„Nach der päpstlichen Erklärung brach in der Konzilsaula langanhaltender Applaus aus“

27. Mai 2026 in Chronik


„Vatican News Polen“ berichtete über „den polnischen Beitrag“ zur Ausrufung des neuen Marientitels „Maria Mutter der Kirche“ 1964 während des II. Vatikanums.


Vatikan-Warschau (kath.net/pl) An der Spitze dieser Initiative stand Kardinal Stefan Wyszyński, der davon überzeugt war, dass die moderne Welt ‚mehr denn je nach einer Mutter verlangt‘. Die Frucht dieser Bemühungen war die feierliche Ausrufung dieses neuen Marientitels am 21. November 1964.“ Daran erinnert Łukasz Bankowski, Diözesanpriester des Bistums Schweidnitz/Polen, in seinem Beitrag in der polnischsprachigen Ausgabe von „Vatican News“, der auch von der polnischen katholischen Nachrichtenagentur KAI übernommen wurde. Der Beitrag kam am Montag nach Pfingsten, dem in der gesamten katholischen Weltkirche begangenen beweglichen Gedenktag „Maria, Mutter der Kirche“.

Bankowski berichtete, dass das Polnische Episkopat in einem Schreiben vom 4. Mai 1971 die Gläubigen darüber informierte, „dass sie Paul VI. während des Zweiten Vatikanischen Konzils eine besondere Denkschrift überreicht hatten, in der sie die Ausrufung Mariens als Mutter der Kirche sowie die Anvertrauung der gesamten Menschheitsfamilie ihrer Fürsorge erbaten. Der Primas von Polen, Kardinal Stefan Wyszyński, spielte bei diesen Bemühungen eine entscheidende Rolle. In einer Ansprache, die er am 16. September 1964 im Konzilsaal hielt – und in der er im Namen des polnischen Episkopats sprach –, legte er die Beweggründe für die Ausrufung dieses neuen Marientitels dar. Dabei berief er sich auf die Erfahrungen der polnischen Nation, die wiederholt Hilfe, Rettung und geistliches Heil bei Maria gefunden hatte.“

Paul VI. rief dann zum Abschluss der dritten Sitzungsperiode des Zweiten Vatikanischen Konzils, am 21. November 1964, Maria offiziell als Mutter der Kirche aus. Damals hatte der Papst erklärt: „‚Wir rufen die allerheiligste Jungfrau Maria als Mutter der Kirche aus – das heißt: des gesamten christlichen Volkes.‘ Wie sich der polnische Episkopat später erinnerte, riefen diese Worte bei den Konzilsvätern immense Emotionen hervor. ‚Es wurde eine offizielle Erklärung abgegeben: Die Kirche hat eine Mutter!‘ wurde in einem Brief an die Gläubigen aus dem Jahr 1971 festgehalten. Kardinal Wyszyński selbst beschrieb diesen Augenblick in seinen persönlichen Aufzeichnungen. Nach der päpstlichen Erklärung brach im Konzilsaal langanhaltender Applaus aus, und alle Bischöfe erhoben sich von ihren Plätzen. ‚Fantastische Begeisterung erfüllt den Saal‘ notierte Wyszyński, der von Vatican News hier als „Jahrtausend-Primas“ bezeichnet wurde.

Auch Erzbischof Antoni Baraniak erinnerte sich an jene Ereignisse, schreibt Bankowski weiter und zitiert, dass der Erzbischof berichtete, dass „Kardinal Wyszyński – als Paul VI. die Worte *Proclamamus Mariam Matrem Ecclesiae* aussprach: *Wir verkünden Maria als Mutter der Kirche* – überwältigt von Emotionen dastand, das Gesicht in den Händen vergraben, während ihm die Tränen zwischen den Fingern hindurchströmten“. Wyszyńskis „‚Herzensangelegenheit wurde Wirklichkeit – die immense Herrlichkeit Marias‘, bemerkte Erzbischof Baraniak später. Am Abend desselben Tages traf der Primas mit Paul VI. zusammen. Wie er festhielt, soll der Papst lächelnd zu ihm gesagt haben: ‚Sie müssen gewiss erfreut sein; ich habe Ihre Wünsche erfüllt.‘“

Dann führte der polnische Episkopat 1971 in Polen das Fest „Maria, Mutter der Kirche“, „das am Montag nach dem Hochfest Pfingsten begangen werden sollte. Die Bischöfe erklärten, dass Maria gerade im Abendmahlssaal – während der Herabkunft des Heiligen Geistes – an den allerersten Anfängen der Kirche bei den Aposteln verweilt habe. In einem Hirtenbrief betonten die polnischen Bischöfe zudem, dass die moderne Welt – trotz aller Fortschritte in Technologie und Zivilisation – nach wie vor eines ‚Wunders des Herzens‘ bedürfe. ‚Die moderne Welt braucht eine Mutter‘, schrieben die Bischöfe und verwiesen dabei auf die menschliche Sehnsucht nach Liebe, Güte und mütterlicher Fürsorge.“

 


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