Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Neue Fantasien über das Weiheamt für Frauen?
  2. Leo XIV. möchte bei "Alter Messe" "konkrete und großzügige Lösungen"
  3. Belgischer Bischof Johan Bonny kündigt Weihe verheirateter Männer zu Priestern an
  4. Papst Leo gratuliert der neuen Erzbischöfin von Canterbury
  5. "Vaccine Amen"
  6. Spanien am moralischen Abgrund
  7. „Genau das, was wir heute in Deutschland beim Synodalen Weg erleben, dieselben Themen, Ansichten“
  8. Euthanasie-Skandal in Spanien: Wurde Noelia Castillo Ramos der Widerruf verweigert?
  9. 'Erzieherischer Unterton': Harald Schmidt rechnet mit Tagesthemen und Heute Journal ab
  10. Christliche Werte unerwünscht - Einschränkung der Meinungsfreiheit in Finnland!
  11. Bischof Dr. Heiner Wilmer SCJ wird neuer Bischof von Münster
  12. Panik in Magdeburg
  13. Norwegen: Bischof Hansen bittet, dass jeder Gläubige des Bistums Oslo zur Beichte geht
  14. Dienst, Ordnung, Sendung: Die hierarchische Gestalt der Kirche
  15. Kardinal Eijk zelebriert erstes Hochamt im Vetus Ordo: „Eindrückliches, unvergessliches Erlebnis“

Pfingsten und die Herausforderung des Islam

12. Mai 2008 in Aktuelles, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Die Christen in Deutschland haben bisher nur unzureichend auf den Islam reagiert. Von Christine Schirrmacher


Bonn (www.kath.net / idea)
Rund 20 Millionen Muslime leben in Westeuropa, 3,5 Millionen in Deutschland. Die Zahlen steigen, mehrere Großmoscheen sind im Bau. Der islamische Religionsunterricht wird flächendeckend kommen. Vier islamische Dachverbände schlossen sich 2007 zum „Koordinationsrat der Muslime in Deutschland“ zusammen.

Folgt die Gründung einer islamischen Partei? Wird Europa in 100 Jahren mehrheitlich muslimisch sein? Der Beginn der Gastarbeitermigration liegt fast 50 Jahre zurück – wie haben Christen reagiert? In vielen Bereichen leider gar nicht.

1. Nur ganz wenige Kirchen und Gemeinden haben sich bisher in Richtung der Muslime in Bewegung gesetzt. Anstatt ihnen die beste Botschaft von allen zu bringen, haben Christen in Gleichgültigkeit die zugewanderten Muslime sich selbst überlassen. Viele kommen aus verschlossenen Ländern, manche sind traumatisiert und verzweifelt, andere auf der Suche nach Hoffnung – wo finden sie sie? In der säkular-liberalen Gesellschaft jedenfalls meistens nicht.


2. Zu oft wurde der politische Anspruch des Islam ausgeblendet. Christen meinten viel zu oft, sich aus aller Politik heraushalten und in die eigene Gemeinde zurückziehen zu müssen. Die Demokratie aber lebt von ihren politisch engagierten Bürgern. Es gilt heute mehr denn je, christliche Werte in die gesellschaftlichen Debatten und politischen Entscheidungsgremien einzubringen, wenn sich Kräfte stark machen, die z. B. das Schariarecht durchsetzen wollen.

3. Noch zu wenig wird der ganzheitliche Anspruch des Islam verstanden, alle Bereiche des Lebens zu regeln. Und der christliche Glaube? Soll er nicht auch unser Familien- und Berufsleben, unseren Alltag und unser politisches Engagement prägen? Ein neues Bewusstsein ist dafür nötig.

4. Die missionarische Kraft des Islam wird unterschätzt. Zu viele Christen glauben noch immer, der Islam sei nicht attraktiv, zumindest nicht für Frauen. In unserer orientierungslosen Gesellschaft gewinnt der Islam jedoch viele Sinn- und Haltsuchende als Konvertiten, auch unter den Töchtern christlicher Elternhäuser. Warum?

