Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Piusbruderschaft erklärt dem Papst den Glauben
  2. Die nächste Reform ist immer die beste aller Zeiten
  3. Vertrauenskrise in der Kirche
  4. Bischöfe und ZdK wollen die AfD ausgrenzen, der Papst empfängt einen AfD-Bundestagsabgeordneten
  5. Kardinal Eijk: Synodenbericht der Arbeitsgruppe 9 muss zurückgewiesen werden
  6. 'Gut' gebrüllt, Löwe?
  7. Vatikan korrigiert argentinische Bischöfe: Gläubige dürfen kniend und auf die Zunge kommunizieren
  8. Vatikanisches Synodenbüro distanziert sich vom umstrittenen Gruppe 9-Abschlussbericht
  9. „Kann der Westen ohne das Christentum überleben?“
  10. Sacrosanctum Concilium: Die Liturgie und das Geheimnis Christi
  11. „Leo macht Schluss mit ‚Doppelstandards‘: Warum der deutsche Synodale Weg ins Stocken gerät“
  12. Rom und die orientalisch-orthodoxen Kirchen seit Fiducia supplicans
  13. Ach FRIEDRICH - Eklat beim Katholikentag und Kanzler Merz mittendrin
  14. „So wie Volker Beck geht es mir auch mit ganz vielen Predigten und kirchlichen Verlautbarungen“
  15. Vatikan veröffentlicht die Leitlinien für den Umsetzungsweg der Synode über die Synodalität

EU-Schelte für Kirchen

9. September 2008 in Chronik, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Eine Entschließung des Europäischen Parlaments fordert das Recht auf Abtreibung als Teil der reproduktiven Gesundheit. Nur der kirchliche Widerstand stört. Von Angela Reddemann.


Brüssel (kath.net/Zenit.org) Sexuelle und reproduktive Gesundheit bedeutet, ein befriedigendes und ungefährliches Sexualleben haben zu können, fordert eine jüngste Entschließung des Parlaments der Europäischen Gemeinschaft. Schade sei nur der absolute Widerstand der Kirchen gegen das Recht auf Abtreibung, wird von der EU argumentiert.

Die Förderung reproduktiver Gesundheit und reproduktiver Rechte soll ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer zukunftsweisenden Familienplanung und Bevölkerungspolitik im Sinne von Punkt V der Millenniumsziele der Vereinten Nationen sein.

Die jüngste, nicht rechtsverbindliche Entschließung des Europäischen Parlaments, die am 4. September verabschiedet wurde, will deshalb das uneingeschränkte körperliche und seelische Wohlbefinden in Bezug auf alle Bereiche, die die Sexualität und die Fortpflanzung der Menschen betreffen, sichern.

Sie bedeutet für die EU das Recht auf Freiheit von sexuellem Zwang und sexueller Gewalt. Der Begriff bezieht sich auf alle Phasen des Lebens, also auch auf die Zeiten, in denen die Menschen keine Kinder mehr erwarten. Für Eltern, die sich Kinder wünschen, bedeutet reproduktive Gesundheit, die Fähigkeit zur Fortpflanzung zu haben.

Sie bedeute aber auch, die freie Entscheidung darüber treffen zu können, ob, wann und wie viele Kinder man sich wünscht, also einen straflosen, legalen und medizinisch gefahrenlosen Zugang zu Formen der Tötung ungeborenen Lebens, erläutert die Tageszeitung des Vatikans, der L'Osservatore Romano, am vergangenen Freitag.


Das Argument der Politiker ist, dass neben der besseren medizinischen Betreuung von Schwangeren und der Geburtshilfe Familienplanungsdienste die Müttersterblichkeitsrate bei der Geburt erheblich senken könnten: „Zeitabstände von mindestens zwei Jahren zwischen den Geburten mindern das Gesundheitsrisiko für Mütter und ihre Kinder erheblich. Wenn alle Frauen Zugang zu Informationen und modernen Familienplanungsmethoden hätten, gäbe es weltweit mindestens ein Drittel weniger Fälle von Müttersterblichkeit“, heißt es in einer Veröffentlichung.

Deshalb beklagt die Resolution das Verbot des uneingeschränkten Gebrauchs von Verhütungsmitteln durch die Kirchen.

Msgr. Giuseppe Merisi, Bischof von Lodi und Vertreter der italienischen Bischofskonferenz bei der COMECE, dem Zusammenschluss aller nationalen katholischen Bischofskonferenzen auf europäischer Ebene, beklagte die Formulierung der EU, die auf das „Recht auf Abtreibung“ pocht.

Wahre Hilfe für die Betroffenen in den Entwicklungsländern bedeute vom Ansatz her etwas vollkommen anderes, nämlich „Lebensschutz und Verurteilung von Abtreibung, die kein Recht ist“.

Jedes Jahr sterben 529.000 Mädchen und Frauen an Komplikationen während der Schwangerschaft oder bei der Geburt, 99 Prozent davon in den Entwicklungsländern. Weitere 20 Millionen Frauen leiden ihr Leben lang an Gesundheitsschäden nach Komplikationen bei der Geburt wie Scheidenfisteln, Anämie, Unfruchtbarkeit, Inkontinenz oder Unterleibsschmerzen.

