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Bischof Kapellari: Muslime sollen für Religionsfreiheit eintreten

27. August 2007 in Österreich, keine Lesermeinung
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"So lange Christen sich in fast allen islamischen Ländern verstecken müssen, sollten Muslime in Ländern wie dem unseren auf städtebaulich dominante Moscheen verzichten."


Graz (www.kath.net) Muslime bauen Moscheen in Europa, während Christen in muslimischen Ländern ihre Religion nicht frei ausüben dürfen. Auf diesen rechtlichen Unterschied verwies Egon Kapellari, Bischof der Diözese Graz-Seckau, im Interview mit der „Presse“.

„Ich bin selbstverständlich dafür, dass Muslime – wenn sie die demokratische Rechtsordnung respektieren - auch in einem christlich geprägten Land gemeinsam beten können und dafür geeignete Räume haben“, unterstrich er.

„Ich erwarte aber von muslimisch dominierten Staaten, dass sie Anhängern anderer Religionen Recht und Raum zur Ausübung ihres Glaubens geben. Diesbezüglich bleibt der Islam weltweit noch viel schuldig“, bedauert der Bischof.

„Es ist wünschenswert für die Glaubwürdigkeit muslimischer Forderungen, dass Muslime, die etwa in Österreich leben, sich für Religionsfreiheit in ihren Herkunftsländern einsetzen“, schlägt Kapellari vor.

Natürlich könne der einzelne Moslem nicht die Verantwortung für die ganze Politik eines islamischen Landes tragen. „Aber etwas Verantwortung trägt man allemal, und ein bisschen Prägekraft haben wir immer in der eigenen Gemeinschaft.“

„So lange Christen sich in fast allen islamischen Ländern verstecken müssen, sollten Muslime in Ländern wie dem unseren auf städtebaulich dominante Moscheen verzichten“, zieht der Bischof die Konsequenz aus der derzeitigen ungerechten Situation.

Viele Christen wüssten nicht viel vom Islam und hätten ein falsches Bild. „Es gibt aber auch viele Muslime, vor allem in asiatischen Ländern, die das Christentum nicht kennen. Und dort besteht die Gefahr, ein kollektives Ressentiment gegen den Westen aufzubauen, das den Weltfrieden gefährdet.“

Es sei nötig, den Islam gut zu kennen. Dann wisse man, dass er nicht homogen sei, sondern vielgestaltig, und kein globales Zentrum habe. „Aber er hat Probleme mit der westlichen Welt.“

Auf die Frage, ob christliche Kirchen muslimische Einrichtungen fördern sollen, meinte der Bischof, dass man die eigene Gemeinschaft nicht in ihrer Identität blockieren dürfe. „Der Islam hat eine Identität, die sich sehr vom Christentum unterscheidet. Dialog soll es geben, indem man Regeln zu einer friedlichen Koexistenz entwickelt.“ Glaubensinhalte werde man wechselseitig nicht verändern können.

Foto: (c) Bistum Graz-Seckau



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