06 Januar 2007, 13:30
'Die Muslime und die Christen glauben nicht an denselben Gott'
 
Hildegard13
 
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Bischof Müller zum Hochfest der Erscheinung des Herrn: Bischöfe, Priester und Religionslehrer, die den Mut aufbringen, den katholischen und christlichen Glauben unverkürzt zu bekennen, werden als Fundamentalisten und Erzkonservative verschrien.

Regensburg (kath.net/pdr)
Zu einem feierlichen Pontifikalamt zum Hochfest der Erscheinung des Herrn sind am Samstag zahlreiche Gläubige in den Regensburger Dom gekommen. Unter ihnen waren sechs Sternsinger aus der Regensburger Stadtpfarrei St. Wolfgang. In seiner Predigt ging Bischof Gerhard Ludwig auf das unterschiedliche Gottesverständnis von Christen und Muslimen ein. Christen könnten „nur im Heiligen Geist durch Jesus zu Gott ‚Abba Vater’ sagen. Christen glauben an den dreifaltigen Gott und beten so zu ihm, wie er sich uns geoffenbart hat“. Allah in der muslimischen Religion sei nicht identisch mit dem Gott und Vater Jesu Christi, dem einzigen Mittler zwischen Gott und den Menschen. „Die Muslime und die Christen glauben nicht an denselben Gott. Obwohl es nur einen Gott gibt, lässt der prinzipielle Gegensatz im Gottesglauben ein gemeinsames Gebet nicht zu. Ein Christ kann daher etwa in einem Wortgottesdienst und einer Andacht gemeinsam auch mit Christen anderer Konfessionen beten“. Dies sei jedoch prinzipiell niemals möglich mit Angehörigen einer Religion, die ein unvergleichbar anderes Gottesverständnis hätten.

Die Erzählung der drei Sterndeuter aus dem Osten wolle uns gerade nicht zum interreligiösen Gebet und zu einer Mischreligion verleiten. Sie demonstriere vielmehr, dass alle Suche nach Gott nur durch Christus erfolgreich ist. „Die biblische Erzählung von den Sterndeutern möchte nicht etwa die religiöse Bedeutung Jesu für die Jünger veranschaulichen. Gerade umgekehrt will sie bekennen und verkünden: In der Person Jesu Christi treffen sich der Weg Gottes zu uns Menschen und alle Wege der Menschen, die nach dem lebendigen Gott suchen“. Die Weisen aus dem Morgenland stellten die Gottsucher aller Zeiten dar.

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Die Predigt von Bischof Gerhard Ludwig im Wortlaut:

In regelmäßigen Abständen werden immer wieder Kampagnen veranstaltet gegen die Kirche. Bischöfe, Priester und Religionslehrer, die den Mut aufbringen, den katholischen und christlichen Glauben unverkürzt zu bekennen, werden als Fundamentalisten und Erzkonservative verschrien. Wer die Selbstoffenbarung Gottes in Jesus Christus als eine geschichtliche Tatsache anerkennt, und es wagt, ihre Reduktion auf eine bloß legendarische Einkleidung allgemeiner Wahrheiten abzulehnen, der wird mit einem Bombardement hinterhältig formulierter Schlagzeilen in Grund und Boden geschossen. So erging es kurz vor Weihnachten dem Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner. Welchen wunden Punkt der schönen neuen Multi-Kulti-Welt hatte er denn getroffen?

Er hatte nur die eine Wahrheit des katholischen Glaubens zum Ausdruck gebracht, dass Christen seit der Selbstoffenbarung Gottes in der Menschwerdung des Sohnes und der endzeitlichen Ausgießung des Heiligen Geistes nur im Heiligen Geist durch Jesus zu Gott, Abba Vater sagen können. Christen glauben an den dreifaltigen Gott und beten so zu ihm wie er sich uns geoffenbart hat.

