Eucharistie ist die ‚tröstlichste Friedensdemonstration der Welt’

1. Jänner 2005 in Deutschland


Das "Angebot der liebenden Wirklichkeit Jesu Christi" gelte für jede Situation, sagte der Eichstätter Bischof Walter Mixa in seiner Silvesteransprache.


Eichstätt (www.kath.net / pde) Bei aller Hilflosigkeit gegenüber Not und Leid ist es nach den Worten von Bischof Walter Mixa Aufgabe der Christen deutlich zu machen, dass alles grausame Leiden und Sterben-Müssen nicht das endgültige Aus bedeuten. In seiner Silvesteransprache verwies der Bischof von Eichstätt und katholische Militärbischof auf die Naturkatastrophe in Südostasien, aber auch die vielen persönlichen Katastrophen im Leben Einzelner.

Die Erfahrung von Leid, Not und Traurigkeit könne nicht wegdiskutiert werden, dürfe auch nicht durch billige Vertröstungen verharmlost werden. Angesichts der furchtbaren Wirklichkeiten im Weltgeschehen und oft auch im persönlichen Schicksal könnte man sich resigniert abwenden oder feststellen: „Mich hat das ja nicht getroffen“.

Christen sollten jedoch gerade in solchen Situationen bekennen: „Es gibt ein Licht der Liebe und des Lebens, das nie erlöscht“. Das sei die tiefe Wirklichkeit von Weihnachten, dass sich Gott total und radikal auf das Leben der Menschen und damit auch auf das Leid in der Welt eingelassen habe.

Der Weltjugendtag im August in Köln solle diese Wirklichkeit deutlich machen. Wie bereits in der Vorbereitung werde das Kreuz im Mittelpunkt des weltweiten Ereignisses stehen, „als Zeichen der radikalen Hingabe und zugleich als Zeichen des Sieges über das Böse, über den Tod“. Diese „umgreifende Wirklichkeit der Liebe“ müssten die Christen immer und überall bezeugen.

Darum sei gerade auch jetzt für die Opfer der Katastrophe in Südostasien Hilfe im Gebet und durch Spenden nötig. Gerade die aktuellen Ereignisse sollten aber auch zum Nachdenken anregen: Es gebe Dinge, die der Verfügung des Menschen entzogen sind; der Mensch sei nicht der „große Macher“, der alles im Griff habe.

Mehr Aufmerksamkeit für die „tröstlichste Friedensdemonstration der Welt“

In seiner Predigt im Eichstätter Dom verwies der Bischof auf den vielfach vergessenen Wert der Eucharistie. Das Leiden und Sterben im persönlichen Lebensbereich, aber auch die weltweiten Katastrophen- und Unheilserfahrungen seien hineingenommen in die Worte Jesu: „Mein Leib, hingegeben für euch; mein Blut, vergossen für euch“. Dieses „Angebot der liebenden Wirklichkeit Jesu Christi“ gelte für „jede Situation in unserem begrenzten und oftmals auch ausweglos erscheinenden Dasein“.

Damit sei die Eucharistie auch die „tröstlichste Friedensdemonstration der Welt“, die „unauflösliche Verbundenheit zwischen Gott und den Menschen bei allem Auf und Ab des täglichen Lebens“. Ehrlicher Dialog bei der Begegnung der Kulturen Bereitschaft zum Frieden müsse auch die Begegnung der Kulturen und Religionen prägen, die in Deutschland immer mehr an Bedeutung gewinne, aber auch zunehmend für Verunsicherung sorge.

Nie mehr dürfe im Namen Gottes – wie immer man ihn benenne – Krieg geführt werden. Zugleich sollten die Christen in einem ehrlichen, von gegenseitigem Respekt gekennzeichneten Dialog die Besonderheit des christlichen Gottesbildes und die Einmaligkeit des christlichen Menschenbildes herausstellen. Die Friedensbotschaft, für die Jesus am Kreuz gestorben ist, sei das einzig mögliche und menschenwürdige Zukunftsprogramm.

Aufgabe der Wertevermittlung

Im Gedenken an den heiligen Bonifatius, dessen 1250. Todestag in diesem Jahr begangen wurde und der im Jahre 745 durch seinen Verwandten Willibald die Diözese Eichstätt begründet hat, müssten sich gerade die Christen in Deutschland wieder neu auf ihre Aufgabe als bekennende und missionarische Kirche besinnen. Dabei gelte es besonders für den Wert der verbindlichen ehelichen Lebensgemeinschaft und der Familie einzutreten.

Ebenso entschieden sollten Christen sich für die im Grundgesetz verankerte Personwürde des einzelnen Menschen einsetzen – gerade angesichts der bedrückenden Tatsache, dass während der letzten 25 Jahre sieben Millionen Kinder in Deutschland abgetrieben worden seien. Eine Bundesrepublik Deutschland ohne Kinder werde keine Zukunft haben, so Bischof Mixa.

Hier müsse die Kirche vom christlichen Menschenbild her wegweisend und zugleich auch mahnend wie Bonifatius neu Hilfestellung leisten und sich in einer geistigen Auseinandersetzung für einen Bewusstseinswandel einsetzen.


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