den Leib Christi. Maria ist Mutter Gottes und unsere Mutter. Maria ist in Anbetung vor der heiligen Hostie. Heute, wie damals und wie immer, lehrt uns Maria den Umgang mit Jesus, ihn zu erkennen und ihn immer wieder im Alltag zu finden – besonders aber während des erhabenen Augenblicks der heiligen Messe, wo sich Zeit und Ewigkeit vereinen: Jesus zieht in der Haltung des Ewigen Priesters alles an sich, um es im Hauch des Heiligen Geistes, in die Gegenwart Gottes des Vaters zu bringen.

Man hat gesagt, Maria sei die erste Monstranz gewesen; sie habe uns Menschen Christus gezeigt, wie eine Monstranz den Gläubigen den Leib Christi, die Hostie, zeigt. Dieser eucharistische Bezug der Pieta ist ein Hoffnungsschimmer. Wenn Maria jetzt die ganze Kirche ist, dann ist das – menschlich betrachtet – eine Ausweglosigkeit. Aber Maria mit dem Leib des Erlösers, mit der „hostia“, gibt erste Hoffnung, lässt Gutes ahnen und erinnert uns an Gottes Dynamik. Durch die „Kraft des Allerhöchsten“ (Lk 1,35) wurde Maria die Mutter des Erlösers Jesus Christus. Und durch die „Kraft des Allerhöchsten“ steht sie jetzt durch, die ganze Kirche zu sein in der totalen Ausweglosigkeit mit dem toten Sohn auf ihrem Schoß. Aber zugleich „…musste der Messias leiden, um so in die Herrlichkeit zu gehen …“, so bringt uns der Hl. Lukas das Ostergeheimnis nahe (vgl. Lk 24,26).

Die „Kraft des Allerhöchsten“ zeigt sich gerade darin, dass der Sohn Gottes nicht festhält an Macht, Stärke und Größe, sondern dass er leiden, ja mitleiden möchte mit uns. Wir sagten, eine erste Hoffnung ergebe sich daraus, dass der Erlöser eine Opfergabe, eine „hostia“ sein wollte. Jesus entäußert sich und leidet freiwillig; er wurde „… wie ein Sklave und den Menschen gleich. Er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz“ (Phil 2,7-8). Das Opfer Christi ist vor - gedeutet im Ja Mariens; im ersten Anfang des irdischen Lebens Jesu steht das opferbereite Ja seiner Mutter. Und auch die Pieta spricht dieses Ja neu. Im Schlusskapitel der Antrittsenzyklika von Papst Benedikt XVI. „Deus caritas est“ sieht der Papst das Programm Mariens so: „Nicht sich in den Mittelpunkt stellen, sondern Raum schaffen für Gott, dem sie sowohl im Gebet als auch im Dienst am Nächsten begegnet – nur dann wird die Welt gut.

Maria ist groß eben deshalb, weil sie nicht sich, sondern Gott groß machen will. Sie ist demütig: Sie will nichts anderes sein als Dienerin des Herrn (vgl. Lk 1, 38,48). Sie weiß, dass sie nur dadurch zum Heil der Welt beiträgt, dass sie nicht ihr eigenes Werk vollbringen will, sondern sich dem Wirken Gottes ganz zur Verfügung stellt.“ (Nr. 41)

Wenn die Eucharistie ein Geheimnis des Glaubens ist, das unseren Verstand so weit überragt, dass von uns eine ganz reine Hingabe an das Wort Gottes gefordert ist, kann uns niemand so Wegweiserin sein wie Maria. Jesus sagt: „Tut dies zu meinem Gedächtnis“, und Maria ruft aus dem Hochzeitssaal von Kana in die ganze Welt hinaus: „Was er euch sagt, das tut“. Und Papst Johannes Paul II. interpretiert das, so als wollte Maria uns sagen: „Zögert nicht, vertraut auf das Wort meines Sohnes.

Er, der fähig war, Wasser in Wein zu verwandeln, ist ebenso fähig, aus dem Brot und dem Wein seinen Leib und sein Blut zu machen.“ (Nr. 53) Beim „Gedächtnis“ von Golgota ist all das gegenwärtig, was Christus in seinem Leiden und in seinem Tod vollbracht hat. Daher fehlt auch das nicht, was Christus für uns an seiner Mutter vollbracht hat. Ihr vertraut er den Lieblingsjünger an, und in ihm vertraut er ihr auch jeden von uns an: „Siehe, dein Sohn!“ Ebenso sagt er auch zu jedem von uns: „Siehe, deine Mutter!“ (vgl. Joh 19,27-27).

