13 März 2007, 12:48
Sacramentum Caritatis
 
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Im Vatikan wurde heute das nachsynodale Apostolische Schreiben zur Eucharistie vorgestellt.

Vatikan (www.kath.net)
Im Vatikan wurde am Dienstagvormittag das Schreiben "Sacramentum Caritatis" - "Sakrament der Liebe" - vorgestellt. Das Apostolische Schreiben fasst die Ergebnisse der XI. Ordentlichen Bischofssynode vom 2. bis 23. Oktober 2005 zusammen und bietet grundlegende Orientierungs­linien, die der Kirche einen neuen eucharistischen Impuls geben sollen.

Die Priesterweihe sei „die unumgängliche Bedingung für die gültige Feier der Eucharistie“, hält das Dokument fest. „Darum müssen die Priester sich bewusst sein, dass ihr gesamter Dienst niemals sie selbst oder ihre Meinung in den Mittelpunkt setzen darf, sondern Jesus Christus. Jeder Versuch, sich selbst zum Protagonisten der liturgischen Handlung zu machen, widerspricht dem Wesen des Priestertums.“

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Der Priester müsse sich darum bemühen, ein Zeichen zu sein, das als gefügiges Werkzeug in Christi Händen auf ihn verweist. „Das kommt besonders in der Demut zum Ausdruck, mit der er in treuer Befolgung des Ritus die liturgische Handlung führt, ihr im Herzen und im Geist entspricht und alles vermeidet, was den Eindruck einer unangebrachten Geltungssucht erwecken.“

Der priesterliche Zölibat dürfe nicht nur „unter rein funktionalen Gesichtspunkten“ verstanden werden, ist zu lesen. Er stelle „eine besondere Angleichung an den Lebensstil Christi selbst“ dar. „In Einheit mit der großen kirchlichen Tradition, mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil und meinen Vorgängern im Petrusamt bekräftige ich die Schönheit und die Bedeutung eines im Zölibat gelebten Priesterlebens als ausdrucksvolles Zeichen der völligen und ausschließlichen Hingabe an Christus, an die Kirche und an das Reich Gottes und bestätige folglich seinen obligatorischen Charakter für die lateinische Tradition. Der in Reife, Freude und Hingabe gelebte priesterliche Zölibat ist ein sehr großer Segen für die Kirche und für die Gesellschaft selbst.“

Das Dokument befasste sich auch mit dem Priestermangel. „Diese Situation kann nicht durch bloße pragmatische Kunstgriffe gelöst werden“, heißt es. „Es ist zu vermeiden, dass die Bischöfe unter dem Druck durchaus verständlicher funktionaler Sorgen aufgrund des Priestermangels keine angemessene Berufungsklärung vornehmen und Kandidaten, die nicht die für den priesterlichen Dienst notwendigen Eigenschaften besitzen, zur spezifischen Ausbildung und zur Weihe zulassen.“

Ein mangelhaft ausgebildeter Klerus, der ohne die gebotene Prüfung zur Weihe zugelassen worden ist, werde „kaum ein Zeugnis bieten können, das geeignet ist, in anderen den Wunsch zu wecken, dem Ruf Christi großherzig zu folgen“.

Fragen der Liturgie

Zu Fragen der Liturgie heißt es: „Die ars celebrandi muss das Gespür für das Heilige fördern und sich äußerer Formen bedienen, die zu diesem Gespür erziehen, zum Beispiel der Harmonie des Ritus, der liturgischen Gewänder, der Ausstattung und des heiligen Ortes (…) Die Einfachheit der Gesten und die Nüchternheit der in der vorgesehenen Reihenfolge und im gegebenen Moment gesetzten Zeichen vermitteln mehr und beteiligen stärker als die Künstlichkeit unangebrachter Hinzufügungen.“

Bei der liturgischen Musik müsse „die oberflächliche Improvisation oder die Einführung musikalischer Gattungen vermieden werden, die den Sinn der Liturgie nicht berücksichtigen“, ist zu lesen. Entsprechend der Bitte der Synodenväter solle außerdem „der gregorianische Choral angemessen zur Geltung gebracht“ werden, da dies „der eigentliche Gesang der römischen Liturgie“ ist.

Priester müssten ,,die Predigt sorgfältig vorbereiten, indem sie sich auf eine angemessene Kenntnis der Heiligen Schrift stützen“, wird in dem Schreiben festgehalten. „Oberflächlich allgemeine oder abstrakte Predigten sind zu vermeiden.“

Ein „pastorales Problem“ unserer Zeit wurde ebenso angesprochen, nämlich „die Tatsache, dass bei einigen Gelegenheiten wie zum Beispiel bei Messfeiern aus Anlass von Trauungen, Beerdigungen oder ähnlichen Ereignissen außer den praktizierenden Gläubigen auch andere bei der Feier zugegen sind, die eventuell jahrelang nicht die Kommunion empfangen haben oder die sich vielleicht in Lebensverhältnissen befinden, die den Zugang zu den Sakramenten nicht gestatten“.

Hier sollten Möglichkeiten gefunden werden, „kurz und wirkungsvoll allen den Sinn der sakramentalen Kommunion und die Bedingungen für ihren Empfang ins Gedächtnis zu rufen. Wo Situationen gegeben sind, in denen die notwendige Klärung in bezug auf die Bedeutung der Eucharistie nicht gewährleistet werden kann, ist zu erwägen, inwieweit es zweckmäßig ist, anstelle der Eucharistiefeier einen Wortgottesdienst zu halten.“

Klarheit müsse herrschen bezüglich der verschiedenen Aufgaben von Priestern und Laien. Der Priester sei „in unersetzlicher Weise derjenige, welcher der gesamten Eucharistiefeier vorsteht, vom Eröffnungsgruß bis zum Schlußsegen.“

Bei Eucharistiefeiern in kleinen Gruppen müsse abgeklärt werden, „dass diese Zelebrationen mit der Gesamtheit des pastoralen Angebots der Diözese abgestimmt werden müssen. Diese Experimente würden nämlich ihren pädagogischen Charakter verlieren, wenn sie als Gegensatz oder als Parallelveranstaltung zur Teilkirche empfunden würden. In diesem Zusammenhang hat die Synode einige Kriterien hervorgehoben, an die man sich zu halten hat: Die kleinen Gruppen müssen dazu dienen, die Pfarrgemeinde zu einen, nicht sie zu zersplittern; das muss in der konkreten Praxis seine Bestätigung finden; diese Gruppen müssen die fruchtbare Teilnahme der ganzen Versammlung begünstigen und dabei so weit wie möglich die Einheit der einzelnen Familien im liturgischen Leben bewahren.“

Das Dokument im Wortlaut im HTML-Format

Das Dokument im Wortlaut im PDF-Format

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