Brasilien: 26-jähriger Seminarist stirbt – hinterlässt beeindruckendes geistliches Testament

21. März 2026 in Spirituelles


‚Ich opfere mein Kreuz für die heilige Kirche, für den Papst, für meinen Diözesanbischof, für den Klerus, für die Bekehrung der Sünder, für die armen Seelen im Fegefeuer und für die verfolgten Christen‘, schreibt Igor Pavan Tres.


Frederico Westphalen (kath.net/jg)
Am frühen Morgen des 6. März 2026 verstarb der erst 26-jährige brasilianische Seminarist und Social-Media-Influencer Igor Pavan Tres an den Folgen von Nierenkrebs. Er war Seminarist im Priesterseminar der Diözese Frederico Westphalen im Bundesstaat Rio Grande do Sul, Brasilien, berichtet CurchPOP

Sein Tod löste in der katholischen Gemeinschaft Brasiliens und darüber hinaus große Anteilnahme aus – nicht zuletzt wegen eines eindrucksvollen geistlichen Testaments, das der junge Seminarist nur zwei Wochen zuvor verfasst hatte.

Igor wurde 2024 aufgrund seiner schweren Erkrankung vorübergehend aus der priesterlichen Ausbildung entlassen, um sich ganz auf seine Gesundheit und seine Familie konzentrieren zu können. Kurz vor seinem Tod kehrte er jedoch noch einmal in das Priesterseminar zurück. Am Tag nach seiner Wiederaufnahme verstarb er schließlich.

Am 20. Februar 2026 schrieb Igor, der die Nähe seines Todes spürte, sein geistliches Testament. Es wurde nach seinem Tod auf seinem Instagram-Profil veröffentlicht Der Text beginnt mit den Worten aus Psalm 31:

„In deine Hände, Herr, lege ich meinen Geist.“

Igor schreibt darin:

„In der Ahnung des möglichen Endes und der Begegnung mit dem Richter – dessen Tag und Stunde nur Er kennt –, mir meiner Gesundheit und der Schwächen, die mich begleiten, bewusst, habe ich beschlossen, diese Zeilen als mein geistliches Testament niederzuschreiben. Ich weiß nichts über die Zeit, die mir noch geschenkt wird. Ich weiß jedoch, dass das Leben kurz ist und jeder Tag eine stille Vorbereitung darauf, vor Ihn zu treten, der die Wahrheit ist.“

Er bietet sein Leiden bewusst für die Kirche an:

„Ich opfere mein Kreuz für die heilige Kirche, für den Papst, für meinen Diözesanbischof, für den Klerus, für die Bekehrung der Sünder, für die armen Seelen im Fegefeuer und für die verfolgten Christen.“

Dann reflektiert er über seine Erfahrung mit dem Leid:

„Ich weiß, dass Leiden an sich nicht automatisch heilig macht. Es kann verhärten oder reinigen. In meiner Schwäche bekenne ich, dass ich oft untreu war. Dennoch kann ich bezeugen, dass der Schmerz mich gelehrt hat, nicht lange von Gott getrennt zu bleiben. Wie ein störrisches Pferd, das zu entfliehen versucht, wurde ich vom Herrn am Zügel gehalten, der das Leiden benutzte, um meine endgültige Flucht zu verhindern. Wenn ich heute noch da bin, dann aus Barmherzigkeit, nicht aus Verdienst.“

Am Ende bittet er öffentlich alle um Entschuldigung, die er je verletzt hat, dankt seiner Familie, seinen Freunden und dem medizinischen Personal und bittet um die Fürsprache Mariens. Den Schluss bilden die hoffnungsvollen Worte:

„Falls ich gerufen werde, bitte ich den Herrn, mir die ewige Ruhe zu schenken, während ich in der Gemeinschaft der Heiligen auf die Auferstehung des Leibes und das Leben der kommenden Welt warte.“

Der Bischof der Diözese, Dom Antônio Carlos, gab den Tod bekannt und teilte mit, dass Igor in Soutane, mit Stola in den Händen, Rosenkranz und Kruzifix bestattet wurde – äußere Zeichen seiner unvollendet gebliebenen Berufung zum Priestertum.

Seine Schwester Giovana veröffentlichte einen bewegenden offenen Brief: „Gott wollte dich früher bei sich haben, und nun bleibt nur die Sehnsucht.“ Sie schloss mit einem Satz, den Igor häufig benutzte: „Wir sehen uns, wenn Gott es will.“

Igors geistliches Testament erreichte auf Instagram innerhalb kurzer Zeit über 20.000 Likes. Viele Menschen empfanden seine Worte als starkes Zeugnis dafür, wie tief gelebter Glaube selbst im Angesicht des Todes Hoffnung, Demut und Liebe ausstrahlen kann.

 


© 2026 www.kath.net