Wenn wir das Gedächtnis des Todes Christi in der Eucharistie leben, meint das auch, dass wir fortwährend dieses Geschenk empfangen und diejenige, die uns jedes Mal als Mutter gegeben wird, nach dem Beispiel des Johannes zu uns zu nehmen. Der Papst sagt: „Es bedeutet, dass wir zugleich die Mühe auf uns nehmen, Christus gleichförmig zu werden, indem wir uns in die Schule der Mutter begeben und uns von ihr begleiten lassen. Mit der Kirche und als Mutter der Kirche ist Maria in jeder unserer Eucharistiefeiern anwesend.“ (57) Und im nachsynodalen Schreiben „Sacramentum caritatis“, Nr. 33 lesen wir über Maria und die Eucharistie: „Wenn wir auch alle noch unterwegs sind zur ganzen Erfüllung unserer Hoffnung, heißt das nicht, dass wir nicht jetzt schon dankbar anerkennen können, dass alles, was Gott uns geschenkt hat, in der Jungfrau Maria, der Mutter Gottes und unserer Mutter, seine vollkommene Verwirklichung gefunden hat.

In der heiligen Jungfrau sehen wir auch die sakramentale Weise, mit der Gott das Geschöpf Mensch erreicht und in seine Heilsinitiative einbezieht, gänzlich erfüllt. Von der Verkündigung bis zum Pfingstereignis erscheint Maria von Nazaret als die Person, deren Freiheit sich ganz und gar dem Willen Gottes anpasst. Ihre unbefleckte Empfängnis offenbart sich im eigentlichen Sinn in der unbedingten Verfügbarkeit gegenüber dem göttlichen Wort. In jedem Augenblick ist ihr Leben geprägt von einem gehorsamen Glauben angesichts des Handelns Gottes.

Als die hörende Jungfrau lebt sie in vollkommenem Einklang mit dem göttlichen Willen; die Worte, die ihr von Gott zukommen, bewahrt sie in ihrem Herzen, und indem sie sie wie zu einem Mosaik zusammensetzt, lernt sie tiefer verstehen (Lk 2,19.51). Maria ist die große Glaubende, die sich vertrauensvoll in die Hände Gottes gibt und sich seinem Willen überlässt. Dieses Geheimnis verdichtet sich bis zur vollen Einbeziehung in den Erlösungsauftrag Jesu. Wie das 2. Vatikanische Konzil erklärt hat, ging „die selige Jungfrau Maria den Pilgerweg des Glaubens. Ihre Vereinigung mit dem Sohn hielt sie in Treue bis zum Kreuz, wo sie nicht ohne göttliche Absicht stand (Joh 19,25), heftig mit ihrem Eingeborenen litt und sich mit seinem Opfer in mütterlichem Geist verband, indem sie der Opferung dessen, den sie geboren hatte, liebevoll zustimmte.

Und schließlich wurde sie von Christus Jesus selbst, als er am Kreuze starb, dem Jünger zur Mutter gegeben mit den Worten: Frau, siehe da dein Sohn“ (LG 58). Von der Verkündigung bis zum Kreuz ist Maria diejenige, die das Wort aufnimmt – das Wort, das in ihr Fleisch annimmt und am Ende verstummt im Schweigen des Todes. Sie ist es schließlich, die in ihre Arme den bereits leblos hingegebenen Leib dessen aufnimmt, der die Seinen wirklich „bis zur Vollendung“ (Joh 13,1) geliebt hat. Darum wenden wir uns jedes Mal, wenn wir in der Eucharistie den Leib und das Blut Christi empfangen, auch an sie, die in voller Zustimmung das Opfer Christi für die ganze Kirche angenommen hat. Maria hat die Teilnahme der Kirche am Opfer des Erlösers eröffnet.

Sie ist die Unbefleckte, die die Gabe Gottes bedingungslos annimmt und auf diese Weise am Heilswerk beteiligt wird. Maria von Nazaret, die Ikone der entstehenden Kirche, ist das Vorbild dafür, wie jeder von uns das Geschenk empfangen soll, zu dem Jesus in der Eucharistie sich selbst macht.“ Wenn wir die innige Beziehung, welche die Kirche mit der Eucharistie hat, in ihrem Reichtum entdecken wollen, dürfen wir Maria nicht vergessen, die Mutter und das Urbild der Kirche (vgl. Ecclesia de Eucharistia, Nr. 53).

So hat der Papst unter die lichtreichen Geheimnisse des Rosenkranzes auch die Einsetzung der Eucharistie eingefügt, vgl. Rosarium virginis Mariae, Nr. 21. Und das Magnifikat? „Wie der Gesang Mariens ist die Eucharistie vor allem Lob und Danksagung.“ (Ecclesia de Eucharistia, Nr. 58) Von Maria ist uns kein Bild überliefert. Alles, was die Künstler in Licht und Farbe auf Leinwand bildeten, ist letztlich nur der tastende Versuch und das Geständnis des Dichters: „Ich sehe dich, Maria, in tausend Bildern ausgedrückt. Doch keins von allen kann dich schildern, wie meine Seele dich erblickt.“ (Novalis)

