14 August 2008, 11:33
‚… den Namen Gottes nicht aussprechen‘
 
Legionaere
 
WEITERE ARTIKEL ZUM THEMA 'Liturgie'
Vatikan: Der alttestamentliche Gottesname, das Tetragramm "JHWH", soll aus Respekt vor der jüdisch-christlichen Tradition in der katholischen Liturgie nicht mehr ausgesprochen werden.

Vatikan (kath.net) Der hebräische Gottesname „Jahwe“ soll nicht mehr in Liedern oder Texten für den Gottesdienst vorkommen. Dieses Anliegen aus dem Vatikan teilte der zuständige US-Bischof für Liturgiefragen, Arthur J. Serratelli von Paterson (Bundesstaat New Jersey) seinen Mitbrüdern vergangenen Freitag mit, wie CNS am Mittwoch berichtete.

Werbung
Franken2


Der Name Gottes aus dem Alten Testament wird auch als heiliges Tetragramm bezeichet, da er aus vier hebräischen Buchstaben besteht, die häufig als „JHWH“ transskribiert werden. In den USA sind nun einige populäre Gottesdienstgesänge davon betroffen.

Die vatikanischen „Direktiven zum Gebrauch des Gottesnamens in der Liturgie“ wurden als Brief der Kongregation für Gottesdienst und Sakramentenordnung am 29. Juni von Kardinal Francis Arinze und Erzbschof Malcolm Ranjith an die Bischofskonferenzen aller Welt gerichtet.

Die jüdische Tradition habe das Aussprechen dieses heiligsten Namens immer schon aus Respekt vermieden, begründete der Vatikan: „Als Ausdruck für die unendliche Größe und Erhabenheit Gottes wurde der Name als unaussprechbar betrachtet und wurde während des Lesens der heiligen Schrift durch einen alternativen Namen ersetzt: durch ‚Adonai‘, das ‚Herr‘ heißt.“ Auch griechische und lateinische Bibel-Übersetzungen haben dies respektiert und das hebräische Tetragramm mit den jeweiligen Ausdrücken für ‚Herr‘ wiedergegeben: ‚kyrios‘ und ‚dominus‘.

„Dass die Kirche also vermeidet, das Tetragramm des Gottesnamens auszusprechen, hat seine Gründe: Außer einem bloß philologischen Motiv geht es auch darum, der kirchlichen Tradition treu zu bleiben, dass von Anfang an das heilige Tetragramm in christlichem Kontext weder ausgesprochen noch übersetzt … wurde.“

Auch die Instruktion „Liturgiam Authenticam“ von 2001, die Hinweise zur Übersetzung lateinischer liturgischer Texte in die Muttersprachen gibt, habe festgehalten, dass das hebräische Tetragramm, das auf Lateinisch mit ‚dominus‘ wiedergegeben wird, auch in die heutigen Sprachen mit ‚Herr‘ übersetzt werden müsse.

„Ungeachtet dieser klaren Norm hat sich in den letzten Jahren die Praxis eingeschlichen, den wahren Namen des Gottes Israels auszusprechen“, beklagt das vatikanische Schreiben. In Lesungen, Gebeten oder Gesängen seien verschiedene Vokalisierungen vorgenommen worden, wie etwa „Jahwe“ oder „Jehova“.

Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung auf ein Konto in Ö, D oder der CH oder via Kreditkarte/Paypal!










Lesermeinungen zu diesem Artikel anzeigen und Kommentar schreiben


 
App play store iTunes app store Jetzt kostenlos herunterladen! mehr Infos Instagram
meist kommentierte Artikel

Das katholische Priestertum (168)

Vatikanjournalist: Franziskus setzte Benedikt XVI. unter Druck (87)

Der verwüstete Weinberg (37)

'Diese Todsünde ist die Nichtzahlung der Kirchensteuer' (36)

Erzbischof Carlo Maria Viganò bei Anti-Marx-Kundgebung in München! (32)

Kriminologe Pfeiffer: Kardinal Marx soll zurücktreten! (26)

Franziskus: Schutz Ungeborener von "überragender Priorität" (20)

Koch zu Ökumene: „Viele offene Fragen im Verständnis der Eucharistie“ (19)

„Ohne Menschenfurcht unseren katholischen Glauben öffentlich bekennen“ (19)

Liturgische Bücher von 1962 nun lateinisch-deutsch erhältlich (18)

Warum klammert sich die Kirche so an ein NS-Gesetz? (17)

Appell gegen die Kirchensteuer (17)

Evangelische Kirchengemeinde streicht klassischen Sonntagsgottesdienst (14)

Bischof Hanke: Papstbrief „weitgehend folgenlos geblieben“ (14)

Organspende - "Schweigen bedeutet keine Zustimmung" (13)