09 Dezember 2005, 14:58
Methodisten: Uns trennt nicht viel von Katholiken
 
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Altbischof Klaiber: Erklärung zur Rechtfertigungslehre wird unterzeichnet - Ziel: Volle Kirchengemeinschaft mit "Rom"

Rom / Stuttgart (www.kath.net / idea) Zwischen Methodisten und Katholiken besteht eine große theologische Nähe. In der Rechtfertigungslehre sei man sich einig, sagte der evangelisch-methodistische Altbischof Walter Klaiber (Tübingen) in einem Gespräch mit Radio Vatikan.

Er kündigte an, daß die Methodisten die Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre unterzeichnen werden, die der Vatikan und der Lutherische Weltbund 1999 erarbeitet hatten. Laut Klaiber ist die methodistische Auffassung von Rechtfertigung und Heiligung nicht fern von der römisch-katholischen. Der Altbischof gehört einer Delegation des Methodistischen Weltrats an, die am 9. Dezember vom Papst empfangen wird.

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Dabei sollten auch strittige Fragen besprochen werden. Gesprächsbedarf bestehe beispielsweise bei der Anerkennung evangelischer Kirchen und ihrer Bischöfe, so Klaiber. Laut Vatikan sind evangelische Kirchen nur christliche Gemeinschaften. Der Methodistische Weltrat ist die Dachorganisation von 70,2 Millionen Methodisten. Die katholische Kirche hat über eine Milliarde Mitglieder.

Ziel: Volle Kirchengemeinschaft mit „Rom“

Nach Angaben des methodistischen Mitvorsitzenden der katholisch-methodistischen Dialogkommission, Prof. Geoffrey Wainwright (Durham/US-Bundesstaat Nord Carolina), führen beide Kirchen seit fast 40 Jahren theologische Gespräche. Sie streben eine volle Kirchengemeinschaft in Glauben, Sendung und sakramentalem Leben an.

Dazu hat Wainwright mehrere Schritte vorgeschlagen. Zunächst könnte der Papst jene christlichen Gemeinschaften, die seiner Meinung nach „in wirklicher, wenn auch unvollständiger Gemeinschaft mit der römisch-katholischen Kirche“ sind, einladen, gemeinsam eine Erklärung über die heutige Bedeutung des christlichen Glaubens zu formulieren.

Dadurch werde sich der „brüderliche Dialog“ zum Inhalt von Glaube und Predigt hinwenden. Diese gemeinsame Erklärung werde die Frage, wer in der Christenheit Vorrang habe, in den Hintergrund treten lasse. Die deutsche Evangelisch-methodistische Kirche hat eine Zusammenfassung der bisherigen Gespräche unter dem Titel „Fortschritte zwischen Methodisten und Katholiken auf dem Weg zur Einheit“ veröffentlicht.

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