Die Stellung Mariens ist zentral. Im Mittelpunkt des christlichen Glaubens steht nicht die Existenz Gottes. In der Zeit starker Auseinandersetzungen mit einem weltweiten theoretischen oder praktischen Atheismus mag eine solche Aussage verwundern. Aber wenn die Existenz Gottes das Zentrum des Glaubens wäre, wären alle theistischen Religionen schon im Zentrum eins. Das zentral und unterscheidend Christliche ist vielmehr die Selbsterschließung Gottes mit dem Höhepunkt in der Menschwerdung des Sohnes Gottes. Paulus spricht der Zeit die „Fülle“ zu, in der Gott seinen Sohn sandte, „geboren von einer Frau … damit er loskaufte“ (Gal 4,4-5) Auf dem „Antlitz Christi“ leuchtete die „Herrlichkeit Gottes“ am klarsten auf (vgl. 2 Kor 4,6).

„Niemand hat Gott je gesehen, der eingeborene Sohn … hat Kunde gebracht“ (Joh 1,18). Und der Hebräerbrief beginnt damit, dass Gott einst zu den Vätern gesprochen hat in den Propheten, am Ende der Tage aber durch seinen Sohn, „den er eingesetzt hat zum Erben des Alls, durch den er auch die Welten schuf. Er, der Abglanz seiner Herrlichkeit ist und Abbild seines Wesens, … hat Reinigung von den Sünden erwirkt“ (Hebr 1,1ff). Im Zentrum des christlichen Glaubens steht somit das Erscheinen Gottes in Jesus Christus oder – mit anderen Worten – das gott-menschliche Prinzip. Aber diese Mitte, Jesus Christus, gleicht einer Brücke auf zwei Pfeilern, auf der Herkunft aus Gott und Maria. Schon Ignatius von Antiochien (+110) erkennt diese Zusammenhänge, wenn er schreibt (Eph 7,2): „Einer ist Arzt, aus Fleisch zugleich und aus Gott, … im Fleische erschienener Gott … aus Maria sowohl wie aus Gott.“

Im Zentrum des Glaubens steht Jesus Christus, wahrer Mensch und wahrer Gott, aber zu diesem Zentrum gehört untrennbar der ewige Vater und die jungfräuliche Mutter. Insofern ist die Stellung Mariens zentral. Die ewige Herkunft aus dem Vater und die zeitliche aus Maria besagt natürlich keinesfalls eine Gleichstellung beider: Maria ist und bleibt ein Geschöpf und ein Werk der Gnade, doch ist erstaunlich, wie stark Gott einen Menschen bei der Erfüllung seines Heilswerkes beansprucht und wie hoch er ihn erhebt. Echte und wahre Verehrung Marens führt zum Sohn.

Maria hat die Aufgabe, Christus der Welt zu bringen, und sie hat die Aufgabe sowohl jetzt als auch nach dem Tod „Jesus zu zeigen“, wie es etwa im Salve Regina heißt. Hans Urs von Balthasar hat in seinen „Klarstellungen“ (1971) wohl bedenkenswertes gesagt: „Ohne Mariologie droht das Christentum unter der Hand unmenschlich zu werden. Die Kirche wird funktionalistisch, seelenlos, ein hektischer Betrieb ohne Ruhepunkt, in lauter Verplanung hinein verfremdet … alles wird polemisch, kritisch, bitter, humorlos und schließlich langweilig, und die Menschen laufen in Massen aus einer solchen Kirche davon.“ (72) Die Stunde Mariens wird erst wieder sein im Augenblick des Kreuzes, die ja die wahre Stunde Jesu ist (vgl. Joh 2,4; 13,1). „Dann, wenn die Jünger geflohen sind, wird sie es sein, die unter dem Kreuz steht (vgl. Joh 19,25-27); und später, in der Stunde von Pfingsten, werden die Jünger sich um sie scharen in der Erwartung des Heiligen Geistes (vgl. Apg 1,14).“

Nun geht es noch um die Mutter der Barmherzigkeit. Die feste Überzeugung, dass Maria unsere Nöte, vor allem das Sündenelend der Menschen, mit einer nur eigenen fürbittenden Macht und Liebe zu beheben sucht, gehört zum allgemeinen Glaubensgut der Kirche. Schon von alters her hat die Kirche Maria als Zuflucht der Sünder angerufen und verehrt. So konnte sie auch immer deutlicher eigens als Mutter der Barmherzigkeit verstanden werden. Die kirchliche Tradition und die theologische Wissenschaft hat sich dabei auf einige biblische Zeugnisse gestützt: Mariens Lobpreis der Barmherzigkeit Gottes im Magnifikat; ihr Mitleid auf der Hochzeit zu Kana; vor allem aber die Berichte der Schrift über ihr Mitleiden bei der Passion und ihr Stehen unter dem Kreuze des Herrn.