Da Gott-Allah in der muslimischen Religion im Gegensatz zum dreifaltigen Gott und der Fleischwerdung des ewigen WORTES von den Anhängern der Lehre des Mohammed erkannt und verehrt wird, ist er nicht identisch mit dem Gott und Vater Jesu Christi, dem einzigen Mittler zwischen Gott und den Menschen. Die Muslime und die Christen glauben nicht an denselben Gott. Obwohl es nur einen Gott gibt, lässt der prinzipielle Gegensatz im Gottesglauben ein gemeinsames Gebet nicht zu. Ein Christi kann daher im persönlichen Gebet und im öffentlichen Gottesdienst der Kirche, etwa einem Wortgottesdienst und einer Andacht, gemeinsam auch mit Christen anderer Konfessionen beten, aber prinzipiell niemals mit Angehörigen einer Religion, die ein unvergleichbar anderes Gottesverständnis haben. Aber kann man dafür nicht das Beispiel von Päpsten nennen? Nein, die Päpste Johannes Paul II. und Benedikt XVI. haben bei dem Treffen religiöser Autoritäten in Assisi und beim Besuch in der Blauen Moschee von Istanbul keineswegs mit Nichtchristen und schon gar nicht auf eine nichtchristliche Art gebetet. Denn etwas ganz anders ist es, Respekt zu zeigen vor den Menschen eines anderen religiösen Wahrheitsgewissens als mit ihnen auf der Grundlage einer von Menschen konstruierten Allgemein-Religiosität einen nur gedachten Einheitsgott zu verehren.

Wir sind gewiss der Überzeugung, dass jeder Mensch mit dem Licht seiner Vernunft zum Monotheismus kommen kann, weil die Spur des Schöpfers in der Welt als Manifestation seiner Macht und Weisheit schwer zu negieren ist. Aber diese Gotteserkenntnis aus der natürlichen Theologie führt uns nicht wie von selbst zur Selbstoffenbarung Gottes in Christus. „Niemand hat Gott je gesehen. Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht “ ( Joh 1,18). Und nur ihn können die Christen allein anbeten: Gott den Vater und den Sohn und den Heiligen Geist, den Schöpfer und Erlöser aller Menschen.

Als Bekenntnis zum Gott und Vater Jesu Christi lehnen unsere Volksaufklärer des politmedialen Meinungsmonopols das Christentum ab. Als Sozialkitt für die pluralistische Gesellschaft kommt es ihnen gerade recht. Nicht das Ganze des Christentum bejahen sie, nur einige brauchbare Elemente wählen sie aus, um von ihren gescheiterten Konzepten einer Integrationspolitik abzulenken.

Mit allen Menschen auch anderer Religionen wissen wir uns im Geist der Nächstenliebe und des Respekts vor ihrer religiösen Freiheit herzlich verbunden. Aber wir bekennen auch freimütig die Wahrheit und Wirklichkeit der Selbstoffenbarung Gottes in seinem erwählten Volk Israel und in Jesus Christus seinem Sohn, dem Retter aller Menschen. Und wir sind in Wort und Werk seine Zeugen bis ans Ende der Welt.

Bei der gerade erwähnten polit-medialen Kampagne kamen sich ein paar Politiker besonders pfiffig vor. Sie meinten, dann solle doch der Kölner Kardinal gleich den Schrein der Heiligen Drei Könige, die in Köln verehrt werden, entfernen lassen, da er doch mit Andersgläubigen nichts zu tun haben wolle. Offenbar fehlt unseren Verfechtern einer Allgemeinreligion doch etwas die Allgemeinbildung, denn sie halten die „Weisen aus dem Morgenland“ für Moslems.

