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Deutsche Bundeskanzlerin fordert mehr Gottvertrauen

23. Juni 2008 in Deutschland, keine Lesermeinung
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Merkel: Auch Politiker sollen aus dem Glauben heraus handeln - Umso wichtiger sei darum ein konfessioneller Religionsunterricht, der gute Grundlagen für die Lebensbewältigung schaffe


Berlin (kath.net/idea)
„Mehr Gottvertrauen" hat die Vorsitzende der CDU, Bundeskanzlerin Angela Merkel, auf der 45. Bundestagung des Evangelischen Arbeitskreises (EAK) der CDU/CSU am 20. Juni in Berlin gefordert. Gerade in einer immer säkularer werdenden Welt komme es darauf an, den christlichen Glauben „nicht im stillen Kämmerlein" zu praktizieren. Alle Bürger sollten „nicht aggressiv, sondern standhaft und fröhlich aus dem Glauben heraus" leben und handeln. Dies gelte auch für Politiker. Zugleich bedauerte die Kanzlerin, dass das Wissen um den Glauben immer weiter abnehme.

Umso wichtiger sei darum ein konfessioneller Religionsunterricht, der gute Grundlagen für die Lebensbewältigung schaffe. Deshalb unterstütze sie auch das im Herbst anstehende Volksbegehren für ein Wahlpflichtfach Religion oder Ethik in den Berliner Schulen, sagte Frau Merkel. In Berlin wird christlicher und islamischer Religionsunterricht auf freiwilliger Basis außerhalb des Pflichtstundenplans angeboten, auf dem für alle Schüler das Pflichtfach Lebenskunde steht.


Soziale Marktwirtschaft beruht auf dem christlichenn Menschenbild
Nach Ansicht der Kanzlerin ist die Soziale Marktwirtschaft, die vor 60 Jahren vom damaligen Bundeswirtschaftsminister und späteren Bundeskanzler Ludwig Erhard (CDU) eingeführt wurde, ohne das ihr zugrunde liegende christliche Menschenbild nicht zu verstehen. Ohne die christliche Leitvorstellung vom Starken, der dem Schwachen beizustehen habe, wäre diese Wirtschaftsordnung weder wirtschaftlich noch politisch erfolgreich gewesen.

Auch nach der staatlichen Einheit Deutschlands habe sie sich bewährt. Während die frühere DDR nur etwa 30 Prozent des ökonomischen und sozialen Niveaus des Westens Deutschlands gehabt habe, liege dieses heute bei 80 Prozent. In zahlreichen Bereichen gebe es sogar gleiche Verhältnisse. „Ohne die Einsicht, dass der Starke für den Schwachen da sein müsse, wäre eine solche Leistung nicht möglich gewesen“, sagte Frau Merkel. Allerdings gerieten die Grundlagen der Sozialen Marktwirtschaft zunehmend in Vergessenheit.

„Unverrückbare Maßstäbe“ für das „Friedenswerk Europa"

Frau Merkel zeigte sich zuversichtlich, dass sich die Soziale Marktwirtschaft als eine menschliche Ordnung auch im weltweiten Wettbewerb mittel- und langfristig durchsetzen werde, da sie erfolgreicher als andere Wirtschaftssysteme sei. Dies müsse von Deutschland und Europa den anderen Ländern vorgelebt werden. Für das weiter zu entwickelnde „Friedenswerk Europa" forderte Frau Merkel einige „unverrückbare Maßstäbe“. Dazu gehörten unter anderem Spielregeln für einen fairen Handel, Schutz des geistigen Eigentums, Verbot von Kinderarbeit, maßvoller Umgang mit den lebensnotwendigen Ressourcen und Bewahrung der Schöpfung. Außerdem müssten die Vereinten Nationen gestärkt werden. Vorsitzender des EAK, der mehr als 203.000 Mitglieder hat, ist seit 2003 der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesbildungsministerium, Thomas Rachel.


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