Nachdem im Anschluss an Spr 20,28 („Güte und Treue behüten den König, er stützt seinen Thron durch Güte“) die Barmherzigkeit immer schon als königliche Tugend apostrophiert worden war, kommentierte man später häufig das Salve Regina, in dem Maria als „Mutter der Barmherzigkeit“ angefleht wird. Dazukam die weite Verbreitung des ältesten Mariengebetes: „Sub tuum praesidium confugimus“ (Unter deinem Schutz und Schirm fliehen wir…) Immer wieder wird Maria als Refugium peccatorum, Concolatrix afflictorum, Mater misericordiae, Regina misercordiae, Janua coeli bezeugt und bezeichnet. Dass Marias Barmherzigkeit alle Menschen, sogar die verkommensten Sünder, die sie irgendwie aufrichtig und beharrlich verehren, mütterlich umfasst und sicher zum Heile führt, wird in verschiedenen marianischen Volksschriften, Predigten Liedern, Andachten und Gebeten seit dem ausgehenden Mittelalter so anhaltend und übereinstimmend betont, dass die allgemeine Glaubensüberzeugung des christlichen Volkes offensichtlich ist.

Die universale Bedeutung der Barmherzigkeit Mariens ist seit dem 11. Jahrhundert ein geläufiges Motiv der Lehre und Verkündigung. Mittelalterliche Grußorationen und Hymnen sowie viele Litaneien wenden sich an die Mutter des Erbarmens. Die Anrufungen der lauretanischen Litanei enthalten zwar nicht in allen ihren Fassungen den Titel „Mutter der Barmherzigkeit“, wohl aber kommen die konkreten Einzelaspekte ihrer Barmherzigkeit zum Ausdruck, wenn man sie als Trösterin der Betrübten, Zuflucht der Sünder, Heil der Kranken verehrt. Vor allem bedeutet Mariens Mitleiden und Herzensopfer unter dem Kreuz eine innige Verbindung mit dem Mysterium des göttlichen Erbarmens. Das Fest der sieben Schmerzen (seit Ende des 14. Jahrhunderts) hatte mancherorts zuerst den Titel „Compassio Mariae“ (Mitleiden Mariens), Beweinung, Martyriums des Herzens Mariens.

Die Anfänge der Andacht zur Schmerzensmutter scheinen schon beim Hl. Anselm im 11. Jahrhundert zu liegen; ihre eigentliche Blütezeit war vor allem das 15. Jahrhundert: Im Jahre 1667 war dem Servitenorden gestattet worden, das ausdrückliche Gedächtnis der sieben Schmerzen zweimal im Jahr zu begehen. Pius VII. hat dann das Herbstfest im Jahr 1824 für die ganze Kirche festgelegt.

Diese Verehrung der schmerzhaften Gottesmutter und die Herz – Marien – Verehrung konnten nur auf Grund der kirchlichen Glaubensüberzeugung von der Barmherzigkeit Mariens wachsen und diese wiederum befruchten (lex credendi, lex orandi). Die ekklesiologische Bedeutung des Stehens Mariens unter dem Kreuz ist von dem maßgebenden Konzilstheologen Kardinal Ch. Journet und vom Vaticanum II wieder aufgenommen und verdeutlicht worden (LK 58, 61). Das typische und einflussreiche Werk des Hl. Alfons v. Liguori „Le Glorie di Maria“ handelt hauptsächlich von der Barmherzigkeit Mariens und bringt die wichtigsten Belege aus der älteren Zeit.

Er stützt sich auf Papst Leo I., wenn er erklärt, dass Maria nicht nur barmherzig, sondern geradezu die Barmherzigkeit selbst genannt werden könne. Die letzten Päpste verkünden diese Wahrheit nachdrücklich, wenn sie in ihren Enzykliken Maria als Mutter, Königin, Mittlerin der Barmherzigkeit oder Zuflucht und Hilfe der Sünder schildern. Papst Pius XII. knüpft ausdrücklich an Bernhard von Clairvaux an, wenn er sagt: „Maria lehrt uns jegliche Tugend, sie reicht uns ihren Sohn und mit ihm alle Hilfe, die uns Not tut, denn Gott wollte, dass uns alles durch Maria zuteil werde“. (Enz. „Ad coeli reginam“) Johannes Paul II. zeigt in seiner Enzylika „Dives in misericordia“ (Nr. 9), dass der Barmherzige immer zuerst ein Beschenkter ist, ja, dass nur derjenige barmherzig sein kann, der selbst zuerst die Barmherzigkeit Gottes erfahren hat.

Dies gilt insbesondere von Maria, die in ihrer Person die ganze Kirche repräsentiert; sie erlangte Barmherzigkeit zwar nicht wie wir, durch Verzeihung der Sünden, da ihr jede, auch die geringste sittliche Unvollkommenheit fehlte, wohl aber auf „präventive“ Weise, da Gott ihr von vornherein als einziger das Privileg gab, vor jeder Sünde bewahrt zu bleiben. Deshalb kann sie auch wie niemand sonst Barmherzigkeit für andere erreichen.

