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Über die Feier der Heiligen Messe

9. Jänner 2006 in Weltkirche, keine Lesermeinung
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Das Schreiben der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung an den Neokatechumenalen Weg im Wortlaut


Rom (kath.net/ Zenit.org)
Wir veröffentlichen den Brief, den Kardinal Francis Arinze, Präfekt der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, den Initiatoren und Verantwortlichen des Neokatechumenalen Weges zukommen ließ. Das Schreiben klärt Fragen der Eucharistiefeier und besitzt normativen Charakter.

Vatikanstadt, am 1. Dezember 2005

Herr Kiko Argüello,
Frau Carmen Hernández,
ehrwürdiger P. Mario Pezzi!

Als Resultat der Gespräche, die diese Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung über die Feier der Heiligen Messe in den Gemeinschaften des Neokatechumenalen Weges führte sowie gemäß der Richtlinien, zu denen man bei unserer letzten Begegnung am vergangenen 11. November gekommen ist, teilen wir Ihnen die Entscheidung des Heiligen Vaters mit.

Der Neokatechumenale Weg wird bei der Feier der Heiligen Messe die von der Kirche approbierten liturgischen Bücher akzeptieren und ihnen folgen, ohne etwas auszulassen oder hinzuzufügen. Außerdem werden bezüglich einiger Punkte folgende Hinweise und Präzisierungen betont:

1. Der Sonntag ist der "Dies Domini", wie es der Diener Gottes Papst Johannes Paul II. in seinem Apostolischen Schreiben über den Tag des Herrn veranschaulichte. Deshalb soll der Neokatechumenale Weg in Dialog mit dem jeweiligen Diözesanbischof treten, damit auch im Kontext der liturgischen Feiern die Integration der Gemeinschaften des Neokatechumenalen Weges in der jeweiligen Pfarre zum Ausdruck kommt. Um das zu erreichen, sollen die Gemeinschaften des Neokatechumenalen Weges mindestens an einem Sonntag des Monats die Heilige Messe in der Pfarrei besuchen, um sie gemeinsam mit den Gläubigen der Pfarrgemeinde zu feiern.

2. Eventuelle Erläuterungen vor den Lesungen sollen kurz gehalten werden. Zudem ist es notwendig, sich an das zu halten, was im "Institutio Generalis Missalis Romani" (105 und 128) sowie in den "Praenotanda" des "Ordo Lectionum Missae" (15, 19, 38, 42) festgelegt ist.

3. Die Predigt bleibt aufgrund ihrer Bedeutung und ihrem Wesen dem Priester oder dem Diakon vorbehalten (vgl. Kirchenrechtskodex, can. 767 § 1). Für die Zeugnisse, die gläubige Laien bei manchen Gelegenheiten vorbringen können, stehen jene Zeiträume und Vortragsweisen zur Verfügung, die in der interdikasterialen Instruktion "Ecclesiae de Mysterio" angeführt werden. Diese Instruktion wurde von Papst Johannes Paul II. approbiert und am 15. August 1997 veröffentlicht. In diesem Dokument heißt es in Artikel 3, Paragraph 2 und 3:

"Es ist gestattet, eine kurze Erklärung zu geben, die zum tieferen Verständnis der liturgischen Feier beiträgt. Außerdem ist ausnahmsweise auch manchmal ein Zeugnis erlaubt, wenn die liturgischen Richtlinien berücksichtigt werden und es sich um eine Eucharistiefeier an einem besonderen Tag handelt (Jubiläumstag des Seminars, Tag des Kranken usw.) - und zwar immer dann, wenn dies aus objektiven Gründen für zweckmäßig gehalten wird und zur Erläuterung der Predigt dient, die gewöhnlich vom zelebrierenden Priester gehalten wird. Diese Erklärung sowie die Zeugnisse dürfen nicht den Charakter einer Predigt haben, damit es diesbezüglich keine Verwechslungen gibt" (§ 2).

"Von der Möglichkeit des 'Dialogs' in der Predigt (vgl. 'Directorium de Missis cum Pueris', 48) kann der Zelebrant an bestimmten Gelegenheiten Gebrauch machen, wenn er dieses Mittel zur Veranschaulichung einsetzt, was aber nicht bedeutet, dass er die Predigtpflicht an einen anderen delegiert" (§ 2).

In diesem Zusammenhang muss auch aufmerksam auf das geachtet werden, was in der Instruktion "Redemptionis Sacramentum", 74, erläutert wird.

4. Hinsichtlich des Friedensgrußes kann der Neokatechumenale Weg weiterhin gemäß der bereits gewährten Ausnahmeregelung verfahren, bis es diesbezüglich eine anders lautende Bestimmung gibt.

5. In Bezug auf den Empfang der heiligen Kommunion wird dem Neokatechumenalen Weg eine Übergangszeit (nicht mehr als zwei Jahre) gewährt, um von der gegenwärtigen Form des Kommunionsempfangs in ihren Gemeinschaften (im Sitzen und um einen Tisch versammelt, der an Stelle vom Altar im Presbyterium im Zentrum der Kirche steht), zu jenem Modus überzugehen, wie er in der ganzen Kirche üblich ist. Das bedeutet, dass sich der Neokatechumenale Weg jene Richtlinien aneignet, wie sie in den liturgischen Büchern hinsichtlich der Ausspendung des Leibes und des Blutes Christi vorgesehen sind.

6. Der Neokatechumenale Weg soll auch die anderen Hochgebete verwenden, die im Missale enthalten sind, nicht ausschließlich das Hochgebet II.

Zusammenfassend soll der Neokatechumenale Weg bei der Feier der Heiligen Messe den Anweisungen der approbierten liturgischen Bücher folgen und sich konkret an die Inhalte der Abschnitte 1, 2, 3, 4, 5 und 6 halten.

In großer Dankbarkeit gegenüber dem Herrn für die Früchte und Gaben, die der Kirche dank der zahlreichen Tätigkeiten des Neokatechumenalen Weges zuteil werden, nütze ich diese Gelegenheit, um Ihnen meine herzlichen Grüße auszurichten.

+ Francis Card. Arinze Prefecto
Congregatio de Cultu Divino et Disciplina Sacramentorum

(ZENIT-Übersetzung des italienischen Originals)

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