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China: Gegner von Zwangsabtreibungen verhaftet

8. September 2005 in Aktuelles, keine Lesermeinung
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Erzwungene Abtreibungen und Sterilisationen stehen in China auf der Tagesordnung. Ein Mann, der eine Sammelklage initiierte, wurde nun verhaftet.


Peking (www.kath.net / LifeSiteNews.com) Die chinesischen Behörden haben am Mittwoch einen Mann festgenommen, der gegen die unmenschliche Bevölkerungspolitik im Land kämpft. Erzwungene Abtreibungen und Sterilisationen stehen in China auf der Tagesordnung. Ein blinder Bauer, der 34-jährige Chen Guangcheng, hatte eine Sammelklage gegen die Regierung initiiert, nachdem die Behörden auch in seiner Region in der Nähe der Stadt Linyi mit drastischen Mitteln die Zwei-Kind-Politik durchsetzen wollten. Der Mann hatte kurz vor seiner Festnahme mehreren Zeitungen Interviews gegeben und Kontakte mit Diplomaten und Politikern aufgenommen, berichtete einer seiner Freunde.

Eltern mit zwei Kindern wurden demnach gezwungen, sich sterilisieren zu lassen; Frauen, die ihr drittes Kind erwarteten, wurden zu einer Abtreibung gezwungen. Familienangehörige von schwangeren Frauen, die sich vor den Behörden versteckten, wurden ebenso festgenommen und massiv bedroht, damit sie die Frauen überzeugten, sich der Polizei zu stellen.

Chen Guangcheng hatte zahlreiche Berichte dieser Art gesammelt, um sie den Behörden vorzulegen. „Was diese tun, ist absolut illegal“, sagte er laut Bericht der „Washington Post“ vor seiner Festnahme am 26. August. Grundlegende Bürgerrechte seien massiv verletzt worden.

Zwölf Familienangehörige inhaftiert

Ein besonders erschütternder Fall ist jener von der 36-jährigen Feng Zhongxia. Sie war im siebenten Monat schwanger. Die Polizei nahm insgesamt zwölf Familienangehörige fest, bis sie einer Abtreibung zustimmte. „Meine Tanten, Onkeln, Cousins und meine junge Schwester, die ebenfalls schwanger war, meine Schwäger – sie alle wurden ins Familienplanungsbüro gebracht“, erzählt sie.

„Viele von ihnen bekamen weder Essen noch Wasser, und alle wurden heftig geschlagen.“ Ihr sei gesagt worden, „dass sie meinen Verwandten die Haut abziehen würden und ich nur mehr ihre Körper sehen würde, wenn ich nicht zurück kommen sollte“, erzählt die junge Frau. Nach der erzwungenen Abtreibung wurde sie gegen ihren Willen sterilisiert. „Ich bin ein Mensch“, ist Feng fassungslos. „Wie können sie mich so behandeln?“

Laut Aussage von einem Mitarbeiter des Familienplanungsbüros in Peking seien solche Maßnahmen „definitiv illegal”. Die Behörden von Linyi müssten diese Missbrauchsfälle untersuchen, forderte er.



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