„Niemand hat so wie die Mutter des Gekreuzigten das Geheimnis des Kreuzes … mit dem Herzen erfahren: die wahrhaft göttliche Dimension der Erlösung, die sich vollzog durch den Tod des Gottessohnes auf Golgotha zusammen mit dem Herzensopfer seiner Mutter, zusammen mit ihrem endgültigen „Fiat“. Maria also kennt am tiefsten das Geheimnis des göttlichen Erbarmens. Sie weiß, wie hoch dessen Preis ist. In diesem Sinn nennen wir sie auch Mutter der Barmherzigkeit…“ (Dives in Misericordia, Nr.9 ?) – Die theologische Erklärung folgt aus der besonderen Stellung Mariens in der Heilsgeschichte.

Maria ist die Mutter der Barmherzigkeit, weil sie uns Christus, die verkörperte Barmherzigkeit Gottes, geboren hat und bleibend vermittelt, indem sie diese in Christus geoffenbarte Barmherzigkeit Gottes in ihrem Sein und fortdauernden Tun darstellt und sie als unsere Mutter mitteilt. Die Hl. Schrift bringt immer wieder Lobpreisungen der Barmherzigkeit Gottes (z.B. Ps 88; 102); sie ist höchste Wesenseigenschaft in Gott, die besonders offenbar wurde in Christus (Tit 3,4), erschütternd dargestellt in seinem Kreuzesopfer (Röm 5,8-11) und dauernd bestätigt in seinem ewigen Priestertum (Hebr 2,17; 4,14-15).

Durch die Gnade wird in uns ein Abbild dieses göttlichen Attributes möglich. Deshalb lautet die vierte Seligpreisung: „Selig, die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen“ (Mt 5,7). Die Barmherzigkeit folgt aus der Liebe, ist aber nicht einfach mit ihr identisch; sie bewegt uns dazu, mit dem Elend und der Not des anderen Mitleid zu haben und dies, soweit es von uns abhängt, zu heilen. So erklärt Augustinus: „Was ist die Barmherzigkeit anderes, als ein gewisses Mitleiden mit der Not des anderen in unseren Herzen, wodurch wir gedrängt werden, möglichst zu helfen?“ Gregor d. Große leitet das Wort misericordia ab von „miserum cor“, denn wir die Not des anderen mitleiden, machen wir sein Elend zu unserem, um ihn davon zu befreien.

Die Vulgata spricht wiederholt von den „viscera misericordiae“ Gottes im Sinne eines Übermaßes von Liebe und Mitleid (Lk 1,78; Eph 2,24; Jes 63,15), welche wir nachahmen sollen (Kol 3,12; Lk 6,36). Die biblische Offenbarung weist mehr auf die Sonderstellung Mariens hin: Maria erscheint als das Zeichen der barmherzigen Liebe Gottes zur sündigen Menschheit, in dem (Jes 7,14; Lk 1, 26 – 56) die Mutter mit dem Kind als das Erkennungszeichen göttlicher Erbarmung aufleuchtet.

Der Sinn des Alten Bundes als Vorbereitung der Menschheit auf die Ankunft des Erlösers wird geradezu in Maria verkörpert und vollendet (Mt 1,1-16). Hebr 4,26 erklärt: „Lasst uns voll Vertrauen hintreten zum Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit erlangen“. Nach der Erklärung des Hl. Bonaventura bezieht sich dieser „Thronus gratiae“ auf die Jungfrau Maria: da sie die Mutter der Gnade und Mutter der Barmherzigkeit ist, kann sie niemand, der sie ergeben bittet, die Barmherzigkeit verweigern, denn sie ist gütig und barmherzig (Bernhard von Clairvaux: benigna und miseratrix) In den ersten Jahrhunderten gibt es verständlicherweise nur relativ wenige ausdrückliche Belege für den Glauben an Marias Barmherzigkeit. Als man dann im frühen MA das eigene Sünden- und Schuldbewußtein stärker zu empfinden begann, wurde das Rufen zur Königin (und später zur Mutter) der Barmherzigkeit häufiger und inniger.

