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Indischer Bischof kritisiert Massenkonversion

2. Mai 2005 in Weltkirche, keine Lesermeinung
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600 traten zum Hinduismus über. Bischof von Orissa: Die Armut und die Verzweiflung der Dalit wird politisch ausgenutzt.


Bijepur (www.kath.net) Rund 600 indische Christen sind im Rahmen einer Massenkonversion zum Hinduismus übergetreten. Das meldete AsiaNews. Die rund 120 Dalit-Familien versammelten sich in der Stadt Bijepur im Bundesstaat Orissa, um an der von der Vishwa Hindu Parishad (Vhp) organisierten Veranstaltung teilzunehmen. Die Vhp ist der religiöse Zweig der Bharatiya Janata Party (BJP).

Das Bundesgesetz in Orissa sieht vor, dass sich jeder, der zu einer anderen Religion wechseln will, bei der Behörde melden muss. Der Bischof der Diözese Sambalpur, Lucas Kerketta, kritisiert, dass die hinduistischen Extremisten von der Armut und der Diskriminierung profitieren, unter der die christlichen Dalit, eine der ärmsten Bevölkerungsgruppen in Indien, zu leiden haben. „Sie sind arm und ungebildet; sie arbeiten großteils als Bauern, und die Vhp versucht permanent, sie mit Geld und Kleider anzulocken“, berichtet er.

„Wenn diese Taktik nicht funktioniert, greifen sie zu stärkeren Geschützen: Sie schüchtern sie ein, üben Gewalt aus oder drohen ihnen an, dass sie den Arbeitsplatz verlieren, sollten sie weiterhin den christlichen Glauben praktizieren.“ Nicht nur hinduistische Extremisten versuchen, aus der Armut der Dalit Profit zu schlagen, berichtet der Bischof weiter. Auch manche Vertreter christlicher Freikirchen verstärken seiner Erfahrung nach die Werbung nach neuen Mitgliedern, indem sie den Armen Kleidung, Geld und Nahrung anbieten. Die Dalit seien „so arm und unterdrückt, dass für sie jede Art von Hoffnung anziehend ist, wie trügerisch auch immer diese sein mag“, weiß der Bischof.

John Dayal, Generalsekretär des „All India Christian Council“ und Vorsitzender der „All India Catholic Union“ erklärt, bei Konversionen dieser Art seien immer sowohl die Hände der Behörden als auch Gewalt im Spiel. Es gebe zwar in einigen Staaten ein Anti-Konversions-Gesetz. Man sei zwar bedacht, dieses bei Christen anzuwenden, „man hat aber Angst, es auf die Vhp anzuwenden“, erklärt der Experte.



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