
31. März 2026 in Aktuelles
Doch während ähnliche Vorfälle in westlichen Hauptstädten tagelang die Schlagzeilen beherrschen würden, stößt das Leid der nigerianischen Christen international auf eine Mauer des Schweigens.
Jos/Nigeria (kath.net/gem/rn) Während die christliche Welt den Einzug Jesu in Jerusalem feierte, wurde die Stadt Jos im zentralnigerianischen Bundesstaat Plateau zum Schauplatz eines grausamen Massakers. Am Abend des Palmsonntags, dem 29. März 2026, überfielen muslimische Kämpfer den Stadtteil Angwan Rukuba und töteten dabei nach ersten Berichten mehr als 40 Gläubige.
Der Angriff begann gegen 19:50 Uhr Ortszeit unter dem Schutz der Dunkelheit. Augenzeugen berichten von bewaffneten Männern, die wahllos das Feuer auf Bewohner eröffneten, die teilweise gerade von den Gottesdiensten nach Hause zurückgekehrt waren. Neben den zahlreichen Todesopfern wurden Dutzende weitere Menschen schwer verletzt; viele von ihnen schweben in Lebensgefahr.
Das Massaker von Jos reiht sich ein in eine endlose Kette von Gräueltaten gegen Christen in Nigeria. Doch während ähnliche Vorfälle in westlichen Hauptstädten tagelang die Schlagzeilen beherrschen würden, stößt das Leid der nigerianischen Christen international auf eine Mauer des Schweigens.
Die meisten westlichen Regierungen und internationalen Organisationen haben die systematische Christenverfolgung in Nigeria schlichtweg „nicht auf dem Schirm“. Oft wird der religiöse Kern des Konflikts aus Gründen der „politischen Korrektheit“ verschwiegen und stattdessen vage von „Klimawandel“ oder „Landkonflikten zwischen Hirten und Bauern“ gesprochen.
Auch innerhalb der weltweiten Kirchenführung gibt es Stimmen, die das Ausmaß der dschihadistischen Bedrohung im Middle Belt Nigerias herunterspielen oder aus diplomatischen Rücksichten gegenüber dem Islam nicht beim Namen nennen wollen. Lokale Priester in Jos kritisieren seit langem, dass die Weltkirche ihre verfolgten Geschwister im Stich lässt.
Nigeria gilt laut Beobachtern wie Open Doors als das gefährlichste Land für Christen weltweit. Allein im Jahr 2025 wurden dort im Durchschnitt täglich über 30 Christen ermordet. Die Angriffe an hohen Feiertagen wie dem Palmsonntag sind kein Zufall, sondern eine kalkulierte Strategie dschihadistischer Gruppen, um die christliche Präsenz in der Region endgültig auszulöschen.
„Wir werden wie Schafe zur Schlachtbank geführt, und die Welt schaut weg“, klagte ein Überlebender des Angriffs in Angwan Rukuba. Die christlichen Gemeinden vor Ort fordern nicht nur Gebete, sondern ein Ende der internationalen Gleichgültigkeit. Wer zu diesem „schleichenden Genozid“ schweigt, so die verzweifelten Stimmen aus Jos, macht sich mitschuldig.
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