Bischof Merisi warnte die EU vor einer „diffusen Sensibilität“. Die meisten dieser Todesfälle und Gesundheitsschäden könnten durch eine Achtung der „großen Werte des Lebens und der Menschenwürde“ verhindert werden.

Das Risiko für Frauen während der Schwangerschaft oder bei der Entbindung zu sterben, liegt in Entwicklungsländern bei 1:48. In Ländern Afrikas südlich der Sahara stirbt sogar eine von 16 Frauen. Für Mädchen zwischen 15 bis 19 Jahren sind Komplikationen bei der Schwangerschaft oder Geburt weltweit die Haupttodesursache.

Schon bei der Vorlage der ersten Resolution zum Thema Reproduktive Gesundheit hatte die COMECE mit einer klaren Stellungnahme Position bezogen.

„Die Europäische Union hat keinerlei Entscheidungsbefugnis oder Kompetenz bezüglich Abtreibung oder irgendeiner Frage, die im Bezug zu Leistungen sexueller und reproduktiver Gesundheitsdienste steht“, so die europäischen Bischöfe in ihrer Erklärung.

„Dieser Bereich gehört zur ausschließlichen Kompetenz der Mitgliedstaaten, wie David Byrne, Europäischer Kommissar für Gesundheit, während der Parlamentsdebatte am 2. Juli 2002 bekräftigte. Während dieser Grundsatz im ersten Absatz des Berichts anerkannt wird, wird er im übrigen Text missachtet.

Es ist bedauernswert und unangemessen, dass das Europäische Parlament versucht, in einem Bereich, für den es keinerlei Kompetenz hat, die Politik nicht nur in den EU-Mitgliedstaaten, sondern auch in den Kandidatenstaaten zu beeinflussen“.

Bei der Schlußabstimmung über den Text vom vergangenen Donnerstag stimmten aus Deutschland und Österreich FDP und LIF, Linkspartei, Grüne, SPD und SPÖ sowie der fraktionslose österreichische Abgeordnete Hans-Peter Martin für die Entschließung. CDU, CSU und ÖVP stimmten geschlossen dagegen.

Europaweit bestand die Mehrheit für den Text aus nahezu allen Liberalen (einer enthielt sich), Sozialisten und Sozialdemokraten (einer enthielt sich) und Grünen (einer enthielt sich). Hinzu kamen je eine liberale Minderheit aus EVP und Europa der Nationen. Die Ablehnungsfront bestand aus der großen Mehrheit der EVP, des Europa der Nationen, der Unabhängigkeitsdemokraten und der Fraktionslosen.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Abtreibung

  1. Pensionierter Pastor in Nordirland nach Predigt in Schutzzone um Abtreibungsklinik verurteilt
  2. Fluglinie zahlt Stewardess fast eine Million Dollar nach Kündigung wegen pro-life-Ansichten
  3. Weniger Zeit zum Nachdenken, höherer Druck – was die Abtreibungszahlen aussagen
  4. ALfA: Antrag zur „Versorgung bei Schwangerschaftsabbrüchen“ verfehlt wirkliche Hilfe für Frauen
  5. Sängerin Nina Hagen bereut ihre Abtreibungen
  6. Prag: Tausende Demonstranten fordern bessere Hilfen für Schwangere
  7. Zwangsfinanzierung von Abtreibungen in Krankenversicherungen? Untersuchungen in 13 US-Bundesstaaten
  8. Schauspielerin Christina Applegate nennt Abtreibung ‚Mord‘ und ‚mein Kind töten‘
  9. Britisches Oberhaus stimmt für Abtreibungen bis zur Geburt
  10. Umfrage: Nur 23 Prozent der US-Amerikaner für Abtreibung ohne Einschränkung






Top-15

meist-gelesen

  1. EINMALIGE CHANCE - SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  2. Piusbruderschaft erklärt dem Papst den Glauben
  3. „Leo macht Schluss mit ‚Doppelstandards‘: Warum der deutsche Synodale Weg ins Stocken gerät“
  4. „Kann der Westen ohne das Christentum überleben?“
  5. Die Erzdiözese Wien hat ein Problem: Toni Faber, seine 'Freundin' und seine 100m2 Penthouse-Wohnung
  6. Bischöfe und ZdK wollen die AfD ausgrenzen, der Papst empfängt einen AfD-Bundestagsabgeordneten
  7. Die nächste Reform ist immer die beste aller Zeiten
  8. „So wie Volker Beck geht es mir auch mit ganz vielen Predigten und kirchlichen Verlautbarungen“
  9. Vertrauenskrise in der Kirche
  10. Ach FRIEDRICH - Eklat beim Katholikentag und Kanzler Merz mittendrin
  11. Proteste gegen Auftritt von Kardinal Marx
  12. Vatikanisches Synodenbüro distanziert sich vom umstrittenen Gruppe 9-Abschlussbericht
  13. Kardinal Eijk: Synodenbericht der Arbeitsgruppe 9 muss zurückgewiesen werden
  14. Komm, o Geist der Heiligkeit! Aus des Himmels Herrlichkeit!
  15. 'Gut' gebrüllt, Löwe?

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz