Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Was Charlie Kirk Friedrich Merz antworten würde
  2. „Der Wahlausgang in Berlin im September 2026 gibt vielen Bevölkerungsgruppen Anlass zur Sorge“
  3. Fünf weibliche Opfer von Pater Marko Ivan Rupnik schreiben offenen Brief an Papst Leo XIV.
  4. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Kirche in der Krise – und wie wir sie nicht retten sollten“
  5. Irreversibel – die Diktatur des Geschehenen. Wenn die Geschichte zum ‚Lehramt‘ wird
  6. "Marsch für das Leben"-Grußwort des DBK-Vorsitzenden Wilmer verfehlt das Thema
  7. Katholische Cityseelsorge St. Gallen Mitveranstalter von ‚Drag-Show‘
  8. BDKJ und eine doch getaufte Kandidatin im Bundesvorstand
  9. Niederlande: Ein zweijähriges Kind wurde durch Euthanasie getötet
  10. Salzburg: 1.000 Gläubige bei Adoratio-Kongress zu "Himmlischer Friede"
  11. Bei öffentlichen Anlässen: Kanadas Militärkapläne dürfen nicht über Gott sprechen
  12. Tausende Teilnehmer bei Pro-Life-Kundgebungen in Berlin, Köln und Zürich
  13. Der Katholik Macron wird bei keiner der drei Papstmessen in Frankreich mitfeiern
  14. Wien: Rund 20.000 Teilnehmer bei ökumenischem "Marsch für Jesus"
  15. Zum Abschied einer Pastoralraumleiterin

Alter römischer Messritus bald wieder für alle genehmigt?

28. September 2005 in Aktuelles, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Die allgemeingültige Genehmigung der Tridentinischen Messe würde kanonische und liturgische Fragen aufwerfen, aber keine grundlegenden theologischen Bedenken mit sich bringen, sagt Kardinal Jorge Medina Estevez.


Rom (www.kath.net / CWNews) Papst Benedikt XVI. könnte bald allen Priestern in der Welt genehmigen, die Messe nach dem Tridentinischen Ritus zu feiern. Das vermutet Kardinal Jorge Medina Estevez in einem Interview mit „I Media“.

Der ehemalige Präfekt der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung warnt jedoch vor zu schnellen Entscheidungen. Bevor sich die traditionelle Piusbruderschaft ganz mit dem Heiligen Stuhl versöhnen könne, müssten ernsthafte Aspekte in Lehrfragen geklärt werden - etwa in puncto Liturgie, sagt der geborene Chilene. Er vermutet, dass eine Arbeitsgruppe eingesetzt werden könnte, die solche Fragestellungen diskutiert.

Papst Benedikt hatte am 29. August den Obersten der Piusbruderschaft, Bischof Bernard Fellay, empfangen. Dieser schlug dem Heiligen Vater als ersten Schritt in Richtung Versöhnung vor, allen Priestern das Recht zuzuerkennen, die Heilige Messe so zu feiern, wie Papst Pius V. nach dem Konzil von Trient festgesetzt hatte, nämlich nach dem Tridentinischen Ritus. Zwar sieht Kardinal Medina „kein Problem“ darin, die Erlaubnis der Lateinischen Messe weiter auszudehnen, er glaubt aber, ein solcher Schritt würde „nicht die fundamentalen Probleme mit der Piusbruderschaft lösen“.

Den Leitern der Piusbruderschaft sei durchaus bewusst, dass „Papst Benedikt um die vollkommene Einheit aller Katholiken – aller Christen – besorgt ist, vor allem jener, die die Beschlüsse und Positionen des Erzbischof Lefebvre aufrechterhalten“, erklärt er. Deshalb könne man nicht sagen, „dass das Treffen mit dem Heiligen Vater unerwartet kam“. Kardinal Medina ist Mitglied der von Papst Johannes Paul II. eingesetzten Kommission „Ecclesia Dei“, die sich der Belange all jener Katholiken annimmt, die an der Lateinischen Messe festhalten - zum Beispiel eben der Piusbruderschaft.

Zudem sind dem Treffen Ende August „viele weitere Kontakte“ zwischen Vatikanischen Beamten und Vertretern der Gruppe um Erzbischof Lefebvre vorausgegangen, berichtet Kardinal Medina. Er selbst etwa sprach während seiner Amtszeit als Präfekt der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung mit dem traditionalistischen Führer. Und auch Kardinal Dario Castrillon Hoyos, Präfekt der Kongregation für den Klerus, traf sich mehrmals mit Bischof Fellay.

