
9. Oktober 2026 in Chronik
In einer vielbeachteten Grundsatzrede an der Akropolis in Athen hat US-Außenminister Marco Rubio am Mittwoch eine leidenschaftliche Verteidigung der westlichen Zivilisation, ihrer Geschichte und ihrer Werte gehalten
Athen (kath.net)
In einer vielbeachteten Grundsatzrede an der Akropolis in Athen hat US-Außenminister Marco Rubio am Mittwoch eine leidenschaftliche Verteidigung der westlichen Zivilisation, ihrer Geschichte und ihrer Werte gehalten. Vor dem Hintergrund aktueller globaler Krisen und Krisenherde rief er die USA und Europa dazu auf, sich wieder auf ihr gemeinsames geistiges und kulturelles Erbe zu besinnen.
Rubio betonte, dass der Westen weit mehr als nur politische Institutionen wie die Demokratie oder Philosophie von den alten Griechen geerbt habe: Es sei ein gemeinsames Weltbild, eine gemeinsame Anthropologie, die den Weg für das Christentum geebnet habe.
Von den griechischen Denkern und den Errungenschaften der Antike führte der Weg über europäische Gelehrte wie Kopernikus, Galilei und Newton bis hin zu den Kathedralen des Mittelalters und der europäischen Christenheit.
Diese geistige Tradition schuf ein gemeinsames Verständnis von Wahrheit, Tugend, Gutem und Schönem sowie von objektiv gültigen Idealen und einer natürlichen Ordnung.
Der US-Außenminister warnte eindringlich vor Tendenzen in Teilen des modernen Westens, die eigenen Erfolge und die eigene Geschichte zu verleugnen. Aus unangebrachter Schuld über den eigenen Wohlstand seien in den vergangenen Jahrzehnten Denkmäler abgerissen und Grenzen sowie Industrien vernachlässigt worden.
Eine Kultur, die nach absoluter Sicherheit strebe, Risiken scheue und das Mittelmäßige über das Exzellente stelle, verliere ihren Lebenswillen (thumos – das Feuer der Leidenschaft und des Mutes).
Dies habe ein gefährliches Vakuum geschaffen, das von aggressiven geopolitischen Konkurrenten ausgenutzt werde.
Rubio erinnerte an das klassische Verständnis von Heldentum und Pflichtbewusstsein, das sich wie ein roter Faden durch die westliche Geschichte zieht – vom antiken Griechenland über christliche Märtyrer bis hin zu den Gründerstaaten der USA. Die westlichen Helden würden den Tod zwar nicht suchen, seien aber bereit, für ihre Prinzipien einzustehen.
Im Gegensatz zu totalitären Ideologien oder dem „Todes-Kult“ radikaler Fanatiker schätze der Westen das Leben gerade deshalb so hoch, weil er Prinzipien hat, die über dem bloßen Überleben stehen.
Rubio schloss mit dem Appell, stolz auf das Erbe der Väter zu sein, da die Geschichte der abendländischen Zivilisation „die größte Geschichte ist, die je von Menschen geschrieben wurde“.
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