10 Februar 2007, 10:08
In sechs der schärfsten Christenverfolgerstaaten gilt der Islam
 
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Open Doors veröffentlicht neuen Weltverfolgungsindex zur Christenverfolgung – Nordkorea, Saudi-Arabien und der Iran wieder auf den ersten Plätzen.

Kelkheim (www.kath.net)
Die Länder, in denen Christen am schärfsten verfolgt werden, sind mehrheitlich Staaten, in denen der Islam die Religion der Mehrheitsbevölkerung ist. Das ergaben Forschungen des Hilfswerkes für verfolgte Christen, Open Doors (Kelkheim bei Frankfurt am Main), bei der Ermittlung des diesjährigen Weltverfolgungsindex.

In sechs der ersten zehn Länder im Index ist der Islam teilweise Staatsreligion: Saudi-Arabien, Iran, Somalia, Malediven, Jemen und Afghanistan. Drei Länder werden von kommunistischen Regierungen geführt: Nordkorea, Vietnam und Laos. Bhutan ist das einzige buddhistisch geprägte Land unter den Spitzenreitern.

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Die Länder, in den Christen am meisten verfolgt werden

Das Land, in dem Christen am schärfsten verfolgt werden, ist erneut Nordkorea, auf Platz 1. In kaum einem anderen Land gibt es so massive Verstöße gegen die Religionsfreiheit wie in Nordkorea. Gegenwärtig leiden 50.000 und 70.000 Christen in nordkoreanischen Gefangenenlagern. Open Doors macht seit Jahren auf die unvorstellbaren Leiden der Christen in den Arbeitslagern aufmerksam und ruft zum Gebet für sie auf.

„Uns erreichen Briefe von Christen aus dem Land, die härtester Verfolgung ausgesetzt sind und immer wieder um Gebetsunterstützung bitten. Und wir erleben, wie zunehmend mehr Christen in Deutschland ihren leidenden Glaubensgeschwistern beistehen“, sagt Markus Rode, Leiter von Open Doors Deutschland. Derzeit beten 1.688 Christen wöchentlich mindestens zehn Minuten am Tag in der dreijährigen Gebetskampagne für Nordkorea mit.

Zum Vorjahr hat sich die schwierige Situation auch für Christen in Saudi-Arabien (Platz 2), dem Iran (Platz 3), Somalia (Platz 4), den Malediven (Platz 5) nicht verbessert. Auf den weiteren Plätzen der Länder, in denen Christen am schärfsten verfolgt werden, sind der Jemen (Platz 6), Bhutan (Platz 7) und Vietnam (Platz 8) sowie Laos (Platz 9).

Neu unter den ersten zehn Ländern ist die islamische Republik Afghanistan, die noch 2006 auf Position elf stand.

Positive Entwicklungen in Marokko und Indonesien

Verschlechtert hat sich die Glaubensfreiheit im Jahr 2006 für Christen in Usbekistan, Eritrea, den Komoren, Irak, Nordnigeria, Algerien, Mauretanien, der Türkei, Äthiopien und Nordost-Kenia. In fünf dieser Länder - dem Irak, Nordnigeria, Türkei, Äthiopien und im Nordosten Kenias – kam es zu religiösen Spannungen nach der Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen in einer dänischen Zeitung. Positive Entwicklungen beobachtete Open Doors in Marokko, Indonesien und Nepal.

Weltweit gehören Christen zu der am meisten verfolgten Glaubensgruppe. Schätzungsweise 200 Millionen Menschen werden aufgrund ihres christlichen Bekenntnisses verfolgt oder diskriminiert. Der Weltverfolgungsindex gilt für Christen, Politiker, Hilfsorganisationen und Medien als ein verlässlicher Gradmesser der weltweiten Christenverfolgung. Jedes Jahr bewertet Open Doors mittels eines speziellen Fragebogens die Situation von Christen in über 100 Ländern und veröffentlicht die Bewertung der ersten 50.

Wie entsteht der Weltverfolgungsindex?

Der Index wird jährlich anhand eines speziellen Bogens aus 50 Fragen erstellt. Recherchiert werden verschiedene Aspekte der Religionsfreiheit in über 100 Ländern. Ist Religionsfreiheit in der Landesverfassung verankert? Haben Bürger das gesetzliche Recht, zum Christentum zu konvertieren?

Abgefragt wird auch, ob Christen aufgrund ihres Glaubens verhaftet, gefoltert, in die Psychiatrie eingewiesen oder getötet werden. Auch die Situation der Kirche wird unter anderem dahingehend untersucht, ob es erlaubt ist, christliche Literatur zu drucken und zu verbreiten oder ob Versammlungsorte von Christen oder deren Häuser aus antichristlichen Motiven angegriffen werden. Ungenaue oder fehlende Informationen werden zu Gunsten der Religionsfreiheit abgewertet.

Über Open Doors

In rund 45 Ländern versorgt Open Doors Christen, die aufgrund ihres Glaubens benachteiligt oder verfolgt werden, mit Bibeln, christlicher Literatur, bildet Gemeindeleiter aus, engagiert sich für Gefangene und unterstützt die Familien ermordeter Christen. In der freien Welt hält das Werk Vorträge und Veranstaltungen unter anderem in Kirchen und Gemeinden, um für das Thema Christenverfolgung zu sensibilisieren und zum Gebet für die verfolgte Kirche aufzurufen. Die Arbeit von Open Doors Deutschland e.V. wird durch Spenden finanziert. Das Werk trägt das Spendenzertifikat der Deutschen Evangelischen Allianz.

Foto: © IGFM

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