Den Titel „Mutter der Barmherzigkeit“ prägte Odo, der zweite Abt von Cluny (+942). Viele folgen ihm, und manche halten diesen Titel für den wichtigsten mariologischen Titel überhaupt. Welche Folgerungen ergeben sich daraus? Die Barmherzigkeit Gottes ist in unserer Heilsordnung in und durch Maria vermittelt, die als Mutter und Braut des Erlösers seine ihm ähnliche Gehilfin sein sollte. Wie Christus, aber unter ihm und durch ihn, ist Maria demnach Abbild und Organ des erlösenden Erbarmens Gottes, sollte es aber in ihrer Eigenart als Frau und Mutter sein. So wird Maria zu einer spezifisch neuen Offenbarung der Liebe und Barmherzigkeit Gottes und Christi: Gott will durch Maria noch auf andere Weise barmherzig sein als ohne sie; eben weil er es hier im Bild und Herzen der Frau und Mutter ist. Mariens Barmherzigkeit ist Ausdruck und Abbild der Barmherzigkeit Gottes bzw. Christi, die sie zuerst selbst erfahren hat. Sie folgt aus ihrer übernatürlichen Christusliebe und will wieder zu Gott führen.

Der Sünder muss zur Mutter der Barmherzigkeit gehen, die jedem wirklich mit Herzenswärme begegnet und in untrennbarer Verbundenheit mit dem Gnadenwirken Christi von innen her helfen kann. Alle Güte Mariens ist und bleibt aber nur Widerschein der unendlichen Liebe Gottes, sie stellt uns die göttliche Barmherzigkeit in einer für uns schwache Menschen besonders zugänglichen und wirksamen Weise dar und teilt sie mit.

Mariens Heilsbedeutung liegt nicht in einem Gegensatz zu Christus, sondern in ihrer fraulich – mütterlichen Weise der Annahme, Teilhabe und ständigen Zuwendung des Gnadenwirkens Christi, in ihrer lebendigen Verkörperung der Kirche. Jeder Christ soll alter Christus sein, Maria war die erste Christin, mehr noch, sie gab und gibt dem Christentum eine menschliche Gestalt. Romano Guardini hat das sehr schön ausgedrückt in seinem kleinen Büchlein „Der Rosenkranz unserer Lieben Frau“, das er übrigens seiner Mutter widmete. Er schreibt: „Was in Maria geschah, ist nicht in heiliger Ferne über uns geschehen, sondern bildet die einmalige, nie erreichbare und doch urbildliche Form dessen, was in jedem Christenleben geschehen soll; dass der ewige Gottessohn im Dasein des glaubenden Menschen Gestalt gewinnt“.

2. Der marianische Priester und sein Wirken in der Kirche


Der marianische Priester ist der Priester nach dem Willen Gottes, konnte doch Maria schon für alle Priester im Voraus rufen: „Siehe, ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe nach deinem Wort“ (Lk 1, 38). Papst Johannes Paul II. hat von Beginn seines Pontifikats an den Priestern seine besondere Wertschätzung ausgedrückt, indem er jedes Jahr zum Gründonnerstag eine Botschaft an sie richtete. Sein letztes Wort an die Priester ist der Brief zum Gründonnerstag 2005. Priesterliche Existenz sei – so schreibt er- zutiefst eucharistische Existenz, „verdankte“ Existenz: „In der Eucharistie dankt Jesus dem Vater mit uns und für uns. Wie könnte diese Danksagung Jesu da nicht das Leben des Priesters prägen? Er versteht es, eine Gesinnung beständiger Dankbarkeit für die vielen im Laufe seines Lebens empfangenen Gaben zu kultivieren: insbesondere für das Geschenk des Glaubens, dessen Künder er geworden ist, und für das Geschenk des Priestertums, das ihn ganz und gar dem Dienst am Gottesreich weiht. Wir haben unsere Kreuze – und gewiss sind wir nicht die einzigen!

Dennoch sind die empfangenen Gaben so groß, dass wir nicht anders können, als aus der Tiefe unseres Herzens unser Magnifikat zu singen“. (Nr.2) Auf dem Hintergrund, dass im Leben des Priester der Lobpreis der Gottesmutter (Magnifikat) anklingt, ist es jetzt an der Zeit, dass wir vom Priester sprechen.

Was ist eigentlich ein Priester? Ich denke, dass ist die Grundfrage, die vor allem geklärt werden muss. Seit Sokrates wissen wir, dass die einfache Frage: „Was ist – ti estin?“ zielsicher zum Kern, zum Wesen einer Sache hinführt. – Was ist also der Priester? Ist er wirklich Gemeindeleiter im Auftrag des Bischofs? Nein, der Priester muss doch noch etwas anderes sein als ein kirchlicher Bürgermeister. Am besten befragen wir dazu jene Instanz, die heute in der Kirche allgemeine Autorität genießt, nämlich das zweite Vatikanische Konzil. In seiner letzten öffentlichen Sitzung am 7. Dezember 1965 veröffentlichte es das „Dekret über Dienst und Leben der Priester „Presbyterorum Ordinis“ (PO).

