
6. Juni 2026 in Aktuelles
Leo XIV. bei der Gebetsvigil mit Jugendlichen auf der Plaza de Lima in Madrid. Vorbilder des Glaubens, die Unterscheidung der Stimme Gottes, christliches Zeugnis in der Welt. Von Armin Schwibach
Madrid (kath.net/as) Bei der Gebetsvigil mit den Jugendlichen auf der Plaza de Lima in Madrid beantwortete Papst Leo XIV. sechs Fragen zu seinem geistlichen Weg, seiner Zeit als Missionar in Peru, zur Unterscheidung der Stimme Gottes und zum Auftrag junger Christen in Kirche und Gesellschaft.
Der Papst verwies dabei auf den heiligen Johannes Chrysostomos, den heiligen Thomas von Villanova und den heiligen Toribio de Mogrovejo als prägende Vorbilder seines Glaubenslebens. Mit einem Wort des heiligen Augustinus fasste er deren Bedeutung zusammen: „Wenn sie dazu fähig waren, warum sollte ich es dann nicht sein?“.
Auf die Frage nach der Suche nach Gottes Stimme nannte Leo XIV. drei Wege: die Stille, das Gebet und das Hören auf Christus, das lebendige Wort Gottes: „In der Stille begreifen wir, dass Ideologien vergehen, während die Wahrheit bleibt“, sagte er. Zugleich erinnerte er daran, dass „Gott eure Stimme gut kennt: Er hört euch und wird euch antworten“.
Den jungen Menschen empfahl der Papst, ihren Glauben vor allem durch das eigene Leben weiterzugeben: „Vor dem Herrn sind wir stets Jünger“. Christen seien „immer Zeitgenossen, aber niemals Gefangene der Zeit“, denn ihre Freiheit gründe in Christus.
Den Abschluss bildete ein konkreter Auftrag an die Jugend. Leo XIV. rief dazu auf, „das Salz der Erde und das Licht der Welt“ zu sein, und fasste seine Botschaft in einen kurzen Satz zusammen: „Der Auftrag, den ich euch anvertraue, lautet also: Seid Menschen!“: „Seid Menschen! Ja, seid Menschen! Männer und Frauen aus Fleisch und Blut. Nicht Fassaden, sondern vertrauenswürdige Gesichter. Menschen, die nach Gerechtigkeit streben, weil sie danach hungern wie nach dem täglichen Brot. Menschen, die ein ehrliches und aufrichtiges Leben führen wollen, weil sie anderen gerne das tun, was sie sich von anderen wünschen. Seid Menschen wie Christus, der vollkommene Mensch, der Auferstandene, der mit uns ist zu allen Zeiten der Geschichte. Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, schaut auf die Apostel, auf die ersten Christen, die in einem heidnischen Umfeld lebten. Folgt ihrem Beispiel und seid Missionare des Evangeliums angesichts der materiellen und geistigen Armut unserer Zeit, in dem vollen Bewusstsein, dass unser Glaube eine Lebensweise ist, die sich in der Liebe verwirklicht (vgl. Gal 5,6). Sie, liebe junge Menschen, ist die Tugend, die die Geschichte mehr als jede andere verändert“.
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