Einbürgerung als Wahlstrategie? Linke profitiert massiv von muslimischen Wählern in Berlin

30. September 2026 in Deutschland


Der Bremer Politikwissenschaftler Stefan Luft warnt vor den Konsequenzen eines Kurses, der auf ungesteuerte Zuwanderung und das kommunale Wahlrecht für alle Menschen ohne deutschen Pass setzt


Berlin (kath.net/gem/rn) Die Erfolge der Linkspartei bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl werfen drastische Fragen über den Zusammenhang von Einbürgerungspolitik und Wahlverhalten auf. Besonders auffällig ist das stark unterschiedliche Abschneiden bei verschiedenen Religionsgruppen – während die Linke unter Muslimen die absolute Mehrheit holte, bleibt sie bei Christen weit abgeschlagen. Dies berichtet die "BILD".

Die Debatte um „Pässe gegen Stimmen“ gewinnt an Schärfe. Profitiert die politische Linke am Ende von einer Einbürgerungspolitik, die sie selbst immer weiter erleichtern will? Die Partei setzt in ihrem Programm auf eine weitreichende Migrationspolitik. Neben einem bundesweiten Rechtsanspruch auf Einbürgerung nach fünf Jahren und geringeren Einkommenshürden fordert sie unter anderem Landesaufnahmeprogramme für Menschen aus Krisenregionen wie Syrien, dem Irak, Afghanistan, dem Sudan sowie Gaza und dem Libanon.

Besonders deutlich wird die Brisanz dieser Ausrichtung mit Blick auf die demografischen Wahlanalysen. Laut einer Auswertung der Forschungsgruppe Wahlen erzielte "Die Linke" bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl ein beachtliches Gesamtergebnis von 25,7 Prozent. Doch hinter diesem Schnitt verbirgt sich ein drastisches Gefälle zwischen den Religionsgemeinschaften.

Unter muslimischen Wählern erreichte Die Linke eine absolute Mehrheit von 51 Prozent – ein enormer Sprung von plus 36 Prozentpunkten im Vergleich zur vorherigen Wahl. INSA-Chef Hermann Binkert analysiert dazu: „Die Parteien links der Mitte profitieren bei Wahlen von der Einbürgerung von Muslimen, weil diese Wähler überdurchschnittlich für Linke, Grüne und SPD stimmen.“ Ohne diese Wählergruppe wäre der große Erfolg der Linkspartei in Berlin so nicht möglich gewesen, so Binkert.

Ganz anders stellt sich das Bild bei den christlichen Konfessionen dar: Bei den Katholiken kam Die Linke lediglich auf 17 Prozent, bei den Evangelischen sogar nur auf 16 Prozent (obwohl sie auch hier jeweils um 9 Prozentpunkte zulegen konnte). Bei den Konfessionslosen punktete die Partei mit 28 Prozent.

Warum die Partei gerade in Teilen der muslimischen Bevölkerung so stark an Zuspruch gewinnt, erklären Experten auch über sozialpolitische Faktoren. Laut einer DeZIM-Studie aus dem Jahr 2025 sehen rund 47 Prozent der Wahlberechtigten mit Migrationshintergrund Die Linke als kompetenteste Kraft zur Bekämpfung sozialer Ungleichheit, da viele Menschen aus jüngeren arabischen Einwanderungswellen in prekären Verhältnissen leben.

Kritiker sehen darin jedoch eine gefährliche Entwicklung. Der Bremer Politikwissenschaftler Stefan Luft warnt vor den Konsequenzen eines Kurses, der auf ungesteuerte Zuwanderung und das kommunale Wahlrecht für alle Menschen ohne deutschen Pass setzt. „Auf diese Weise werden immer stärker Konflikte in die deutsche Politik hineingetragen“, so Luft.

Noch schärfer attackiert der stellvertretende Unionsfraktionsvorsitzende Günter Krings (CDU) die Pläne. Er wirft der Linken vor, sich mit einer Einbürgerung ohne ausreichende Sprach- und Einkommenshürden gezielt ein neues Wahlvolk zu schaffen. Dahinter stünden „knallharte Machtinteressen“ und das Kalkül auf dankbare neue Wählergruppen, so Krings.

Die Veröffentlichung dieser religionsspezifischen Wahlanalysen dürfte die Diskussion über den Wert und die Integrationswirkung der deutschen Staatsbürgerschaft in den kommenden Wochen weiter anheizen.


© 2026 www.kath.net