Kanada: Evangelikaler Jugendseelsorger Caelen Begg (26) wurde zu Ostern katholisch

14. April 2026 in Jugend


Er fand bereits in seiner evangelikalen Gemeinde zum christlichen Glauben – Als er sich mit dem frühen Christentum beschäftigte, bemerkte er aber einen Widerspruch: „Meine Kirche sah nicht so aus wie die Kirche, die Jesus gegründet hatte“


Edmonton (kath.net/pl) „Hat irgendeine Kirche die absolute Wahrheit, und spielte das überhaupt eine Rolle?“ Diese Frage stellte sich Caelen Begg, als er die Spaltungen entdeckte, wo man Klarheit erwarten würde: Kirchen in der Straße und weiter entfernte Kirchen benutzten dieselbe Bibel, kamen aber zu „völlig unterschiedlichen Schlussfolgerungen“. Die Frage, die ihn umtrieb, war unmissverständlich: Hat irgendeine Kirche die absolute Wahrheit, und spielte das überhaupt eine Rolle? Das schildert die katholische Erzdiözese Edmonton (Kanada) in einer Presseaussendung anlässlich der Aufnahme Beggs in die volle Gemeinschaft mit der katholischen Kirche. Der junge Mann empfing in der St.-Josephs-Basilika in der Osternacht die Sakramente Erstbeichte, Erstkommunion und Firmung.

kath.net dokumentiert die Pressemeldung des Erzbistums Edmonton „Da wusste ich für mich persönlich, dass die Auferstehung wahr ist“ in voller Länge in eigener Übersetzung:

Caelen Begg suchte nicht aktiv nach einer katholischen Kirche, sondern er begann damit, seinen Glauben zu hinterfragen. Mit 26 Jahren wurde er am vergangenen Karsamstag in der Osternacht gefirmt und arbeitet nun in der IT-Branche, nachdem er seine Tätigkeit als Prediger und Jugendseelsorger in einer protestantischen Gemeinde aufgegeben hatte.

Allein in der Osternacht wurden 34 Menschen in der St.-Josephs-Basilika in die katholische Kirche aufgenommen – deutlich mehr als die neun im Vorjahr und die ebenfalls neun im Jahr 2024.

Caelen wuchs in einem evangelikalen Elternhaus auf, geprägt von seinen Eltern, die ihm, wie er es nennt, „ein solides Fundament im Christentum“ gaben. Als Teenager beschrieb sich Caelen selbst als „sehr eifrig“ in seinem Glauben. Dann, mit 17, erlebte er einen Wendepunkt: Nach einer Debatte mit einem muslimischen Freund wurde ihm klar, dass er seinen eigenen Glauben nicht verteidigen konnte.

Er gestand sich ein, dass er hauptsächlich deshalb Christ geworden war, weil seine Eltern es waren. Er wollte eine eigene Überzeugung finden, nicht einfach den Glauben nur übernehmen. Deshalb las und prüfte er intensiv, nicht nur den Islam, sondern auch andere Religionen und konkurrierende Lehrmeinungen. Doch inmitten dieser Suche wurde sein christlicher Glaube für ihn nicht etwa schwächer, sondern vertiefte sich.

„Da wusste ich für mich selbst, dass die Auferstehung wahr ist“, sagt er. Sein Glaube wurde stärker. Apologetik – das Argumentieren und Erklären des Glaubens mit intellektueller Ernsthaftigkeit – wurde zu seiner Leidenschaft und zu einem festen Bestandteil seines Lebens.

Er engagierte sich in seiner Umgebung: als Jugendleiter, Trommler im Lobpreisteam und Mitglied des Missionsteams. Mit 23 Jahren predigte er bereits und arbeitete in seiner Gemeinde zunächst als Praktikant und später als Jugendpastor, mit dem Ziel, sich für eine zukünftige Position als leitender Pastor ausbilden zu lassen.

Doch die Ironie – wie er es nennt – war, dass ihn seine Arbeit in einer protestantischen Kirche zur katholischen Kirche führte. Je mehr er über das Christentum lernte, desto deutlicher wurde ihm die Geschichte des frühen Christentums, und er bemerkte einen Widerspruch. „Meine Kirche sah nicht so aus wie die Kirche, die Jesus gegründet hatte“, erläuterte er.

