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Wird Antonietta die jüngste Heilige in der Kirchengeschichte?

20. Dezember 2007 in Weltkirche, 1 Lesermeinung
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Sechsjähriges Mädchen auf dem Weg zur Seligsprechung - Benedikt XVI. bestätigt heroischen Tugendgrad der Dienerin Gottes Antonietta Meo, die auf Grund von Knochenkrebs im Alter von 6 Jahren starb


Rom (kath.net/ Zenit.org).
Ein sechsjähriges italienisches Mädchen, das auf Grund von Knochenkrebs eine Amputation erdulden musste und dieses Leiden und ihr Leben ganz Gott weihte, könnte als jüngste Heilige in die Kirchengeschichte eingehen, ohne eine Blutzeugin zu sein. Papst Benedikt XVI. unterzeichnete am Montag das Dekret, in dem bestätigt wird, dass Antonietta Meo ein heroisches Leben geführt hat.

Als dem römischen Mädchen am 25. April 1936 das linke Bein amputiert wurde, begann ihr Leidensweg, aber auch ihre außergewöhnliche Erfahrung mit Gott. Das Mädchen trug ab diesem Zeitpunkt eine Prothese und akzeptierte diese Einschränkung, in dem sie ihr „Beinchen“ Jesus schenkte. Ihren Lebenswandel hat Bischof Agostino Superbo aus Potenza in einer kleinen Broschüre nachgezeichnet.

Mit vielen Briefen wollte sie Gott, ihren Vater, trösten. So schrieb sie etwa am 4. September 1936: „Ich bin sehr froh, dass Jesus mir dieses Problem geschickt hat, denn so bin ich seine Auserwählte.“

Als sie 1935 an Knochenkrebs erkrankte, fügte sie nach Angaben der Mutter ihren Lieblingsgebeten folgenden Satz hinzu: „Jesus, tu mir den Gefallen, lass mich sterben, bevor ich eine Todsünde begehe.“

Antonietta Meo wurde am 15. Dezember 1930 in Rom als vierte Tochter von Maria und Michele Meo geboren. Sie wurde ein frommes und lebhaftes Kind und besuchte ab 1933 einen Kindergarten in der Nähe ihrer Pfarrei Santa Croce in Gerusalemme. Man beschrieb sie als „hellwach“, und schon als Vierjährige war sie Mitglied der Kindergruppe de Katholischen Aktion.

Der „Briefwechsel“ zwischen dem kleinen Mädchen und Jesus nehme „Züge eines mystischen Zwiegesprächs“ an, durch das die Gnade Gottes das „Bild einer Zeugin unserer Zeit“ entstehen habe lassen, so Bischof Agostino Superbo.

„Jesus, komm bald in mein Herz, damit ich Dich ganz fest drücken und Dich küssen kann“, schreibt das Mädchen kurz vor ihrer vorverlegten Ersten Heiligen Kommunion. „Ich gebe Dir mein Herz.“

Papst Paul VI. hatte bereits als Staatsekretär die Biographie und die Briefchen von Antonietta Meo gelesen und begeistert ausgerufen: „Ja, wirklich: Der Herr ‚ludit in orbe terrarum‘.“

Das Mädchen betete immer wieder: „Jesus, ich liebe Dich so sehr. Ich will mich vergessen in Deinen Armen; mach mit mir, was Du willst.“

Im Jahr 1941 entschied sich die „Gioventú Femminile der Azione Cattolica“, die Seligsprechung Nennolinas, wie sie liebevoll genannt wurde, voranzutreiben. Der damalige Vorsitzende, Arinda Barellis, war die treibende Kraft. Der Prozess, der 1942 eröffnet worden war, konnte im Jahr 1972 auf diözesaner Ebene abgeschlossen werden.

Dass ein sechsjähriges Mädchen ein Vorbild für alle Christen sein kann, ist durch die Aufhebung einer Norm im Jahr 1981 möglich geworden. Es wurde damals entschieden, dass für die Einleitung eines Seligsprechungsverfahrens nicht mehr eine altersbedingte Reife vorausgesetzt werden muss.

Die sterblichen Überreste Nennolinas wurden am 5. Juli 1999, 62 Jahre nach ihrer Beisetzung, in die Basilika S. Croce in Gerusalemme überführt.

Kurz vor ihrem Tod am 3. Juli 1937 hatte das Mädchen noch den Apostolischen Segen von Pius XI. durch einen päpstlichen Gesandten empfangen. In ihrem letzten Brief an Jesus, den sie diktieren musste, heißt es: „Lieber Jesus, sag der Madonna, dass ich sie sehr liebe und ihr nahe sein will.“



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