
6. November 2026 in Chronik
Wirt des peruanischen Restaurants, in welchem Bischof Prevost regelmäßig frühstückte: Prevost setzte sich gern an einen Tisch mit Blick auf die Kathedrale von Chiclayo, war beim Frühstück kein großer Plauderer. Von Petra Lorleberg
Chiclayo (kath.net/pl) Als Robert Prevost Bischof von Chiclayo in Peru war, machte er sich die lokale Kaffeekultur zu eigen, obwohl es in Chiclayo immerhin zwei Starbuck-Filialen gibt, bei denen es auch Kaffees in US-amerikanischer Sitte gibt. Doch der geborene US-Amerikaner inkulturierte sich auch in die hochstehende Kaffeekultur des Landes trank den Kaffee so, wie ihn die Peruaner lieben. Das System, das oft (frei übersetzt) „Omas Kaffeefilter“ oder auch „Tropfen für Tropfen“ genannt wird, produziert eine starke Essenz, bis zu viermal stärker als herkömmlicher Filterkaffee. Diese Essenz wird in eine Tasse gefüllt und mit einem Kännchen heißes Wasser serviert, jeder kann also selbst entscheiden, wie stark er seinen Kaffee trinken möchte. Klassischerweise wird diesem Gebräu keine Milch hinzugefügt. Darüber berichtet das „National Catholic Register“.
Kronzeuge dafür ist im Beitrag des „National Catholic Register“ Eduard Montoya Altamirano, der Inhaber des Restaurants „Trébol“, wo Bischof Prevost regelmäßig gefrühstückt hatte. Montoya erläuterte, dass es in seinem Restaurant üblich sei, „Kaffee und Wasser herumzureichen, und jeder kann hinzufügen, was er möchte“. Es sei bekannt gewesen, dass Bischof Prevost seinen Kaffee am liebsten stark getrunken hatte, außerdem fügte der Bischof niemals Milch hinzu, sondern trank seinen peruanischen Kaffee „nur mit Wasser“.
Montoya schildert weiter, dass Bischof Prevost oft an einem Tisch mit Blick auf die Kathedrale Santa Maria von Chiclayo gesessen habe, die direkt gegenüber lag. Der Wirt vermutet, dass der Bischof auf diese Weise auch beim Kaffeetrinken die Verbindung zu der Kirche wahren wollte, der er diente. Im Trébol bestellte Bischof Prevost zu seinem Kaffee oft einen Teller „Frito Chiclayano“ – ein deftiges lokales Frühstücksgericht aus mariniertem und frittiertem Schweinefleisch, serviert mit Maniok und Salsa. Meist trank er dazu ein Glas Saft, entweder aus Orangen oder Papayas. Laut Montoya war sein bischöflicher Stammgast beim Frühstück kein großer Plauderer. Zuweilen speiste er in Begleitung von Diözesanpriestern oder anderen Gästen, doch ansonsten blieb er für sich. „Er war ein Gast, der keine großen Ansprüche stellte“, sagte Montoya. „Ein ganz normaler Kunde: höflich, bescheiden und ein guter Esser.“
Ob Papst Leo diese peruanische Kaffeekultur nun auch im Vatikan pflegt, darüber ist nichts bekannt. Da aber sein Sekretär sowie offenbar eine Gruppe peruanischer Ordensfrauen um ihn sind, hätte er auf jeden Fall die Möglichkeit dazu, überlegt der Verfasser des NCR-Beitrags, Jonathan Liedl.
Hintergrund: Bei der bevorstehenden Lateinamerikareise von Papst Leo, bei der er vom 11. bis 16. November 2026 auch Peru ausführlich besuchen wird, stehen aber die Chancen auf jeden Fall gut, dass er auch mal wieder seinen vertrauten „peruanischen Kaffee“ trinken kann - da Peru zu den weltgrößten Kaffeeproduktionsländern zählt und eine vielfältige Kaffeekultur pflegt, wird er vermutlich auf jeden Fall einheimische Kaffeesorten angeboten bekommen. Das Bistum Chiclayo jedenfalls, dessen Bischof Prevost über Jahre hinweg gewesen war, erstreckt sich auch auf andine Höhenlagen und auf Kaffeeanbauregionen. Hier wächst hochwertiger Arabica-Kaffee unter optimalen klimatischen Bedingungen auf Höhenlagen von über 1.500 Metern. Typisch für den Kaffee aus dieser Region sind schokoladige, florale und leicht zitrische Geschmacksprofile. Diese Kaffees werden häufig von Kleinbauernkooperativen in nachhaltigem Schattenanbau (Agroforstwirtschaft) produziert.
Robert Prevost war von 2015 bis 2023 Bischof von Chiclayo gewesen.
Archivfoto: Bischof Prevost unterwegs in den Anden
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