Die Erzählung von der Suche der „Sterndeuter aus dem Osten“ will uns aber gerade nicht zum interreligiösen Gebet und zu einer Mischreligion verleiten, sondern demonstriert umgekehrt die Christozentrik aller Suche nach Gott. Das Kind in der Krippe ist der Immanuel, der Gott mit uns. Die biblische Erzählung von den Sterndeutern möchte nicht etwa legendarisch eingekleidet die religiöse Bedeutung Jesu für die Jünger veranschaulichen. Gerade umgekehrt will sie bekennen und verkünden: In der Person Jesu Christi treffen sich der Weg Gottes zu uns Menschen und alle Wege der Menschen, die nach dem lebendigen Gott suchen. Entscheidend für die Glaubwürdigkeit der Evangelien ist nicht die immer wieder gestellte Frage, ob der Stern von Bethlehem als ein physikalisches Phänomen und die Reise von drei Königen als ein historisches Detailereignis zu beweisen sind. Vielmehr ist es das heilsgeschichtliche Ereignis der Erscheinung Christi vor den Augen der Völker, das die Weisen nach dem neugeborenen König der Juden suchen ließen. Die Weisen aus dem Morgenland stellen die Gottsucher aller Zeiten dar. Es gab ja die Proselyten und die Gottesfürchtigen außerhalb Israels, d.h. die Heiden, die an den Gott Israels und seine messianische Verheißung glaubten. So war Jerusalem immer der Ort, wo diese sich einfanden und dort auf die Verheißung stießen. „Du Bethlehem im Lande Juda... , aus dir soll ein Fürst hervorgehen, der Hirt meines Volkes Israel.“ (Mt 2,6). Der Evangelist setzt das Christusbekenntnis der Kirche aus Juden und Heiden in das uns vom Alten Testament her bekannte Zuordnungsverhältnis der Heiden zum auserwählten Gottesvolk Israel.

Und es war nicht irgendein Stern, den die Astronomen am nächtlichen Firmament entdeckten. Es war der Stern „des neugeborenen Königs der Juden“, über dessen Kreuz drei Jahrzehnte später der Heide Pilatus die Aufschrift anbringen lässt: Jesus von Nazaret - König der Juden. In prophetischer Weissagung hatte schon Bileam angekündigt: „Ein Stern geht auf in Jakob, ein Zepter erhebt sich in Israel.“ (Num 24,17)

Er ist das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet (Joh 1,9). Von ihm sagt Jesaja: „Auf, werde licht, Jerusalem, denn es kommt dein Licht und die Herrlichkeit des Herrn geht leuchtend auf über dir. Denn siehe: Finsternis bedeckt die Erde und Dunkel die Völker, doch über dir geht leuchtend der Herr auf, seine Herrlichkeit erscheint über dir. Völker wandern zu dei-nem Licht und Könige zu deinem strahlenden Glanz“ (Jes 60,1-3).

Das bekennt die Kirche seit Anfang an von Jesus. Das macht ihre unverwechselbare Eigenart aus in der Treue zu ihrer Sendung: Dieser Jesus ist nicht irgendein religiöser und prophetischer Mensch, der uns emotional aufwärmt, damit wir den Weltschmerz betäuben, der uns ein Welt-ethos vorprogrammiert, damit wir besser miteinander auskommen. Das Kind Marias ist der Sohn Gottes, „in dem wir mit eigenen Augen das Heil sehen, das Gott vor allen Völkern berei-tet hat: ein Licht zur Erleuchtung der Heiden und Herrlichkeit für sein Volk Israel.“( Lk 2,30f).

„Als sie den Stern sahen, wurden sie von großer Freude erfüllt. Sie gingen in das Haus.“ Es ist das Haus Gottes, die Kirche. „Und sie sahen das Kind und Maria, seine Mutter und da fielen sie nieder und huldigten ihm; dem König der Juden.“

Die suchenden Heiden haben Jesus gefunden und wurden zu Christusanbetern. Sie kehren heim in ihr Land und werden zu Zeugen und Boten Jesu Christi, der den Jüngern nach seiner Auferstehung aufträgt: „Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden. Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie alles zu halten, was sich euch geboten habe. Und seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“ (Mt 28,19f).

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KATHPEDIA: Bischof Müller

Foto: (c) kath.net






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