Nachdem im Konzil beanstandet worden war, man habe viel über die Bischöfe und viel über die Laien gesagt, aber fast nichts über die Priester, galt das letzte Wort der Kirchenversammlung dann doch noch „der Würde des Priesterstandes“ (PO Vorrede). Leider hatte dieses Wort keine durchschlagende Wirkung. Kaum waren die Konzilsväter wieder daheim, setzt bekanntlich jener dramatische Massenexodus von Priestern, Ordensleuten und Seminaristen ein, der bis heute noch nicht ausgestanden ist. Nach Schätzungen haben zwischen 1965 und 1990 etwa 125.000 Priester ihr Amt aufgegeben. Diese Zahl ist und bleibt schrecklich, sowohl was die Einzelschicksale anbelangt als auch die Verwirrung der Gläubigen. Das Konzil war unter die Räder der 68er – Kulturrevolution geraten, und darum hat der verstorbene Papst Johannes Paul II. gewiss recht gehabt, wenn er immer wieder betonte, es sei höchste Zeit, die eigentlichen Intentionen des Konzils zu verwirklichen.

Wie definiert nun das Konzil den Priester: „Durch die Weihe und die vom Bischof empfangene Sendung werden die Priester zum Dienst für Christus, den Lehrer, Priester und König bestellt“ (PO 1). Das Sakrament der Weihe „zeichnet die Priester durch die Salbung des Heiligen Geistes mit einem besonderen Prägemal aus und macht sie auf diese Weise dem Priester Christus gleichförmig, so dass sie in der Person des Hauptes Christus handeln können“ (PO 2). „Sie nehmen für ihren Teil am Amt der Apostel teil“ (ebd.) „Sie sind lebendige Werkzeuge Christi des Ewigen Priesters geworden … Jeder Priester vertritt also, seiner Weihestufe entsprechend, Christus“ (PO 12). „Vor allem beim Messopfer handeln die Priester in besonderer Weise an Christi Statt… Im Mysterium des eucharistischen Opfers, dessen Darbringung die vornehmliche Aufgabe des Priesters ist, wird beständig das Werk unserer Erlösung vollzogen“ (PO 13). Das sind die zentralen Aussagen des Priesterdekrets.

Große Worte, die eines klar machen: Priestertum ist alles andere als ein Job wie jeder andere. Das Wesentliche am Priester ist die Weihe, durch die er auf übernatürliche Weise mit Christus verbunden wird, so dass Christus durch ihn handelt, in ihm gegenwärtig ist. Das Priestertum ist nicht funktional, sondern sakramental zu verstehen, als sakramentale Repräsentation Jesu Christi, des ewigen Hohenpriesters. Der Priester ist ja kein Funktionär. Ein Funktionär kann nämlich gut zwischen seiner Funktion und seiner Person unterscheiden. Der Priester ist vielmehr eine Ikone, ein Bild Jesu Christi. Im Priester will der gekreuzigte und auferstandene Herr selbst gegenwärtig sein, so ganz gegenwärtig, wie er in Maria ganz gegenwärtig war- Und nur als solche Ikone Jesu ist der Priester fähig, in der Eucharistie zu sagen: „Das ist mein Leib.“ Ein Funktionär könnte so nie sprechen. Der Glaube der Kirche besagt, dass nur der Priester auf Grund der durch bischöfliche Handauflegung empfangenen Weihevollmacht und in der Kraft des Heiligen Geistes „wirksam“ sprechen kann: „Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird“ und „Das ist der Kelch des Neuen Bundes, mein Blut, das vergossen wird zur Vergebung der Sünden.“

Wie das 2. Vatikanische Konzil gelehrt hat, kommt es allen Gläubigen zu, „kraft ihres königlichen Priestertums an der eucharistischen Darbringung mitzuwirken“ (LG 10), aber es ist der geweihte Priester, der „in der Person Christi das eucharistische Opfer vollzieht und es im Namen des ganzen Volkes Gott darbringt“ (ebd). Entsprechend der unveränderlichen Lehre der Kirche betont der Papst einmal mehr: „Das Weihepriestertum ist unersetzlich, um gültig die eucharistische Konsekration an das Kreuzesopfer und an das Letzte Abendmahl zu binden“. Und er fügt hinzu: „Die Gemeinde, die zur Feier der Eucharistie zusammenkommt, benötigt unbedingt einen geweihten Priester, der ihr vorsteht, um wirklich eucharistische Versammlung sein zu können“ (vgl. Ecclesia de Eucharistia, Nr. 29).

Das Spezifische am Priester sind nicht seine Fähigkeiten, Kenntnisse und Funktionen, sondern die ihm in der Weihe verliehene Vollmacht („Sacra potestas“ (PO 2), die Sakramente, speziell das Altarsakrament zu vollziehen. Er muss sich und der Gemeinde seine Daseinsberechtigung nicht durch seine Fähigkeiten und Aktivitäten beweisen. Er ist – um mit dem Apostel Paulus zu sprechen – „Diener Christi und Ausspender der göttlichen Geheimnisse“ (1 Kor 4,1) – das zählt und macht seine Existenz objektiv wichtig. Ein Priester soll gewiss eifrig sein. Pausenlose Betriebsamkeit, voll gestopfte Terminkalender und aufwendige Veranstaltungspastoral deuten eher auf mangelnde Spiritualität hin. „Wichtiger als was Sie tun, ist, was Sie sind“ – soll Walter Kasper den neu geweihten Priestern mit auf den Weg gegeben haben.

