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Legionäre Christi bedauern Verhalten des Gründers

6. Februar 2009 in Chronik, keine Lesermeinung
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Die Ordensgemeinschaft entschuldigt sich für Ärgernis - Der Gründer hatte ein Verhältnis mit einer Frau und ist Vater einer Tochter


Rom (kath.net/Zenit.org)
Einige Angelegenheiten im Leben von P. Marcial Maciel, dem Gründer der Legionäre Christi, waren mit dem katholischen Priestertum nicht vereinbar, erklärte der Pressesprecher der katholischen Ordensgemeinschaft.

„Die Verletzungen, die das Verhalten von P. Maciel der Kirche und ihren Mitglieder zugefügt hat, erfüllen uns mit Schmerz und Trauer. Wir bitten um Entschuldigung für das Ärgernis, dass dadurch erregt wurde", so Jim Fair in einer heutigen Stellungnahme gegenüber ZENIT.

Jim Fair, Pressesprecher der Legionäre Christi in den USA, teilte Reportern mit: „Wir haben von einigen Dingen im Leben unseres Gründers erfahren, die uns überraschen und die schwer zu verstehen sind."

Seit Dienstag gibt es Berichte in den Medien, dass der mexikanische Priester, der letztes Jahr gestorben und in seinem Geburtsort Cotija beerdigt worden ist, ein Verhältnis zu einer Frau hatte und Vater einer Tochter ist.

Der Pressesprecher der Legionäre in Rom, P. Paolo Scarafoni, teilte mit: „Diese Tatsachen können wir nicht verneinen. Aus Rücksicht auf die Privatsphäre betroffener Personen kann ich jedoch diesbezüglich keine näheren Angaben machen".


Auf die Frage der Reporter, ob die Legion sich von P. Maciel als ihrem Gründer lossagen wird, sagte Fair, dass man nicht die Absicht hege, die Geschichte des Ordens umzuschreiben: „Er ist der Gründer und wird immer der Gründer der Ordensgemeinschaft sein. Was auch immer seine menschlichen Fehltritte waren, sind wir dankbar für das Charisma, das wir durch ihn empfangen haben. Eines der Geheimnisse, das wir alle im Leben sehen, ist, dass Gott gute Dinge mit mangelhaften menschlichen Werkzeugen vollbringt".

Pete Vere, ein Kirchenrechtler und Autor verschiedener Bücher über das Kanonische Recht, erklärte gegenüber ZENIT, dass es für die Ordensgemeinschaft der Legionäre Christi keinen zwingenden Grund gäbe, ihren Gründer zu ignorieren.

„Ehrlich mit dem Gründer umzugehen und auszusprechen, dass der Gründer Fehler begangen hat, vielleicht Dinge aus falschen Beweggründen heraus getan hat, und manches Falsche gemacht hat … Ich glaube, diese Art von Offenheit und Transparenz wird es [den Legionären Christi] ermöglichen, voranzukommen", sagte Vere. „In Anbetracht der Größe und der Wirkung, die sie in der Kirche haben, muss offensichtlich etwas Gutes vorhanden sein."

Pater Maciel wurde am 10. März 1920 in der Cotija de la Paz (Mexiko) geboren. Im Alter von 15 Jahren trat er ins Priesterseminar ein, und im Jahr 1936 verspürte der Seminarist den Ruf, einen Orden zu gründen.

Am 3. Januar 1941 errichtete er mit dem Segen des Bischofs eine Gemeinschaft in der Art eines kleinen Seminars.

Am 26. November 1944 wurde Pater Maciel zum Priester geweiht. Am 13. Juni 1948 erfolgte die kanonische Errichtung der Kongregation „Missionare vom heiligsten Herzen und unserer Lieben Frau von den Schmerzen“, aus der die „Legionäre Christi“ hervorgingen, seit 1965 eine Kongregation von Priestern und Brüdern päpstlichen Rechts. Von Mexiko ausgehend erlebte die Ordensgemeinschaft eine rasche Ausbreitung: zunächst auf dem amerikanischen Kontinent, dann auch in einigen süd- und westeuropäischen Ländern.

In den letzten Jahren führte Pater Maciel ein zurückgezogenes Leben, wie es ihm die Kongregation für die Glaubenslehre im Mai 2006 nach der Prüfung verschiedener Anschuldigungen nahe gelegt hatte. Man hatte ihn in eingeladen, „ein zurückgezogenes Leben des Gebetes und der Buße zu führen“ und auf die Ausübung eines öffentlichen pastoralen Dienstes zu verzichten. Außerdem bekräftigte das Dikasterium damals in seiner Erklärung,: „Unabhängig von der Person des Gründers wird mit Dankbarkeit das verdienstvolle Apostolat der Legionäre Christi und der Vereinigung Regnum Christi anerkannt.“

Heute zählt die Ordensgemeinschaft 750 Priester und 2.500 Seminaristen. Der Bewegung Regnum Christi, die Verheirateten, Gott geweihten Laien und Weltpriestern offensteht, gehören weltweit rund 50.000 Mitglieder an.


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