Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Statt Jesuskind in der Krippe ein schleimiges Alien-Monster in der ARD!
  2. Die Skandalchristmette im SWR verstört und verärgert
  3. "'Potestas sacra' für Laien: worum es letztlich geht"
  4. THESE: 'Viele Priester ignorieren das Übernatürliche in der Lehre!'
  5. SWR-Skandalchristmette - Zuständig ist die Diözese Rottenburg-Stuttgart!
  6. Kardinal Nemet: Papst Leo ist der Löwe, der die Wölfe jagen wird
  7. „In seinem Pontifikat war Benedikt XVI. einer der größten Theologen auf der Cathedra Petri“
  8. Vorbehaltlos Ja zum Leben!
  9. USA bombardieren Islamisten nach Massaker an Christen in Nigeria
  10. Psychologe verteidigt Therapie bei ungewollter gleichgeschlechtlicher Neigung
  11. ‚Jede Frau ist stark genug‘, um sich nach einer Vergewaltigung für ihr Baby zu entscheiden
  12. Neuer Papst erweist sich als Publikumsmagnet
  13. Zeitliche und ewige Zukunft
  14. Massive Mehrheit in Österreich sieht Leben mit Muslimen kritisch
  15. „Driving home for Christmas“ – Nun ist Chris Rea auf dem Weg in seine ewige Heimat

'Heilshoffnung für Kinder, die ohne Taufe sterben'

23. April 2007 in Weltkirche, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Internationale Theologenkommission: Die Idee des "Limbus" spiegelt eine beschränkte Sicht des Heils wider.


Rom (www.kath.net/Zenit.org).
Das Schicksal des Seelenheils der ungetauft verstorbenen Kinder ist der Barmherzigkeit Gottes anvertraut. Die theologische Idee eines besonderen Seelenzustandes, den die Tradition „Limbus“ nennt und aufgrund dessen die Seelen der ungetauft verstorbenen Kinder nicht zur Fülle der selig machenden Schau Gottes gelangen können, spiegelt eine beschränkte Sicht des Heils wider. Dies ist das Ergebnis der Arbeiten der Internationalen Theologenkommission des Heiligen Stuhls.

Am 7. Oktober 2004 hatte Papst Johannes Paul II. zu Beginn des neuen Fünf-Jahres-Abschnittes die Internationale Theologenkommission unter dem Vorsitz von Kardinal Joseph Ratzinger gebeten, sich mit der Frage der ungetauft gestorbenen Kinder auseinanderzusetzen.

Für Karol Wojtyla handelte es sich dabei nicht nur um ein theologisches Teilproblem: „Zahlreiche andere grundlegende Themen sind eng mit ihm verknüpft: der universale Heilsplan Gottes, die einzige und universale Mittlerschaft Jesu Christi, die Rolle der Kirche als universales Sakrament des Heils, die Theologie der Sakramente, die Bedeutung der Lehre von der Erbsünde“.

Aufgabe der Kommission war es, wie Johannes Paul II. damals feststellte, „den ‚nexus‘ zwischen all diesen Glaubensgeheimnissen zu ergründen, um eine theologische Synthese darzulegen, die der Unterstützung einer konsequenteren und erleuchteten pastoralen Praxis dienen kann“.

Am 19. Januar 2007 wurde das zusammenfassende Schlussdokument der Kommission vom Präfekten der Kongregation für die Glaubenslehre, Kardinal William Levada, Papst Benedikt XVI. vorgelegt. Der Papst approbierte den Text und gewährte dessen Veröffentlichung.

Das 41-seitige Dokument erschien in englischer Sprache und trägt den Titel „Die Heilshoffnung für Kinder, die ohne Taufe sterben“. Die Veröffentlichung erfolgte nicht in der üblichen Weise über das vatikanische Presseamt, sondern durch die amerikanische Zeitschrift „Origins“ sowie auf dem Nachrichtenportal der US-amerikanischen Bischofskonferenz CNS – Catholic News Service.

Der Sekretär der Kommission, P. Luis Ladaria SJ, erklärte, dass diese ungewöhnliche Form der Veröffentlichung darauf zurückzuführen ist, dass der Originaltext in englischer Sprache verfasst wurde. Eine italienische Version des Dokuments wird in der Zeitschrift „La Civiltà Cattolica“ erfolgen, die von den Jesuiten herausgegeben wird.

In dem Dokument wird festgehalten, dass das „Thema des Schicksals der ohne den Empfang der Taufe gestorbenen Kinder unter Berücksichtigung der Hierarchie der Wahrheiten im Kontext des universalen Heilsplanes Gottes, der Einzigkeit und Unüberwindbarkeit der Heil bringenden Mittlerschaft Christi, der Sakramentalität der Kirche in Bezug auf das Heil und der Wirklichkeit der Erbsünde behandelt worden ist“.

Es sei bekannt, dass „die traditionelle Lehre auf die Theorie des Limbus zurückgriff, der als Zustand verstanden wurde, in dem die Seelen ungetauft gestorbener Kinder zwar nicht den Preis der selig machenden Schau aufgrund der Erbsünde verdienen, jedoch keine Strafe erleiden, da sie keine persönlichen Sünden begangen haben“.

