
4. März 2026 in Weltkirche
Kritik kommt allerdings von Gunnar Schupelius/„B.Z.“: „Bischof Stäblein vermied es dabei aber in seiner Predigt, die Feinde der Christen beim Namen zu nennen… Wer die Täter nicht einmal benennt, wird sie nicht aufhalten können.“
Berlin (kath.net) „Seid herzlich gegrüßt von uns heute Morgen, es ist der Sonntag, wir haben es gehört, an dem wir an das Leid, die Verfolgung und Bedrückung von Christinnen und Christen weltweit erinnern, über 380 Millionen Geschwister sind das weltweit, das ist eine unvorstellbare Zahl und erst recht nicht so recht vorstellbar, wenn man, wie wir, in einem Land lebt, in dem die Freiheit des Glaubens ein so hohes Gut und ein solches Glück ist, dass wir uns immer mal auch daran erinnern müssen: Wir haben eine Freiheit des Glaubens, die an vielen Stellen dieser Welt nicht gilt, auch das gibt uns eine besondere Verantwortung.“ Das sagte Christian Stäblein, Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO), in einem Gottesdienst in der evangelischen St. Marienkirche, vergangenen Sonntag in seiner Predigt. In diesem Gottesdienst, der in Anwesenheit auch syrisch-orthodoxer Christen gefeiert wurde, wurde der Opfern der weltweiten Christenverfolgung gedacht.
Stäblein führte gemäß Angaben auf der Website der EKBO weiter aus: „380 Millionen bedrängte und verfolgte Christen – in diesem Jahr schauen wir besonders auf die Situation eurer Geschwister in Syrien, auch nach dem Regimewechsel ist es alles andere als leicht, genau genommen ist es eine jahrzehntelange bedrückende Geschichte und das in einem Land, in dem – man kann das so sagen – eine Wiege des christlichen Glaubens steht, Paulus, der Reisende, war wohl viel dort und auch manches Evangelium könnte in den ersten Gemeinden der Christen genau dort entstanden sein. An der Wiege des christlichen Glaubens leben heute in der Zahl wenige, aber umso aufrechtere, tapfere Gemeinden und Geschwister – ihr werdet gleich ein paar Worte dazu sagen, danke, dass ihr hier seid und wir heute gemeinsam beten und singen.“
Zum Thema „gerechter Friede“ gebe es keine „einfachen Antworten“. „Menschen müssen vor Gewalt und Bedrohung geschützt werden, wir können nicht zusehen, wie Terror und Kriegsterror etwa gegen die Ukraine ohne Widerspruch und Beistand bleibt, auch das Morden des terroristischen Regimes im Iran in den letzten Wochen, Monaten und Jahren ist unerträglich, man höre die Stimmen der Oppositionellen dort, so sie noch leben…“
In einem „B.Z“-Kommentar zu dieser Predigt wies Gunnar Schupelius dann allerdings darauf hin: „Bischof Stäblein vermied es dabei aber in seiner Predigt, die Feinde der Christen beim Namen zu nennen. Das sind die kommunistischen Diktaturen China und Nordkorea und die islamistischen Regimes. Und auch in islamischen Ländern, die weniger durch Gewalt auffallen, werden die verbliebenen Christen verfolgt, wie in Ägypten die Kopten.“
Schupelius kritisierte weiter, dass „die verfolgten Christen … viel zu wenig Hilfe“ bekämen. So sei der Gottesdienst in der Marienkirche zwar „ein Signal“ gewesen, „aber ein viel zu kleines. Wer die Täter nicht einmal benennt, wird sie nicht aufhalten können. Der Widerstand gegen die Feinde des Christentums ist erschreckend schwach.“
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