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Iran: Christlicher Konvertit ermordet

30. November 2005 in Weltkirche, keine Lesermeinung
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Beamte des Sicherheitsministeriums ließen jetzt die Warnung verbreiten, dass "die Regierung weiß, was ihr tut, und wir werden bald auf euch losgehen".


Teheran (www.kath.net) Ein zum Christentum bekehrter Iraner ist am 22. November von Zuhause entführt und erstochen worden. Das meldete die internationale Hilfsorganisation „Open Doors“. Einige Stunden später warf man seinen blutenden Körper wieder vor sein Haus. Der 50-jährige Ghorban Tori leitete im nordwestiranischen Gonbad-e-Kavus eine freie Hausgemeinde konvertierter Christen.

Innerhalb weniger Stunden nach dem Mord kam die örtliche Geheimpolizei zum Heim des Pastors, um nach Bibeln und anderen verbotenen christlichen Büchern in der Sprache Farsi zu suchen. Einer Informationsquelle zufolge verhafteten Beamte des Informations- undSicherheitsministeriums (MOIS) bis zum 28. November innerhalb von 8 Tagen in verschiedenen Städten, einschließlich Teheran, zehn andere Christen undfolterten sie schwer.

Seit Toris Ermordung sind bekannte christliche Leiter auch von MOIS-Beamtenbesucht und angewiesen worden, die Warnung zu verbreiten, dass „dieRegierung weiß, was ihr tut, und wir werden bald auf euch losgehen“. Tori war vor über zehn Jahren während eines Aufenthaltes in Turkmenistan vomIslam zum Christentum übergetreten.

Als er 1998 in den Iran zurückkehrte, begann er, seinen Freunden und Verwandten von seinem christlichen Glauben zu erzählen. Innerhalb von zwei Jahren versammelte sich eine kleine Gemeinschaft von 12 Gläubigen in seinem Haus. Aber es gab auch Feindschaft: Mindestens ein Verwandter griff ihn tätlich an. Im letzten Jahr gingen einige Todesdrohungen bei ihm ein.

Tori, der Frau und vier Kinder zwischen 3 und 23 Jahren hinterlässt, ist derfünfte Pastor, der in den letzten 11 Jahren im Iran von Unbekannten ermordetwurde. Drei der fünf waren ehemalige Muslime, für die nach iranischem Rechtdie Todesstrafe wegen Apostasie (Abfall vom Glauben) gilt.

Der Mord an Tori erfolgte nur wenige Tage, nachdem der iranische PräsidentMahmoud Ahmadinejad, ein Hardliner, vor den Provinzgouverneuren erklärthatte, die Regierung müsse die blühende Hausgemeinde-Bewegung überall imLand stoppen. Das wurde anscheinend als Grünes Licht für die Ermordung vonChristen angesehen.

Ein Abgeordneter, der Anhänger des Zarathustrismus ist, protestiertekürzlich vor dem Parlament gegen die Beleidigung von Nichtmuslimen durcheinen wichtigen Berater Ayatollah Ali Khameneis, des obersten Führers derislamischen Republik Iran.

Ayatollah Ahmad Jannati habe jugendlichen Basijis (den Mitgliedern einerfreiwilligen Miliz zur Durchsetzung der strikten islamischen Vorschriften),die sich auf Selbstmordaktionen vorbereiten, gesagt, Nichtmuslime seien „sündige Tiere, welche die Erde durchstreifen und sich an Korruption beteiligen“. Jannati, der Generalsekretär des mächtigen Wächterrats, istMentor und enger Berater von Ahmadinejad.

Hunderte von Gouverneuren, Botschaftern und leitenden Ministerialbeamtensind im letzten Monat von Ahmadinejad durch junge, zumeist unerfahreneIslamisten ersetzt worden. Ein Geistlicher, der nicht einmal einenakademischen Abschluss hat, ist zum Beispiel zum Rektor der Teheraner Universität,der ältesten Uni des Landes, ernannt worden, wogegen Studenten lautprotestierten.

Im November verlegte der neue Gefängnisdirektor eine gewisse Zahl vonpolitischen Häftlingen in Abteilungen für verurteilte Mörder undDrogenhändler. Mindestens ein politischer Gefangener ist von Mithäftlingengetötet worden, was die Furcht iranischer Christen um die Sicherheit HamidPourmands schürt. Er ist zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden undsitzt als Konvertit zum Christentum im Teheraner Evin-Gefängnis.



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