Die meisten Deutschen glauben nicht an die Auferstehung
 
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Die traditionelle christliche Vorstellung vertreten nur noch 30 Prozent

Hamburg/Nürnberg/Allensbach (kath.net/idea)
Die meisten Deutschen glauben nicht an die Auferstehung von den Toten. 41 Prozent halten dies für eine reine Wunschvorstellung (36 Prozent in den alten und 57 Prozent in den neuen Bundesländern). 15 Prozent sehen in der Auferstehung ausschließlich ein Symbol der Hoffnung. Das ergab eine repräsentative Umfrage des EMNID-Institutes im Auftrag des evangelischen Magazins “chrismon” (Hamburg). Die traditionelle christliche Vorstellung, wonach der Körper stirbt und die Seele weiterlebt, vertreten 30 Prozent der Bundesbürger. Überraschend: Junge Menschen bis 29 Jahre sind zu 38 Prozent dieser Ansicht, ältere dagegen nur zu 28 Prozent. Sechs Prozent der Befragten sind der Meinung, daß man als anderer Mensch in dieser Welt wiedergeboren wird. Von dem Reinkarnationsgedanken sind besonders die 14- bis 29jährigen angetan (12 Prozent gegenüber einem Prozent der 50- bis 59jährigen). Fünf Prozent der Deutschen glauben, Leib und Seele im Jenseits neu erschaffen werden, und vier Prozent machen keine Angaben. Das Ergebnis macht deutlich, daß ein großer Teil der Kirchenmitglieder nicht mit dem kirchlichen Bekenntnis von der Auferstehung der Toten übereinstimmen, denn zwei Drittel der Bevölkerung gehören einer Kirche an. “chrismon” veröffentlichte zu dem Thema auch Stimmen von Prominenten. Für die Schauspielerin Inge Meysel gibt es keine Zukunft nach dem Tod. “Gott hat dafür gesorgt, daß ich von der Erde verschwinde, weil er sagt: Dieser Mensch hat genug getan, nun berufe ich ihn ab und setze einen Neuen an seinen Platz”, so die 91jährige. Dagegen glaubt die südafrikanische Gospelsängerin Audrey Motaung an die Auferstehung. An diesem Tag werde es nicht mehr wichtig sein, “wer Christ oder Muslim ist, schwarz oder weiß. Wir werden einfach Kinder Gottes sein”.

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GfK-Studie: Materialistische Gesinnung breitet sich aus

Wie die Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) bei einer anderen repräsentativen Umfrage von 2.630 Bundesbürgern zwischen 16 und 69 Jahren ermittelte, vertrauen gleichwohl immer mehr Deutsche eher Gott als der Menschheit. Ihr Anteil stieg von 19,7 Prozent auf 31 Prozent. Zugleich breitet sich aber auch eine materialistische Gesinnung aus. 1999 erklärten 23,6 Prozent, viel Geld verdienen und ihren Erfolg auch nach außen zeigen zu wollen. Ende 2001 waren es 28,7 Prozent. Die Ergebnisse zeigten, daß die Werte der Deutschen auseinander driften, so die GfK. Menschen in den östlichen Landesteilen hielten mehrheitlich an Traditionen fest, von denen sie sich Schutz und Sicherheit versprächen. Im Westen bevorzuge man hingegen den Wandel und fühle sich von neuen Erfindungen angezogen.

Allensbach: Suche nach privatem Glück hat absoluten Vorrang

Auch andere Untersuchungen weisen einen Wertewandel nach. Das Institut für Demoskopie in Allensbach am Bodensee ermittelte, daß die Suche nach privatem Glück für die Deutschen absoluten Vorrang habe. Für 68 Prozent der West- und 65 Prozent der Ostdeutschen sei es am wichtigsten, glücklich zu sein und viele Freunde zu haben. Das Leben genießen wollten 55 Prozent der Befragten in den alten Bundesländern und 52 Prozent in den neuen Bundesländern. “Für andere da sein” halten 19 Prozent der West- und 26 Prozent der Ostdeutschen für wichtig. Aus der von der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung (München) veranlaßten “Generationenstudie 2001” geht hervor, daß Jugendliche wesentlich seltener als Ältere bereit sind, Verantwortung für Staat und Gesellschaft zu übernehmen. Die nachkommende Generation lehne mehrheitlich die Wehrpflicht und soziale Dienste ab. Auch sei sie nicht überzeugt, daß die Kirche einen wichtigen Beitrag zum Wertebewußtsein leisten könne. Für die 16- bis 34jährigen seien vor allem Elternhaus, Schule und Medien prägend.

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