Diese seit dem Mittelalter ausgearbeitete Theorie sei jedoch nie in die dogmatischen Definitionen des Lehramtes aufgenommen worden, auch wenn sie vom Lehramt bis zum Zweiten Vatikanischen Konzil erwähnt worden war. Die Limbus-Theorie bleibt somit eine „mögliche theologische Hypothese“.

Im Katechismus der Katholischen Kirche werde der Limbus nicht erwähnt. Vielmehr bekräftige der Katechismus, dass die Kirche die ungetauft verstorbenen Kinder der Barmherzigkeit Gottes anvertraut (vgl. KKK Nr. 1261).

„Das Prinzip, dass Gott das Heil aller Menschen will“, so heißt es im Dokument der Internationalen Theologenkommission weiter, „erlaubt es zu hoffen, dass es für die ungetauft gestorbenen Kinder einen Weg des Heils gibt. Diese Aussage fordert zur theologischen Reflexion auf, eine logische und kohärente Verbindung zwischen den verschiedenen Aussagen des Lehramts zu suchen“.

Die theologischen Elemente, die miteinander verknüpft werden müssten, sind: der universale Heilswille Gottes, die universale Wirkung der Gnade in Bezug auf die Sakramente, die Verbindung zwischen der Erbsünde und der Versagung der selig machenden Schau, die Schöpfung des Menschen in Christus.

Die Kommission hält fest, dass es „theologische und liturgische Gründe gibt, die die Hoffnung nähren, dass die ungetauft gestorbenen Kindern gerettet werden und in die ewige Seligkeit eingehen können, obwohl es zu diesem Problem keine ausdrückliche Lehre der Offenbarung gibt“.

Der Text stellt weiterhin eine Reihe von Wegen dar, durch die die ungetauft gestorben Kinder mit Christus vereint sind, und erinnert an die Überfülle der Gnade hinsichtlich der Sünde sowie an die Tatsache, dass seit dem Jahr 1970 die Hoffnung auf das Heil liturgisch durch die Begräbnisfeier für ungetauft verstorbene Kinder bestätigt ist.

Keine der Schlussfolgerungen des Dokuments zu einer neuen Sicht dieser Frage dürfe jedoch dazu missbraucht werden, um die Notwendigkeit der Taufe zu leugnen und ihre Spendung hinauszuzögern.

Es gebe vielmehr Gründe zur Hoffnung, dass Gott diese Kinder retten werde, da das, was man für sie tun habe wollen – sie in den Glauben der Kirche und sichtbar in den Leib Christi aufzunehmen –, nicht möglich gewesen sei. Dabei handle es sich um eine Hoffnung im Gebet, denn „die Kirche besitzt keine sichere Erkenntnis über die Rettung der ungetauft gestorbenen Kinder“.

KATHPEDIA: Limbus



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Theologie

  1. „Ich wünsche mir gebildete Laien!“ – Newman hätte Martin Lohmann als Beispiel genommen
  2. Zahl der Theologiestudenten in Passau in drei Jahren versiebenfacht - Von 21 auf 140 Studienanfänger
  3. US-Theologe: Es ist nicht katholisch, wenn man ständig das Lehramt kritisiere
  4. ‚Veritatis splendor – der 30. Jahrestag einer vergessenen Enzyklika’
  5. Knalleffekt am Aschermittwoch: Vier Synodale verlassen den "Deutsch-Synodalen Irrweg"
  6. Roma locuta causa finita
  7. Es reicht
  8. Liebe kann wachsen
  9. Ratzinger-Preis 2021 für zwei in Österreich lehrende Theologen
  10. Das Mahl des Lammes






Top-15

meist-gelesen

  1. Statt Jesuskind in der Krippe ein schleimiges Alien-Monster in der ARD!
  2. Weihnachtsspende für kath.net - Wir brauchen JETZT Ihre HILFE!
  3. ISLAND-REISE - SOMMER 2026 - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  4. Die Skandalchristmette im SWR verstört und verärgert
  5. "'Potestas sacra' für Laien: worum es letztlich geht"
  6. ‚Jede Frau ist stark genug‘, um sich nach einer Vergewaltigung für ihr Baby zu entscheiden
  7. THESE: 'Viele Priester ignorieren das Übernatürliche in der Lehre!'
  8. Kardinal Nemet: Papst Leo ist der Löwe, der die Wölfe jagen wird
  9. SWR-Skandalchristmette - Zuständig ist die Diözese Rottenburg-Stuttgart!
  10. Ermittlungen im Fall Orlandi offenbar an einem Wendepunkt
  11. USA bombardieren Islamisten nach Massaker an Christen in Nigeria
  12. Psychologe verteidigt Therapie bei ungewollter gleichgeschlechtlicher Neigung
  13. Wie Johannes vom Kreuz mit nervigen Menschen umging
  14. „Driving home for Christmas“ – Nun ist Chris Rea auf dem Weg in seine ewige Heimat
  15. „In seinem Pontifikat war Benedikt XVI. einer der größten Theologen auf der Cathedra Petri“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz