
5. Juni 2026 in Weltkirche
Er wolle keine Religion, keinen Himmel und keinen Gott, für die er töten oder sterben müsse, sagte Bischof Staglianò, Präsident der Päpstlichen Akademie für Theologie. Dies habe bereits Jesus Christus verkündet, behauptet er.
Rom (kath.net/LifeSiteNews/jg)
Der Präsident der Päpstlichen Akademie für Theologie, Bischof Antonio Staglianò, hat in einem Video auf Instagram John Lennons Lied „Imagine“ zu einem „universellen Friedenslied“ erklärt und festgestellt, er stimme dessen zentraler Botschaft weitgehend zu.
In dem am 18. Mai 2026 veröffentlichten Video sagt Staglianò wörtlich: „Lassen Sie uns die Religion abschaffen, lassen Sie uns Gott abschaffen, lassen Sie uns den Himmel abschaffen. Wer sagt das? John Lennon, im schönsten Lied der Welt: Imagine.“
Der Bischof interpretiert das Lied als Aufruf, jede Religion abzulehnen, „für die ich töten oder sterben muss“. Er stellt dabei den katholischen Himmel der Kreuzzüge auf eine Stufe mit dem Wikinger-Paradies Walhalla und dem Paradies-Verständnis islamischer Fundamentalisten. Alle drei seien Vorstellungen, für die Menschen Gewalt ausüben oder in den Tod gehen würden.
Staglianò betonte weiter: „Ich will keine Religion, für die ich töten oder sterben muss, keinen Himmel, für den ich töten oder sterben muss, und keinen Gott, für den ich töten oder sterben muss.“ Dies sei bereits zweitausend Jahre zuvor von Jesus von Nazareth gesagt worden.
Der Bischof behauptete zudem, Jesus habe vor dem Hohenpriester Kaiaphas klargestellt, dass Gott („mein Abba“) nicht für gewalttätige Handlungen im Alten Testament verantwortlich sei – etwa den Tod der Erstgeborenen Ägyptens oder die Befehle an Saul. Stattdessen sei Gott „immer und nur Liebe“.
Kritiker werfen Staglianò vor, mit dieser Position eine bereits in der frühen Kirche verurteilte Häresie zu vertreten: den Marcionismus. Dieser lehrt, dass der Gott des Alten Testaments ein anderer (und oft als gewalttätig abgelehnter) Gott sei als der liebende Vater Jesu Christi. Die Kirche lehnt diese Trennung entschieden ab. Jesus selbst erklärte im Neuen Testament ausdrücklich, er sei nicht gekommen, das Gesetz und die Propheten aufzuheben, sondern zu erfüllen (Mt 5,17).
Nach massiver Kritik in den sozialen Medien veröffentlichte der Bischof am 22. Mai ein weiteres Video, in dem er seine Aussagen nicht relativierte, sondern verteidigte. Er wies den Vorwurf der Häresie zurück und erklärte, wer ihn für häretisch halte, habe selbst offensichtlich eine gewisse Verwirrung in Bezug auf die Lehre im Kopf. Schließlich sei er ein Bischof und darüber hinaus Präsident der Päpstlichen Akademie für Theologie. Folglich könne er kein häretischer Bischof sein.
Antonio Staglianò wurde 2022 von Papst Franziskus zum Präsidenten der Päpstlichen Akademie für Theologie ernannt. Die Akademie wurde 1718 gegründet und soll theologische Forschung im Einklang mit dem Lehramt der Kirche fördern. Staglianò gilt als Vertreter der sogenannten „Pop-Theologie“, die eine vereinfachte und populäre Sprache in der Glaubensverkündigung anstrebt. Er war bereits früher mit kontroversen Positionen, unter anderem im Dialog mit der Freimaurerei, in Erscheinung getreten.
Foto: Wikimedia Commons, gemeinfrei
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