Selbstbewusstsein und Stärke

Für Muslime ist es eine schiere Selbstverständlichkeit, ihre Religion als die beste von allen zu betrachten. Kaum jemand schämt sich, das auch auszusprechen. Hier könnten Christen von Muslimen viel lernen – und selbstverständlich und freundlich die besonderen Schätze des christlichen Glaubens neu erläutern.

Gott, der Vater, bietet seinen Kindern Gewissheit der Vergebung, Freundschaft, Versöhnung und das ewige Leben an – hoffentlich haben Christen viel dazu zu sagen. Die Trennung von Kirche und Staat, die Vorzüge der Demokratie, der Religionsfreiheit und Gleichberechtigung sind ebenfalls Themen für respektvolle, engagierte Gespräche.

Eindeutige Aufgaben

Im Islam werden Männern und Frauen, Muslimen und Nichtmuslimen eindeutige Rollen und Aufgaben zugewiesen. Klar wird definiert, was richtig und falsch, schwarz und weiß, verboten und erlaubt ist. Im Zeitalter der Beliebigkeit eine echte Herausforderung an Christen, ihren Glauben für sich und andere wieder konkret, klar definiert und fassbar werden zu lassen. Sprachfähigkeit und Überzeugtsein sind gefragt, wenn Christen ernst zu nehmende Gesprächspartner für Muslime sein wollen.

Die Zukunft unseres Landes wird auch von wohlbesonnenen Entscheidungen der Politik mitbestimmt, ebenso von außenpolitischen Entwicklungen. Mehr noch aber noch von der Frage, welche Antwort Christen auf die Präsenz von 3,5 Millionen Muslimen in Deutschland geben – gar keine? Das wäre zu wenig.

Die Autorin, Dr. Christine Schirrmacher (Bonn), ist Islamwissenschaftlerin und wissenschaftliche Leiterin des Instituts für Islamfragen der Deutschen Evangelischen Allianz.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Islam

  1. Wien: Einziger Christ in der Klasse wird "Schwein" genannt
  2. In muslimischen Regionen müssen Christen den Ramadan nicht selten mitbefolgen
  3. Kardinal Schönborn: "Wenn sich bei uns so viele Menschen vom Christentum verabschieden..."
  4. „Wir führen Einzelgespräche mit Muslimen im persönlichen Kontakt“
  5. Papst besucht die Blaue Moschee in Istanbul - Gebetet hat er dort aber nicht
  6. Der neue Erzbischof von Wien und der Islam
  7. Iran: Immer mehr Frauen verstoßen gezielt gegen die Hijab-Pflicht
  8. Muslime größte Religionsgemeinschaft an öffentlichen Wiener Pflichtschulen
  9. Bistum Hildesheim: Kein Verständnis für Kritik an Auftritt eines Imams bei Abschlussfeier
  10. Imam mit Verbindung zur IGMG predigt bei Abschlussfeier einer katholischen Schule






Top-15

meist-gelesen

  1. kath.net ISLAND REISE im JULI 2026 - ANMELDE-DEADLINE DIESE WOCHE - 25. MÄRZ!!!
  2. Euthanasie-Skandal in Spanien: Wurde Noelia Castillo Ramos der Widerruf verweigert?
  3. Große SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  4. Spanien am moralischen Abgrund
  5. Eine große BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!
  6. Leo XIV. möchte bei "Alter Messe" "konkrete und großzügige Lösungen"
  7. Panik in Magdeburg
  8. 'Erzieherischer Unterton': Harald Schmidt rechnet mit Tagesthemen und Heute Journal ab
  9. Bischof Dr. Heiner Wilmer SCJ wird neuer Bischof von Münster
  10. Belgischer Bischof Johan Bonny kündigt Weihe verheirateter Männer zu Priestern an
  11. Neue Fantasien über das Weiheamt für Frauen?
  12. Ein Champion am Galgen – und die Welt sieht weg
  13. Belgischer öffentlich-rechtlicher Sender lässt Moderatoren Marien- und Jesus-Statuen zertrümmern!
  14. Wenn das künftige nominelle Kirchenoberhaupt mit dem eigenen Glauben fremdelt
  15. DBK kritisiert ZDF-Kinderformat „Logo“ wegen Christentum-Beitrag

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz