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Von der Eucharistie-‚Light’ zum wahren Licht

9. Juni 2005 in Spirituelles, keine Lesermeinung
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Die Hostie ist kein "Symbol" für Christus, sondern – o Schreck! – sie ist Christus. KATH.NET-Gedanken über "Morgengedanken" zu Fronleichnam.


Wien (www.kath.net, pb) „Fronleichnam bedeutet der ‚Leib des Herrn’. Das Symbol dafür ist das Brot, die Hostie. Und diese wird heute in feierlichen Prozessionen durch das ganze Land getragen.“ Mit diesen Worten begann die Leiterin des Seelsorgeamtes der Diözese Innsbruck in der ORF-Radio-Sendung „Morgengedanken“ am Fest Fronleichnam ihre Erklärung des Hochfestes.

Die Hostie, das Brot, das Symbol. Das leuchtet ein. Das ist leicht verdaulich. Das kratzt wohl auch keinen Atheisten. Symbole dürfen sein in unserer postmodernen Welt. Sie sind rund, sie schaffen Raum, sie lassen uns atmen.

Allein: Die Eucharistie ist keine symbolische Handlung. Sie ist der Skandal schlechthin: Gott wird wahrhaft Mensch. Er gibt uns nicht nur Symbole, sondern sich selber. Das lässt sich nicht weichzeichnen und abrunden. Das ist unglaublich und erschreckend. Da bleibt einem die Luft weg. Schweigen deshalb so viele, die es besser wissen müssten, und servieren vorsichtshalber eine „Light“-Version der Eucharistie?

Die Schrecksekunden könnten besser genutzt werden, um das Wesen der Eucharistie ganz an sich heranzulassen: Hier begegnen einander Gott und Mensch, hier spricht ein Du zum anderen. Der eigentliche Vorgang des Kommunizierens ist, „dass wir uns in Christus, in seine innere Gemeinschaft, hineinziehen lassen und damit schließlich auch in die innere Ähnlichkeit hineingeführt werden“, schreibt Papst Benedikt XVI.

Das ist nicht „light“, sondern wahres Licht. Es ist „real stuff“. Wem es hier den Atem verschlägt, der möge nach dem nächsten Luftholen weit ausholen und die ganze Geschichte erzählen: Die gewandelte Hostie, die zum Fest Fronleichnam öffentlich in Prozessionen gezeigt und verehrt wird, ist nicht ein Symbol für Christus – die Hostie ist Christus …


Zur Dokumentation

ORF-„Morgengedanken“ vom Donnerstag, 26. Mai 2005, von Mag. Elisabeth Rathgeb

Fronleichnam - In der Gegenwart Gottes leben

Heute ist Fronleichnam. Dieses Fest mit dem seltsamen Namen ist über 700Jahre alt. Damals hieß "Fron" soviel wie "Herr" und "Leichnam" stand fürunser Wort "Leib". Fronleichnam bedeutet also "Leib des Herrn". Das Symboldafür ist das Brot, die Hostie. Und diese wird heute in feierlichenProzessionen durch das ganze Land getragen.

Heute würde wohl niemand mehr ein derartiges Fest einführen. Aber die alteTradition hat uns nicht nur einen freien Donnerstag beschert, sondernbewahrt für uns einen Gedanken: Gott ist gegenwärtig. In einer Zeit, in deres schwer fällt, in der Gegenwart zu leben, ist es doppelt schwer, imBewusstsein der Gegenwart Gottes zu leben.

Unsere schnelllebige Zeit macht es uns nicht leicht, in der Gegenwart zuleben: Ständig planen wir für morgen. Und sorgen vor für Risiken vonübermorgen. Da bleibt wenig Zeit für das Heute.

Aber das ist nicht nur ein Zeichen unserer Zeit. Schon vor 350 Jahrenschrieb der Philosoph Blaise Pascal: „Nie halten wir uns an die gegenwärtigeZeit. Wir nehmen das Zukünftige vorweg, als käme es zu langsam. Oder wirrufen das Vergangene zurück, um es festzuhalten, als entschwände es zurasch. So verpassen wir gedankenlos die einzig wirkliche Zeit.“

Fronleichnam ist ein Fest der Gegenwart: Wir feiern die Gegenwart Gottes imHier und Jetzt, im Heute.

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