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Peking sammelt neue alte Argumente für Ein-Kind-Politik

6. August 2007 in Weltkirche, keine Lesermeinung
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"Mutter Erde ist zu müde, um noch mehr Kinder zu erhalten” klingt besser als "Zieht weniger Kinder und mehr Schweine groß". An der Bevölkerungspolitik ändern die neuen Slogans aber nichts.


Peking (www.kath.net) Die chinesische Regierung ändert ihre Propaganda für die Ein-Kind-Politik: Die Slogans sind moderater und klingen weniger brutal. Gleichzeitig werden die Strafen in manchen Provinzen auf das Achtfache eines Jahreseinkommens erhöht, sollte jemand verbotenerweise mehr als ein Kind haben, meldete AsiaNews.

Jahrelang konnte man in ländlichen Gebieten Slogans lesen wie: „Ein weiteres Kind bedeutet ein weiteres Grab“ oder „Zieht weniger Kinder und mehr Schweine groߓ. Jetzt hat Behörde für Bevölkerung und Familienplanung entschieden, eine andere Strategie einzuschlagen.

Die Strategie setzt auf das persönliche Wohlbefinden und auf den Umweltschutz. Unter den 190 neuen Werbeslogans sind Sätze zu lesen, die im Westen längst niemand mehr glaubt: „Mutter Erde ist zu müde, um noch mehr Kinder zu erhalten“ oder „Wenn China eine ausgewogene Gesellschaft will, muss es zuerst das demographische Problem lösen“.

Seit 1979 verfolgt China eine restriktive Ein-Kind-Politik. Jedem Paar wird verboten, mehr als ein Kind zu haben. Ausgenommen sind Familien, die am Land leben und einige Minderheiten: Sie können ein zweites Kind bekommen, wenn das erste ein Mädchen ist.

Diese Politik hatte tragische Konsequenzen: Zahlreiche ungeborene Mädchen wurden abgetrieben. Heute herrscht aus diesem Grund ein dramatisches Ungleichgewicht zwischen der Anzahl von Frauen und Männern sowie eine ebenso dramatische Überalterung.

Vielerorts wurden Zwangsabtreibungen und –sterilisationen vorgenommen, Familien wurden verfolgt und gezwungen, hohe Strafen zu zahlen. Kritiker betonen außerdem, dass das Verbot von den reicheren Familien vielfach übergangen wurde, weil es rein finanzielle Strafen gab. Eine Umfrage bestätigt dies: Die Mehrheit der wohlhabenden Bürger Chinas hat mindestens zwei Kinder, zehn Prozent haben drei Kinder.

Der Ton ändert sich zwar in der chinesischen Bevölkerungspolitik. Die Strafen sind indes höher denn je: Ende Juli hob das Parlament von Hunan die Strafen auf das Achtfache eines Jahreseinkommens einer Familie an.

Foto: (c) AsiaNews



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