Dabei wurden die verschiedenen Strömungen in der Piusbruderschaft deutlich: Während einige Mitglieder der traditionalistischen Gruppe nicht flexibel seien, zeigten sich andere einem Dialog mit Rom eher zugeneigt, sagt der Kardinal. Wenn manche Traditionalisten die „Novus Ordo”-Messe als „häretisch“ oder „ungültig“ bezeichnen, schaffen sie „eine extrem schwierige Situation“, erklärt er. Der Vatikan wird seiner Ansicht nach darauf drängen, dass Mitglieder der Bruderschaft die Gültigkeit der nachkonziliaren Messe anerkennen. Das würde auch für die Lehre des Zweiten Vatikanischen Konzils gelten.

Er selbst hofft, „dass nach und nach die Möglichkeit, die alte Form des Römischen Ritus zu feiern, eröffnet wird.“ Grundsätzlich aber gelte: Jeder Ritus ist gültig. Sowohl das Messbuch vom Heiligen Pius V. als auch das von Paul VI. „seien beide absolut orthodox“, sagte er. Jeder Ritus spreche „verschiedene Sensibilitäten“ an. Das Hochgebet des alten Ritus sei besonders wertvoll in seiner Betonung auf „dem Opfercharakter der Messe: ein wesentlicher Aspekt der Eucharistiefeier“, bemerkte er.

Die allgemeingültige Genehmigung der Tridentinischen Messe würde kanonische und liturgische Fragen aufwerfen, aber keine grundlegenden theologischen Bedenken mit sich bringen, glaubt der Kardinal. Wenn er selbst – als Mitglied der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung – gebeten werde, die Messe im Tridentinischen Ritus zu feiern, dann tue er es – und zwar „ohne jemanden um Erlaubnis zu fragen.“



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Liturgie

  1. Jesuitenpater Thomas Reese mit irrer Aussage: ‚Warum ich die alte lateinische Messe hasse‘
  2. US-Bischof weitet Angebot an tridentinischen Messen in seiner Diözese aus
  3. US-Bischof Coakley: 'Wir haben noch nicht das letzte Wort zu Traditionis custodes gehört'
  4. Die Alte Messe braucht die Piusbruderschaft nicht
  5. Eduard Habsburg: Alte Messe ist ‚absolute Antithese zur heutigen Welt‘
  6. Brasilianischer Bischof: Junge Katholiken haben ein ‚Recht‘ auf traditionelle Liturgie
  7. Papst Leo XIV. und die Zukunft der liturgischen Einheit der Kirche
  8. „Einheit heilen, ohne Wahrheit zu verdunkeln“
  9. Kardinal Eijk zelebriert erstes Hochamt im Vetus Ordo: „Eindrückliches, unvergessliches Erlebnis“
  10. Vom Elend der Fürbitten







Top-15

meist-gelesen

  1. Bischof Erik Varden: „Den Fremden willkommen heißen“
  2. Stanislaus-Kostka-Wallfahrt von Wien nach Rom erreicht ihr Ziel
  3. Papst: In der Seelsorge auf das Wesentliche konzentrieren
  4. Bruder von Leo XIV.: Papst hilft bei der Steuererklärung
  5. Bischof an Jugend: "Licht des neuen Afrikas liegt in euch"
  6. Wien: Rund 20.000 Teilnehmer bei ökumenischem "Marsch für Jesus"
  7. Tausende Teilnehmer bei Pro-Life-Kundgebungen in Berlin, Köln und Zürich
  8. Jesus in Hollywood: Eucharistische Prozession in den Straßen der Filmmetropole
  9. Papst-Vigil in Paris mit Jesus zugeschriebener "Heiliger Tunika"
  10. Katholische Cityseelsorge St. Gallen Mitveranstalter von ‚Drag-Show‘
  11. Niederlande: Ein zweijähriges Kind wurde durch Euthanasie getötet
  12. Leo XIV. besucht als erster Papst die wiederaufgebaute Notre-Dame
  13. Die Güte Gottes und die Freude am Glauben
  14. Zum Abschied einer Pastoralraumleiterin
  15. Der 11. September und die Notwendigkeit eines kämpferischen Christentums

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz