12 September 2008, 18:18
Alte Liturgie nicht im Widerspruch zur Liturgie nach dem II. Vatikanum
 
Legionaere
 
WEITERE ARTIKEL ZUM THEMA 'BenediktXVI'
Im Flugzeug nach Paris: Benedikt XVI. antwortet den Journalisten - Vier Themenkreise: Verhältnis von Kirche und Staat, französische Kultur, Liturgie und Pilgerreise

Rom (kath.net/Zenit.org)
Wie es zur Tradition geworden ist, unterhielt sich Papst Benedikt XVI. auch auf seinem Flug nach Frankreich mit den an Bord anwesenden Journalisten. Das Gespräch dauerte insgesamt 15 Minuten und wurde in französischer Sprache geführt.

Werbung
Franken2


Wie der Direktor des vatikanischen Presseamtes, P. Federico Lombardi SJ, im Anschluss erklärte, setzte sich der Heilige Vater mit vier Fragen auseinander.

Die erste bezog sich auf die Worte von Johannes Paul II. bei dessen Besuch im Jahr 1980: „Frankreich, bist du deinen Taufversprechen treu?“ Es sollte damit die Problematik der Laizität angesprochen werden und ob Frankreich dabei sei, seine christliche Identität zu verlieren. Papst Benedikt erklärte, dass sich Laizität und Glaube nicht widersprächen. Die Religion könne nicht mit einem Staat identifiziert werden, und sei sei auch nicht Politik – ebenso wenig wie die Politik eine Religion sei. Staat und Kirche stünden im Dienst derselben Menschen und des Gemeinwohls.

Die zweite Frage betraf die Beziehung des Papstes zur französischen Kultur. In seiner Antwort erinnerte Benedikt XVI. an viele Persönlichkeiten der französischen Kultur, insbesondere der christlichen Kultur, die im Lauf der Geschichte das katholische Denken bereichert haben. Unter diesen erwähnte er im einzelnen Henry de Lubac und Yves Congar.

Das Motu proprio „Summorum Pontificum“ zur Liberalisierung der tridentinischen Liturgie stand im Mittelpunkt der dritten Frage. Benedikt XVI. machte deutlich, dass es seine Absicht gewesen sei, Annahme und Toleranz angesichts derer zu fördern, die mit der alten Liturgie und Spiritualität vertraut seien. Es sei berechtigt, dass dies auch heute beachtet werde. Der Papst betonte, dass die alte Liturgie nicht im Widerspruch stehe zur Liturgie der Reform nach dem II. Vatikanischen Konzil. Vielmehr gehe es um eine gegenseitige Bereicherung der beiden Formen des lateinischen Ritus, was eine besondere Kultur und Ausbildung voraussetze.

Schließlich ging es um den Geist, in dem der Papst nach Lourdes reise. Benedikt XVI. wies darauf hin, dass er bereits als Kardinal an einem großen marianischen Kongress in Lourdes teilgenommen hatte. Sein eigener geistlicher Weg sei eng mit der Gestalt der heiligen Bernadette verbunden. Deshalb wende er sich gemeinsam mit den übrigen Pilgern an die Mutter Gottes – in einer Haltung großer Demut und Verehrung.

Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung auf ein Konto in Ö, D oder der CH oder via Kreditkarte/Paypal!










Lesermeinungen zu diesem Artikel anzeigen und Kommentar schreiben


 
App play store iTunes app store Jetzt kostenlos herunterladen! mehr Infos Instagram
meist kommentierte Artikel

QUERIDA AMAZONIA (140)

'Querida Amazonia' - Die Kirchenleitung der Diözese Linz tobt! (96)

Kardinal Sarah: Zölibat ist Zeichen für radikale Christusnachfolge (76)

Katerstimmung bei ZDK, Schüller, Zulehner & Co. (65)

Wien: Plädoyer für Aussöhnung von Kirche und Freimaurern (37)

Papstschreiben: Vorerst keine Viri Probati für Amazonasgebiet (35)

'Seht, wie sie einander lieben!' (Tertullian) (33)

„Wer Menschen und Vereinigungen als ‚Krebsgeschwür‘ bezeichnet…“ (25)

Bosbach zu Werte Union: CDU muss große Volkspartei bleiben (21)

„Hoffe, dass man jetzt in Deutschland eine religiöse Kehre vollzieht“ (21)

Querida Amazonia – Papst dankt Kardinal Müller (20)

'Das Abschlussdokument der Amazonassynode ist nicht Teil des Lehramts' (20)

„Wir schrauben in der Kirche immer an irgendwelchen Rädchen herum ... (17)

Wiener Kardinal Schönborn sieht synodalen Weg mit Sorge! (16)

Deutsche Bischöfe erhalten brüderliche Zurechtweisung aus der Ukraine (15)