08 Februar 2008, 12:08
Roms papstkritische Intellektuelle und ein Falschzitat aus Wikipedia
 
Legionaere
 
WEITERE ARTIKEL ZUM THEMA 'BenediktXVI'
Osservatore Romano: Roms papstkritische Intellektuelle zitierten aus Wikipedia - Jene 67 Professoren, die Benedikts Besuch ablehnten, hätten "falsche Informationen als wahr angesehen" und nicht geprüft, ob das Zitat den Fakten entspreche.

Vatikan (www.kath.net) Jene 67 Professoren der römischen Universität „La Sapienza“, die sich gegen den Besuch Benedikt XVI. an ihrer Uni ausgesprochen hatten, begründeten ihre Kritik mit einem Zitat, das sie in der Online-Enzyklopädie Wikipedia fanden und aus dem Kontext herausrissen. Das schreibt die Zeitung „Osservatore Romano“.

Werbung
syrien1

Die Professoren hätten sich selbst als Verteidiger der „Freiheit der Forschung und des Wissens“ bezeichnet, heißt es in dem Beitrag. Dabei hätten sie „falsche Informationen als wahr angesehen“ und nicht geprüft, ob das Zitat den Fakten entspreche. Kein wissenschaftlich arbeitender Mensch würde Wikipedia „als ausschließliche Quelle für seine Forschungen heranziehen, ohne den Wahrheitsgehalt des Inhalts zu prüfen“, heißt es weiters.

Die Professoren hatten behauptet, dass Joseph Ratzinger während einer Rede in Parma am 15. März 1990 den Prozess der Inquisition gegen Galileo Galilei (1564-1642) gerechtfertigt habe. Tatsächlich hatte Ratzinger den skeptisch-agnostischen Philosophen P. Feyerabend zitiert.

Er hielt fest, es klinge „schon sehr viel aggressiver, wenn er (Feyerabend, Anm. d. Red.) schreibt: 'Die Kirche zur Zeit Galileis hielt sich viel enger an die Vernunft als Galilei selber, und sie zog auch die ethischen und sozialen Folgen der Galileischen Lehre in Betracht. Ihr Urteil gegen Galilei war rational und gerecht, und seine Revision lässt sich nur politisch-opportunistisch rechtfertigen.'“

Wikipedia sei mit großer Wahrscheinlichkeit die Quelle des Zitats der 67 Professoren, da sie schrieben, dass die Rede in Parma gehalten worden sei. „Die Rede wurde gehalten, aber sie fand in Rom statt, an genau diesem Tag an der Universität La Sapienza“, heißt es im Osservatore.

„Überraschend ist, dass jener, der auch immer das Zitat von Feyerabend genommen hat, den Rest des Wikipedia-Eintrags nicht gelesen hat, denn dann würde er begriffen haben, dass die Bedeutung des Ratzinger-Statements genau das Gegenteil von dem sagt, was die 67 dem Papst in den Mund legten.“

Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung auf ein Konto in Ö, D oder der CH oder via Kreditkarte/Paypal!











Lesermeinungen zu diesem Artikel anzeigen und Kommentar schreiben


 
App play store iTunes app store Jetzt kostenlos herunterladen! mehr Infos Instagram
meist kommentierte Artikel

Die Kirchen müssen das Haus Gottes sein, wie die Seele (61)

Freiburger Erzbischof Zollitsch soll Missbrauchsfälle vertuscht haben! (54)

Kardinal Burke warnt vor Anpassung an ‚Kultur des Todes’ (45)

Kein Hausarrest für Weihbischof Athanasius Schneider! (36)

Turkson: Papst-Schreiben "Laudato si" von Bischöfen blockiert (35)

Das Zeugnis, das empörte Raunen und eine Frage (32)

NEU! - kath.net-WhatsApp-Newsletter - NEWS und MISSION (25)

Kapelle einsturzgefährdet, weil Fahranfängerin vor Spinne erschrak (22)

Umstrittene US-Pastorin ist für „Porno aus ethisch guten Quellen“ (21)

„Man ist konsterniert ob dieser Blindheit“ (19)

USA: Vatikan untersagt Beschluss von Anti-Missbrauchsmaßnahmen (18)

Nach „Kristallnacht“ wollte Vatikan 200.000 deutsche Juden evakuieren (18)

Grüner Ministerpräsident: 'Männerhorden raus' (18)

Sexueller Missbrauch und Homosexualität im Klerus (17)

Asia Bibi endgültig frei! (16)