Man kann dies auch den Vorrang der Gnade nennen, im Falle des Priesters der Amtsgnade. Auch für die Pfarrgemeinde ist es befreiend, im jeweiligen Priester nicht Herrn Müller und Herrn Maier mit ihren persönlichen Stärken und Schwächen zu sehen, sondern das Amt, hinter dem Christus selbst steht. Und manches anscheinend Unzeitgemäße, was mit dem Priestertum zusammenhängt, wird von der sakramentalen Amtsauffassung – und nur von ihr her – verständlich, zum Beispiel der Zölibat.

Nicht wenige denken heute, die Frage des Priestermangels könne dadurch gelöst werden, dass die Zölibatsverpflichtung aufgehoben wird. Dabei haben das 2. Vatikanische Konzil, auf dessen Geist sich mitunter sogar kirchliche Strategen immer wieder berufen, und die Bischofssynoden einmütig die Ehelosigkeit als eine dem Evangelium gemäße Lebensform des Priesters bekräftigt. Es war Papst Johannes Paul II., der immer wieder betonte: „Dass der Sinn für die evangelischen Räte und für die priesterliche Ehelosigkeit weithin abnimmt, bedeutet ebenso einen geistlichen Notstand wie der Priestermangel.“ Sicher steht der Mangel an Verständnis für die zölibatäre Lebensweise auch im Zusammenhang mit der fortschreitenden Säkularisierung unseres Lebens. Sie verleitet dazu, den Blick für die sakramentale Struktur der Kirche zu verlieren und so auch den priesterlichen Dienst pragmatisch und funktionalistisch zu sehen.

Doch zu keiner Zeit dürfen wir uns mit einer solch vordergründigen Sicht begnügen. Wir müssen die priesterliche Existenz vom Glauben her in ihrer tieferen Dimension verstehen. Von daher kann sich uns auch das Verständnis eröffnen für die apostolische und christologische Bedeutung der priesterlichen Ehelosigkeit sowie für deren eschatologische Zeichenhaftigkeit. Mehr denn je brauchen wir Priester, die über allen Pragmatismus hinweg den kühnen Mut des Glaubens setzen; brauchen wir Diener Christi, die ein Stachel im Fleisch dieser Zeit sind und in deutlicher Zeichenhaftigkeit das leben, was ihnen unverwechselbar anvertraut ist.

Ich bin überzeugt, dass die Lebensform des Zölibats ein Alternativ – Programm ist. Soviel auch dagegen protestiert wird – es bleibt ein Stachel im Fleisch dieser Zeit, dass es da Menschen gibt, die so auf das Evangelium setzen, dass sie im Blick darauf das Irdisch – Unvernünftige tun und dafür mit ihrer ganzen Existenz bis in Leib und Seele hinein einstehen, dass sie aus freiem Entschluss um des Himmelreiches willen ehelos leben, um in dieser Lebensform Gott und den Menschen zu dienen. Mit all dem, was das Konzil über den Priester sagt, was wir bisher gehört haben, sagt es überhaupt nichts Neues, denn es steht hier voll und ganz auf dem Boden der Tradition und das heißt: speziell auf dem Boden des Trienter Konzils, das die katholische Lehre vom Priestertum in Abwehr irriger reformatorischer Anschauungen gültig definiert hat. Für den Priester selbst ist diese sakramentale Amtsauffassung von enormer Bedeutung, denn sie befreit ihn vom Leistungsdruck.

Ist der Priester nun Funktionär der Gemeinde oder Repräsentant Christi? In der dogmatischen Konstitution über die Kirche (Lumen gentium) heißt es, dass die Priester „am meisten ihr heiliges Amt in der eucharistischen Feier ausüben, wobei sie in der Person Christi handeln … und das Opfer des Neuen Bundes, das Opfer Christi nämlich, im Messopfer vergegenwärtigen und zuwenden“ (LG 28) Der Dienst am Altar, die Feier der Messe, ist der eigentliche und spezifische Dienst des Priesters, weil er hier das tut, wozu allein die Weihe berechtigt, nämlich „in der Person Christi“, das heißt: im Namen und in der Kraft Christi“, „die Wandlung von Brot und Wein in den Leib und das Blut Christi vorzunehmen, wie Christus selbst es zum ersten Mal im Abendmahlssaal getan hat“. So sagt es Johannes Paul II. in seinem Schreiben an die Priester zum Gründonnerstag 1999, Nr. 4. Ohne Priester gibt es keine Eucharistie.

TEIL 2 folgt!

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