Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. ADIOS!
  2. „In Deutschland tobt derzeit ein Kirchenkampf“ - Droht ein Schisma?
  3. Debatte um Leitung der Deutschen Bischofskonferenz - Lehramtstreue Bischöfe als „Königsmörder“?
  4. These: Der dreifaltige Gott soll in der Liturgie der Messe verkündet werden
  5. Hat der Synodale Weg „die katholische Kirche in Deutschland in Machtspiel und Kampfzone verwandelt“?
  6. "Entsprechend klein ist die Lücke, die er hinterlässt"
  7. Synodaler Weg führte zu Streit und Verwerfung
  8. Vatikan dementiert Bericht über Abweisung Macrons durch den Papst
  9. Papst Leo sendet kraftvolle Grußbotschaft an die Teilnehmer des „Marsch für das Leben“/Washington
  10. Seligsprechungsprozess für Pater Alfred Delp SJ wird eröffnet
  11. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Möchte mich nun an liberale Theologen und Gläubige wenden“
  12. US-Vizepräsident Vance wird erneut beim „March for Life“ teilnehmen und sprechen
  13. „Catholic Herald“: „Irlands schwindende Familien“
  14. Eine unerträgliche Verharmlosung des tatsächlichen NS-Unrechts!
  15. Auch müde Gebete zählen

Türkei: Zehn Jahre Lehrverbot für Aramäisch

6. Oktober 2007 in Weltkirche, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Menschenrechtler fordern, dass das Lehrverbot bedingungslos aufgehoben werden muss.


Frankfurt am Main / Ankara (www.kath.net) Es ist ein trauriger Gedenktag: Am 6. Oktober 2007 besteht seit genau zehn Jahren das offizielle Unterrichtsverbot für Aramäisch, die Sprache Jesu für die syrisch-orthodoxen Klöster in der Türkischen Republik. Darauf weist die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) in einer Aussendung hin.

„Das bis heute bestehende Verbot ist eine Menschenrechtsverletzung und widerspricht der offiziellen EU-Politik der türkischen Regierung“, kritisiert die IGFM. Die in Frankfurt ansässige Menschenrechtsgesellschaft fordert die Regierung Erdogan auf, das Lehrverbot umgehend aufzuheben und damit die Gefährdung der betroffenen Lehrer, Schüler und weiterer Beteiligter zu beenden.

Aramäer (auch als Assyrische Christen bezeichnet) und der Gebrauch der Aramäischen Sprache sind keine Bedrohung für die innere Sicherheit der Türkischen Republik, betont die IGFM. Nur 0,02 Prozent der heute in der türkischen Republik lebenden Staatsbürger sind aramäischer Abstammung.

Das ausgesprochene Verbot ist die anhaltende Diskriminierung einer kleinen Minderheit. Die IGFM weist darauf hin, dass nach zehn Jahren offiziellen Verbotes eine stillschweigende Duldung der Aramäisch-Sprachunterweisung für einen EU-Kandidaten unzureichend ist. Die Beteiligten unterliegen einer ständigen Bedrohung durch den türkischen Staat.

Die umgehende offizielle Zulassung des Unterrichts und eine bisher nicht erfolgte uneingeschränkte Ratifizierung des „Internationalen Paktes über bürgerliche und politische Rechte“ entspricht grundlegenden Menschenrechten und ist eine Geste für eine multireligiöse Türkei.

Die Türkische Republik hat Art. 27 dieses Paktes, der die kulturellen und religiösen Rechte von Minderheiten garantiert, nicht ratifiziert. Hierzu gehört, so die IGFM, auch die Berücksichtigung der Minderheiten- und Volksgruppenrechte bei der in Aussicht gestellten Verfassungsreform, die die 1982 unter der Militärdiktatur entstandene Verfassung ablösen soll.

Die IGFM fordert die EU Partner auf, sich für die Legalisierung der Aramäisch-Lehre, die von der IGFM im Tur Abdin (Südost-Türkei) unterstützt wird, einzusetzen. Der Verlust der aramäischen Sprache bedeutet den Verlust der historischen Wurzeln des europäischen Christentums und zugleich das Ende der syrisch-christlichen Identität.

Die IGFM informiert auch über den Hintergrund: Die Gegner des Aramäisch sehen durch die Lehre der Sprache die türkische Identität bedroht. Am 6. Oktober 1997 erließ Fikret Güven, der damalige Gouverneur von Mardin, in seiner Funktion als Leiter der Sicherheitsbehörde einen Erlass, nach dem in den Klöstern des Tur Abdin wie Deirulzafaran und Mar Gabriel der Unterricht in der syrischen bzw. aramäischen Sprache gegen die gesetzlichen Bestimmungen verstößt.



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Türkei

  1. Katholisch sein in Istanbul - Philip und Diana erzählen
  2. Erste fliegende Papst-Pressekonferenz: Lob für Vermittler Erdogan
  3. Papst-Attentäter Mehmet Ali Agca wollte in Iznik mit Papst Leo reden
  4. Papst Leo XIV. in Ankara gelandet
  5. Erster Kirchen-Neubau in Türkei seit 100 Jahren eröffnet
  6. "Lasst uns weiterhin auf Gott und Seine heilige Vorsehung vertrauen"
  7. Erster Kirchen-Neubau in Türkei seit 100 Jahren vor Eröffnung
  8. Christlicher Missionar aus Türkei ausgewiesen
  9. Chalki-Wiedereröffnung: Orthodoxer US-Bischof appelliert an Erdogan
  10. Laschet verbietet der Presse Fragen zu „Ditib“






Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. „In Deutschland tobt derzeit ein Kirchenkampf“ - Droht ein Schisma?
  3. ADIOS!
  4. Debatte um Leitung der Deutschen Bischofskonferenz - Lehramtstreue Bischöfe als „Königsmörder“?
  5. "Entsprechend klein ist die Lücke, die er hinterlässt"
  6. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Möchte mich nun an liberale Theologen und Gläubige wenden“
  7. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  8. Synodaler Weg führte zu Streit und Verwerfung
  9. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  10. Kardinal Zen: Papst Leo „ist wahrlich eine Leitungspersönlichkeit, die zuhören kann!“
  11. Katholikin Eva Vlaardingerbroek verliert Einreiseerlaubnis nach Großbritannien
  12. Hat der Synodale Weg „die katholische Kirche in Deutschland in Machtspiel und Kampfzone verwandelt“?
  13. Sterilisationen, schlechte Lebensbedingungen: Grönländer kritisieren dänische Herrschaft
  14. Maria 1.0: Immer wieder Deutschland - „Deutsch-Synodale“ Reformatoren schaffen Realität
  15. Papst Leo sendet kraftvolle Grußbotschaft an die Teilnehmer des „Marsch für das Leben“/Washington

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz