
25. April 2026 in Weltkirche
Geistliche Kampfführung muss gelernt und praktiziert werden, ist der Theologe, US-Kampfhubschrauberpilot und Kriegsveteran Dan Schneider überzeugt.
New York (kath.net / pk) „Der geistliche Kampf ist eine Schlacht. Es ist keine Überraschung, dass die Kirche auf Erden als ,streitende Kirche‘ bekannt ist.“ So heißt es in einem Artikel von Joseph Pronichen im „Nathional Catholic Register“. Der heilige Paulus mahnte im Brief an die Epheser, die Christen sollten sich eine unsichtbare Waffenrüstung anziehen, um gerüstet zu sein für die Herausforderungen im geistlichen Bereich.
Auch Katholiken heute können mit dem richtigen Know-How geistliche Siege erringen, ist Dan Schneider überzeugt. Er ist außerordentlicher Professor für Theologie an der Franciscan University of Steubenville, Buchautor, Kampfhubschrauberpilot der US-Armee und Veteran des Golfkriegs. Gemeinsam mit Jason Henderson, pensionierter Master Chief der US Navy SEALs, legt er in dem Beitrag seine Sicht der Dinge dar.
Schneider betont, dass Jesus den Besessenen von Gerasa von einem Dämon befreit hat, dessen Name „Legion“ ist. „Man steht also einer Legion gegenüber. Zur Zeit Christi bestand eine römische Legion aus 6.000 schweren Infanteristen“, weiß er. „Aber wir sprechen hier von geistlichem Kampf, wie der heilige Paulus sagt: ‚nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die Mächte und Gewalten‘ dieser Erde.“
Diese Erkenntnis sei entscheidend, kommentiert Pater Chris Alar, Moderator der EWTN-Sendung „Living Divine Mercy“. „Das Beste, was wir tun können, ist, unseren Feind zu kennen, wie er handelt und was er tut“, sagte Pater Alar. „Unser Feind sind nicht wir selbst. Es ist nicht Fleisch und Blut; es sind Mächte und Gewalten, wie Paulus uns sagt (Epheser 6,12).“
Paulus sage einmal zu Timotheus (2 Timotheus 2,3): „‚Trage für mich deinen Teil der Mühen des Evangeliums als guter Soldat Jesu Christi.‘ Zum Soldatsein gehört es, seinen Teil der Mühen zu tragen. Das Wort, das er im Griechischen verwendet, ist das Wort für innere Güte. Wir kämpfen also mit Reinheit, mit Tugend, mit christlichen Werten“, erklärt Schneider.
„Wir befinden uns in einem Kampf, der größer ist als jeder Weltkrieg“, meint er. „Satan hasst die Menschheit, weil sie der Grund für seinen Sturz war. Und im Laufe der Geschichte hat Satan unsere Schwächen ausgenutzt.“
„Gott stellt uns nur solche Herausforderungen, die wir bewältigen können“, betont Henderson. „Wir müssen einfach darauf vertrauen, dass wir der Situation gewachsen sind. Unsere Heiligen und Exorzisten haben bereits die ganze Arbeit geleistet. Wir müssen diese Taktiken, Techniken und Vorgehensweisen nur auf unser eigenes Leben anwenden.“ Henderson verbindet die Analogie zum Schlachtfeld mit entscheidenden Fragen: „Was denkt der Feind? Und wie kann ich dem entgegenwirken und sicherstellen, dass seine Ziele nicht erreicht werden?“
Für Katholiken sei es erst einmal wichtig zu begreifen, dass ein Kampf stattfindet, bemerkt Schneider. Man müsse lernen: „Was sind die Einsatzregeln, und wie kämpfen wir als Katholiken sicher und effektiv mit den Werkzeugen und Waffen, die uns die Kirche gegeben hat?“ - „Das Erste, was wir tun müssen, ist, im Stand der Gnade zu sein. Das ist die Nummer 1“, betont P. Alar. „Deshalb brauchen wir die Beichte, wenn wir beginnen, diese geistlichen Angriffe zu durchstehen.“ Diese sei „mächtiger als ein Exorzismus, denn die Beichte ist ein Sakrament“.
Unsere Stärke kommt von Christus – durch die Sakramente, die Tugend und die Reinheit von Gedanken, Worten und Taten, ist Schneider überzeugt. „Wichtig für den geistlichen Kampf ist es, das zu sehen, zu leben und zu praktizieren, was die Kirche lehrt.“
Dazu gehöre, den sieben Todsünden mit den sieben Haupttugenden entgegenzuwirken, merkt Henderson an und führt an, wie man etwa dem Stolz begegnet, indem man „eher ein Diener ist, anstatt sich selbst zu dienen“. Regelmäßige Beichte und ein Leben, das auf Gebet, Buße und Opfer ausgerichtet ist, seien die gewöhnlichen Mittel unserer Heiligung, sagt Schneider.
„Gebet und Fasten sind entscheidend. Wir müssen anfangen, uns mit unserem Körper auseinanderzusetzen. Das sind unsere geistlichen Waffen, unsere Verteidigungswaffen für den Kampf. Das sind die alten Waffen. Wir kämpfen gegen einen uralten Feind, und die alten Waffen sind die besten.“
„Das wichtigste Gebet ist die Messe“, ergänzt P. Alar. Er betont auch das Fasten, das die „Herrschaft des Fleisches über den Geist“ bricht. Fasten vertreibe die schlimmsten Dämonen. Auch die Marienverehrung nimmt in diesem Kampf einen zentralen Platz ein. „Maria und die göttliche Barmherzigkeit sind die geistlichen Waffen unserer Zeit“, fasst er zusammen.
Schneider bezeichnet die Marienverehrung und die Weihe an die Gottesmutter als „absolut entscheidend im geistlichen Kampf. Sie ist unsere schützende Rüstung.“ Pater Alar fügt hinzu, dass die Marienverehrung unerlässlich ist, denn, wie der heilige Ludwig Maria Grignion de Montfort in „Die wahre Marienverehrung“ schrieb: „Satan fürchtet Maria mehr als Gott.“
„Er weiß, dass Gott Gott ist, er weiß, dass er ein Geschöpf ist, und er weiß, dass Gott die höchste Macht hat und ihn vernichten kann“, sagt er. Aber die Demut Mariens sei „mehr, als sein Stolz verkraften kann“. Aus diesem Grund fürchtet Satan in seinem Stolz Maria mehr als Gott. „Und er flieht beim ersten Anzeichen ihrer Gegenwart. Er legt sich nicht mit Maria an. Satan weiß, dass er durch Marias Demut besiegt werden wird.“
Deswegen ist das Rosenkranzgebet eine besonders mächtige Waffe. Schneider erinnert an ein Wort von Padre Pio, der einmal einen jungen Mönch bat: „Bring mir meine Waffe: Gib mir meinen Rosenkranz.“
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