Er entdeckte auch Spaltungen, wo man Klarheit erwarten würde: Kirchen in der Straße und weiter entfernte Kirchen benutzten dieselbe Bibel, kamen aber zu „völlig unterschiedlichen Schlussfolgerungen“. Die Frage, die ihn umtrieb, war unmissverständlich: Hatte irgendeine Kirche die absolute Wahrheit, und spielte das überhaupt eine Rolle?

Ein enger katholischer Freund – heute sein Taufpate – trat im richtigen Moment in sein Leben. Caelen stellte Fragen, und in einem kurzen Gespräch spürte er, wie einige seiner lebenslangen Missverständnisse zu bröckeln begannen.

Ihm wurde klar, dass die katholische Kirche keine Karikatur von „verrückten Götzendienern“ war, sondern etwas, das er angstfrei prüfen konnte. Er kehrt oft zu einem Satz zurück, der mit dem ehrwürdigen Fulton Sheen [Link] in Verbindung gebracht wird: Viele Menschen hassen nicht so sehr die katholische Kirche selbst, sondern vielmehr das, was sie fälschlicherweise dafür halten.

Caelens Hinwendung zum Katholizismus vollzog sich nicht plötzlich. Sie entwickelte sich durch viele kleine Momente des Gebets und des Studiums – jede Kritik an der katholischen Lehre führte in seinen Augen zu einer klareren Erklärung. Ein entscheidender Durchbruch gelang, als zwei protestantische Apologeten und Theologen, die er bewunderte, zum Katholizismus konvertierten. Sie verstanden die Heilige Schrift und die Geschichte besser als jeder, den er kannte, und als sie aufhörten, gegen den Katholizismus anzukämpfen, spürte Caelen, dass er ihn auch selbst nicht länger ablehnen konnte.

Was ihn an der gegenwärtigen Vorbereitungszeit am meisten inspiriert, ist die Menge und die Zusammensetzung der Katechumenen und Kandidaten in seiner Gemeinde – insbesondere die jungen Universitätsstudenten, die sich gründlich informiert haben. Er beobachtet einen Trend, der sich in der westlichen Welt immer weiter ausbreitet: Menschen lehnen oberflächliche moderne Angebote ab und kehren zur Tradition zurück, diese birgt seines Erachtens die Wahrheit.

Der Glaube, den er als den bedeutsamsten bezeichnet, ist die Eucharistie – die wahre Präsenz Christi im Allerheiligsten Sakrament. 24 Jahre lang glaubte er, das Brot sei lediglich symbolisch und werde nur „zum Gedenken“ empfangen.

Die Annahme der Lehre der Kirche fühlt sich für ihn an, als würde er etwas Zentrales wiedererlangen, das ihm geraubt worden war. Er sagt auch, dies sei die erste katholische Lehre gewesen, die er als Protestant annehmen konnte, weil sie in der Heiligen Schrift und der Kirchengeschichte so klar erschien. Und mit dieser Klarheit geht eine moralische Ernsthaftigkeit einher: Wie konnte er den Leib des Herrn empfangen, während er in Sünde lebte? Deshalb sehnt er sich nach dem Sakrament der Versöhnung sowie nach den Sakramenten der Initiation und des Neubeginns.

Jedem, der überlegt, in die Kirche einzutreten, gibt er einen klaren Rat: Prüfen Sie unvoreingenommen, legen Sie Vorurteile ab und „stellen Sie es auf die Probe“. Und er mahnt zum Gebet – denn er glaubt, dass Gott diejenigen führt, die ihn aufrichtig suchen. Er verweist auf Jesu Verheißung: „Wer die Wahrheit liebt, hört meine Stimme“ (Johannes 18,37).

Link zur Pressemeldung der Erzdiözese Edmonton: ‘Then I knew, for myself, that the Resurrection was true’

Foto nach der Osternachtmesse, von links nach rechts: Beggs Taufpate, Erzbischof Stephen Hero, Caelen Begg (c) Erzdiözese Edmonton


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