06 August 2007, 14:16
Peking sammelt neue alte Argumente für Ein-Kind-Politik
 
Legionaere
 
WEITERE ARTIKEL ZUM THEMA 'China'
"Mutter Erde ist zu müde, um noch mehr Kinder zu erhalten” klingt besser als "Zieht weniger Kinder und mehr Schweine groß". An der Bevölkerungspolitik ändern die neuen Slogans aber nichts.

Peking (www.kath.net) Die chinesische Regierung ändert ihre Propaganda für die Ein-Kind-Politik: Die Slogans sind moderater und klingen weniger brutal. Gleichzeitig werden die Strafen in manchen Provinzen auf das Achtfache eines Jahreseinkommens erhöht, sollte jemand verbotenerweise mehr als ein Kind haben, meldete AsiaNews.

Werbung
ninive 4

Jahrelang konnte man in ländlichen Gebieten Slogans lesen wie: „Ein weiteres Kind bedeutet ein weiteres Grab“ oder „Zieht weniger Kinder und mehr Schweine groß“. Jetzt hat Behörde für Bevölkerung und Familienplanung entschieden, eine andere Strategie einzuschlagen.

Die Strategie setzt auf das persönliche Wohlbefinden und auf den Umweltschutz. Unter den 190 neuen Werbeslogans sind Sätze zu lesen, die im Westen längst niemand mehr glaubt: „Mutter Erde ist zu müde, um noch mehr Kinder zu erhalten“ oder „Wenn China eine ausgewogene Gesellschaft will, muss es zuerst das demographische Problem lösen“.

Seit 1979 verfolgt China eine restriktive Ein-Kind-Politik. Jedem Paar wird verboten, mehr als ein Kind zu haben. Ausgenommen sind Familien, die am Land leben und einige Minderheiten: Sie können ein zweites Kind bekommen, wenn das erste ein Mädchen ist.

Diese Politik hatte tragische Konsequenzen: Zahlreiche ungeborene Mädchen wurden abgetrieben. Heute herrscht aus diesem Grund ein dramatisches Ungleichgewicht zwischen der Anzahl von Frauen und Männern sowie eine ebenso dramatische Überalterung.

Vielerorts wurden Zwangsabtreibungen und –sterilisationen vorgenommen, Familien wurden verfolgt und gezwungen, hohe Strafen zu zahlen. Kritiker betonen außerdem, dass das Verbot von den reicheren Familien vielfach übergangen wurde, weil es rein finanzielle Strafen gab. Eine Umfrage bestätigt dies: Die Mehrheit der wohlhabenden Bürger Chinas hat mindestens zwei Kinder, zehn Prozent haben drei Kinder.

Der Ton ändert sich zwar in der chinesischen Bevölkerungspolitik. Die Strafen sind indes höher denn je: Ende Juli hob das Parlament von Hunan die Strafen auf das Achtfache eines Jahreseinkommens einer Familie an.

Foto: (c) AsiaNews

Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung auf ein Konto in Ö, D oder der CH oder via Kreditkarte/Paypal!









kath.net ist Teilnehmer des Partnerprogramms von Amazon EU, das zur Bereitstellung eines Mediums für Webseiten konzipiert wurde, mittels dessen durch die Platzierung von Werbeanzeigen und Links zu Amazon.de Werbekostenerstattung verdient werden kann.

Lesermeinungen zu diesem Artikel anzeigen und Kommentar schreiben


 
App play store iTunes app store Jetzt kostenlos herunterladen! mehr Infos Instagram
meist kommentierte Artikel

Satan, der Große Ankläger, gegen das wahre Leben des Christen (67)

„Korruption der Lehre zieht immer die Korruption der Moral nach sich“ (56)

Man kann einen Papst nicht anklagen! (52)

Missbrauchsopfer von Grassi: "Ich habe gelitten und leide noch immer!" (38)

Marx: „Wir stehen an der Seite der Betroffenen sexuellen Missbrauchs“ (35)

Neues Papstdokument schreibt verpflichtende Synodenumfragen vor (33)

Die Vollmacht des Hirten (33)

Papst Benedikt XVI. in großer Sorge um die katholische Kirche (29)

Papst: Sexualität ist "der schönste Punkt der Schöpfung" (28)

Bischof: Nicht Klerikalismus, sondern Unmoral ist Ursache der Skandale (27)

„Frankfurter Allgemeine“: „Warum schont der Papst McCarrick?“ (26)

Kritik am „fröhlichen“ Foto bei Missbrauchskrisensitzung (25)

Cupich zu Missbrauch: Kirche hat ‚größere Agenda’ (23)

Kurienkardinal Ouellet: Angriffe auf Papst sind "ungerecht". (22)

Das Kreuz – Zeichen der Niederlage, Zeichen des Siegs (21)