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Benedikt XVI. empfiehlt 'Lectio Divina'

20. September 2005 in Spirituelles, keine Lesermeinung
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Die regelmäßige Lesung der Heiligen Schrift, die ins Gebet genommen und betrachtet wird, könne in der Kirche einen "neuen geistigen Frühling" herbeiführen.


Castel Gandolfo (www.kath.net / zenit) Die Wiederentdeckung der "Lectio divina", dieser regelmäßigen Lesung der Heiligen Schrift, die ins Gebet genommen und betrachtet wird, kann in der Kirche einen "neuen geistigen Frühling" herbeiführen. Das sagte Papst Benedikt XVI. am Freitag vor rund 400 Audienzteilnehmern in Castel Gandolfo.

Anlässlich des internationalen Kongresses "Die Heilige Schrift im Leben der Kirche", der zum 40. Jahrestag der Veröffentlichung der dogmatischen Konzilskonstitution über die Offenbarung, Dei Verbum, vom 14. bis zum 18. September in Rom stattgefunden hat, empfahl der Heilige Vater den Kongressteilnehmern aus aller Welt die alte Praxis der "göttlichen Lesung" ("lectio divina").

"Die regelmäßige Lektüre der Heiligen Schrift, die vom Gebet begleitet wird, ermöglicht dieses vertrauliche Zwiegespräch, bei dem man Gott zuhört, der durch die Schrift zu einem spricht, und bei dem man ihm mit vertrauensvoller Offenheit des Herzens durch das Gebet antwortet", erklärte Benedikt XVI. "Wenn man diese Übung wirksam verbreitet, bin ich sicher, dass sie in der Kirche einen neuen geistigen Frühling herbeiführen wird."

Durchaus hilfreich sei es, neue Methoden zu finden, die "gut durchdacht und den heutigen Zeiten angepasst" sein sollten. "Niemals darf vergessen werden, dass das Wort Gottes das Licht ist, das unseren Gang und unseren Weg erhellt", betonte der Papst abschließend.

Rückgrat des Ordenslebens

Die betende Lektüre der Bibel reicht bis in die Zeit der ersten Christen zurück. Der erste, der den Ausdruck "Lectio divina" gebrauchte, war der Theologe Origenes (185-254), der unter anderem sagte, dass man sehr von der Heiligen Schrift profitiere, wenn man sie aufmerksam, beständig und in Gebetshaltung lese. Zu späterer Zeit wurde die "Lectio divina" zum Rückgrat des Ordenslebens. Durch die Mönchsregeln von Pachomius, Augustinus, Basilius und Benedikt wurde sie zusammen mit der manuellen Arbeit und der Liturgie das Fundament des Mönchtums.

Die vierstufige Gliederung der "Lectio divina" – "lectio" ("Lesung"), "meditatio" ("Besinnung"), "oratio" ("Gebet") und "contemplatio" ("Betrachtung") – stammt aus dem 12. Jahrhundert und geht auf einen Karthäusermönch namens Guido zurück. Ihm zufolge handelt es sich dabei um jene Treppe, auf der die Ordensleute von der Erde in den Himmel aufsteigen.

Foto: Fides



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