Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. "Ein Schisma und mein Ausstieg aus der Priesterbruderschaft St. Pius X."
  2. Medjugorje: Brandanschlag und Schändungen kurz vor Jugendfestival
  3. Kissler-Kritik an Papst Leo XIV.: „Fatale Botschaft“ bei Lampedusa-Besuch
  4. Festnahme nach Schändungen in Medjugorje - Bischof ruft zu Gebet auf
  5. Die US-Bischöfe fördern die natürliche Familienplanung
  6. Pax tecum – Wenn der Papst über Frieden spricht
  7. Neues Video bringt Sea-Watch unter schweren Verdacht: Zusammenarbeit mit bewaffneten Schleusern?
  8. Gänswein wird 70: Kirchenkarriere wohl noch nicht am Ende
  9. Vatikan stuft schottische Mönche nach unerlaubter Bischofsweihe als exkommuniziert ein
  10. 'Weihnachten im Juli': Der Gedenktag der Heiligen Drei Könige
  11. Kardinal Müller: Das Konsistorium ließ eine tiefgehende Debatte über kirchliche Fragen vermissen
  12. Vatikan dementiert Berichte über Ende des Rupnik-Verfahrens
  13. Ahmad Mansour: „Nennen wir es beim Namen: Es ist der Islamismus“
  14. Papst Leo: „So können wir als Christen das Alter leben: gebrechlich, aber zugleich berufen“
  15. Papst ruft zu christlichem Lebensstil im Urlaub auf

Exegeten haben die Bibel 'zum Steinbruch' gemacht

20. Oktober 2008 in Aktuelles, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Theologe Klaus Berger zum historisch-kritischen Schriftverständnis: Es gibt keinen sichereren Weg, den Glauben zu verlieren, als das Studium dieser Methode.


Rom (kath.net/idea)
Scharfe Kritik an der Bibelauslegung in den letzten Jahrhunderten hat der katholische Theologieprofessor Klaus Berger (Heidelberg) geübt. „Man hat die Bibel herausgerissen aus ihrem Kontext und sie allerorten zum willfährigen Steinbruch gemacht“, schreibt der 67-Jährige in der Oktober-Ausgabe der katholischen Zeitschrift Vatican-Magazin (Rom). Nach seiner Überzeugung ist das Prinzip der Reformation völlig gescheitert, dass sich die Bibel selbst auslegt und jeder Christ zu ihrem Verstehen den Heiligen Geist hat. Dieses Prinzip habe die Kirche „oder das, was von ihr übrig war, vollends aufgelöst“.

In der Folge sei es zu immer neuen Kirchenspaltungen gekommen. So seien aus dem Calvinismus in den USA Tausende von Kirchen hervorgegangen, die alle behaupteten, die Bibel hinter sich zu haben. Daraus sei „kein Reichtum, sondern Chaos und babylonische Verwirrung“ hervorgegangen. Berger ist überzeugt, dass die zerstrittenen Kirchen allein mit Hilfe der Bibel nicht wieder zueinander finden. Er fordert, in die Schriftauslegung das kirchliche Lehramt einzubeziehen.


Historische Bibelkritik zerstört Glaubenssubstanz

Besonders heftige Kritik übt Berger an einem historisch-kritischen Schriftverständnis, bei dem Bibelkritik zum Instrument von Kirchenkritik gemacht werde. Es gebe keinen sichereren Weg, den Glauben zu verlieren, als das Studium dieser Methode. Diese Exegese finde immer heraus, „dass angeblich alles das nicht stimmt, was wir glauben“. Mit ihr könne man die ganze Glaubenssubstanz zerstören, „von der Dreifaltigkeit bis zur Marienverehrung, von der Taufe bis zum Fegefeuer, vom Zölibat bis zum Bittgebet“. Wenn sich ein Ausleger am Wunderglauben stoße, erkläre er, dass der von Jesus auferweckte Lazarus gar nicht gelebt habe.

Wer die katholische Marienverehrung als Belastung für die Ökumene betrachte, werde darauf verweisen, dass die Empfängnis durch den Heiligen Geist nur in zwei der vier Evangelien stehe. Allerdings komme das Vaterunser auch nur in zwei Evangelien vor.

Gott nicht auf therapeutische Liebe verkürzen

Laut Berger wird das Gottesbild durch Ausleger besonders stark manipuliert. Angesehene katholische Theologen schreckten nicht davor zurück, alle Gerichtsaussagen in der Verkündigung Jesu für spätere Eintragungen und Verfälschungen zu halten. Dabei bezeichne sich Jesus ausdrücklich nicht als Friedensapostel. „Wer den Gott der Bibel auf das eine Attribut therapeutischer Liebe festlegt, trägt die angeblichen Bedürfnisse einer hedonistischen Wohlfühlgesellschaft gewaltsam in die Bibel ein“, so Berger. Nach seiner Ansicht wird sich die Kirche der Zukunft um charismatische Einzelpersonen, glaubwürdige Klöster und Gemeinden mit intensiven und reichen Gottesdiensten sammeln.

Berger gehört zu den populärsten Autoren theologischer Literatur im deutschsprachigen Raum. Der katholisch getaufte Wissenschaftler bezeichnet sich als „ökumenische Existenz“. Weil die katholische Fakultät in München seine Doktorarbeit nicht akzeptierte, trat er 1968 in die evangelische Kirche ein und erhielt einen Lehrstuhl an der evangelischen Fakultät der Universität Heidelberg. 2006 trat er zur katholischen Kirche über.

Bestellmöglichkeiten der Zeitschrift unter www.vatican-magazin.com - Achtung: Ermäßigung für kath.net-Clubmitglieder - Infos siehe hier.



Foto: (c) kath.net; Klaus Berger wird von Papst Benedikt im Stift Heiligenkreuz begrüßt


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Klaus Berger

  1. Theologe und Heiligenkreuzer Familiare Klaus Berger wird 70
  2. Theologe und Heiligenkreuzer Familiare Klaus Berger wird 70






Top-15

meist-gelesen

  1. Medjugorje: Brandanschlag und Schändungen kurz vor Jugendfestival
  2. Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns jetzt JETZT!
  3. Kissler-Kritik an Papst Leo XIV.: „Fatale Botschaft“ bei Lampedusa-Besuch
  4. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  5. "Ein Schisma und mein Ausstieg aus der Priesterbruderschaft St. Pius X."
  6. Festnahme nach Schändungen in Medjugorje - Bischof ruft zu Gebet auf
  7. Gänswein wird 70: Kirchenkarriere wohl noch nicht am Ende
  8. Krebs und Paradies – Das Leben des 17-jährigen David Buggi
  9. Leo beruft den lehramtstreuen US-Erzbischof Cordileone in die Apostolische Signatur
  10. Ahmad Mansour: „Nennen wir es beim Namen: Es ist der Islamismus“
  11. Auf der Intensivstation zum ständigen Diakon geweiht: Pino Cannavò
  12. Erzdiözese Wien bestätigt Pensionierung von Dompfarrer Faber
  13. Kardinal Müller: Das Konsistorium ließ eine tiefgehende Debatte über kirchliche Fragen vermissen
  14. Neues Video bringt Sea-Watch unter schweren Verdacht: Zusammenarbeit mit bewaffneten Schleusern?
  15. Irrtümer über den Jakobsweg

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz